Langer Lauf am Sonntag Morgen

Ich hatte ja versprochen meinen langen Lauf vom Sonntag ein wenig aufzuarbeiten.
Gestern war dies nicht möglich. Ich war einfach zu fertig. ;-)
Aber heute gibt´s einen Nachtrag!

Ich hatte mir am Sonntag früh extra den Wecker auf kurz nach 6:00Uhr gestellt um früh loslaufen zu können.
Beim Aufstehen schmerzte meine rechte Hals und Nackenseite. Entweder ich hatte falsch gelegen oder mir einen Zug geholt.
Jedenfalls konnte ich meinen Kopf nicht richtig nach rechts bewegen.

Meine Frau wollte evtl. noch mal gegen Mittag mit einer Freundin laufen. Deshalb wollte ich so früh wie möglich weg.
Ein Blick auf´s Thermometer zeigte 8,8°C. Also 3/4 Tight an und ein langes Laufshirt.
Es war ggf. Nieselregen angekündigt. Deshalb noch nicht ganz in kurz.

Zum Glück. Es wehte ein eiskalter und unangenehmer Wind.
Da er mir direkt entgegenkam und ich mit meinem Nacken ziemliche Probleme hatte, entschloss ich mich so schnell wie möglich in den Wald zu begeben.
Also direkt über die B26 in den Groß-Zimmner Wald.

lange Schneise Groß-Zimmner Wald

lange Schneise Groß-Zimmner Wald

Der erste Teil entsprach genau dem Streckenabschnitt, den ich letzte Woche mit Matthias gelaufen bin.

Baum frisst Schild

Baum frisst Schild

Abzweig zum Delpbrunnen

Abzweig zum Delpbrunnen

Bis auf den Abzweig am Gunderhäuser Viehtrieb. Dort wollte ich am Delpbrunnen vorbeilaufen.
Den hatte ich nämlich bisher noch nie richtig in Augenschein genommen.

Delpbrunnen bei Gunderhausen

Delpbrunnen bei Gunderhausen

Delpbrunnen bei Gunderhausen

Delpbrunnen bei Gunderhausen

Dort überkam mich auch ein sehr menschliches Bedürfnis. Zum Glück gehe ich nie mehr ohne Taschentücher zum Laufen. Und im Wald hat man schon mal die Möglichkeit im Gebüsch zu verschwinden. ;-)

Weiter ging es die Schwedischrainschneise hinauf zum Roßdörfer Parkplatz.
Dort nicht nach links in die Geburtstagsallee, sondern gerade aus auf den Hasenböhlweg Richtung Scheftheimer Wiesen.
Ein kurzes Stück auf dem Heuweg und dann auf der Bernhardsackerschneise bis zum Bernhardsbrunnen.

Ruthsenbach

Ruthsenbach

Dort ging es nach links, am Ruthsenbach entlang, bis zum Steinbrücker Teich.

Dort gab es eine kleine Pause mit Snack und Getränk. Nach knapp 14 Kilometern fast ständig bergauf eine verdiente Angelegenheit! :lol:
Frisch gestärkt ging es über die L3094 Richtung Falkenhof Jagdmuseum und den Backhausteich am Kranichsteiner Schloß.

Backhausteich und Kranichsteiner Schloss

Backhausteich und Kranichsteiner Schloss

Ab hier kerzengerade die Kernschneise entlang bis diese auf die Bornschneise trifft.
An dieser Stelle hatte ich eine Begegnung mit drei Walkerinnen. Ich dachte zuerst ich wäre in eine Douglas-Parfümerie eingetreten. Manchmal frage ich mich ernsthaft mit welchen Gedanken Frauen zum Sport gehen???
Unter der Bahnlinie hindurch bis zur Dreibrückenschneise und rechts ab Richtung Grube Messel.
An der Ytong vorbei bis zum Recyclinghof und dann nach links zum kleinen Friedhof.

Die Ecke bin ich letztes Jahr fast täglich mit dem Bike gefahren. ;-)

Die Sausteige hoch nach rechts auf die Zeilharder Grenzschneise:
Keine Ahnung warum die so heißt, zumal Zeilhard in einer ganz anderen Ecke liegt. Vielleicht hat mal wieder irgendein trunksüchtiger Gutsherr beim Würfeln ein Stück Wald verspielt. :lol:
Das kam anscheinend hier in der Ecke öfters vor. ;-)

Nach 24Kilometern ging es parallel zur Bahnlinie weiter. Hier machte ich meine zweite kleiner Pause mit einem Riegel und reichlich Getränken. Diesmal aber gehend. Hinsetzen wollte ich mich zu dem Zeitpunkt auf keinen Fall. Es lief gerade so schön. Und ich hatte Angst das ich nicht mehr hochkomme. ;-)

Da es aber so gut lief entschloss ich mich dazu noch einen kleinen Abstecher Richtung Münster zu machen.
Wenn schon, denn schon. ;-)
Also nicht an der Bahnlinie direkt nach Dieburg sondern einen kleinen Schwenk auf die Tongrubenschneise. Macht in der Summe so um die 3 Kilometer mehr. Aber die Beine waren nach exakt 25,65km überraschenderweise noch topfit. Und meine Allgemeinzustand war auch noch OK.
Also ging es auf der Tongrubenschneise bis zum Urberacher Weg. Zwar ziemlich eintönig und langweilig, aber nach der bisher zurückgelegten Strecke war ich sowieso nicht mehr voll aufnahmefähig. :lol:
Es hatte sich ein Automatismus eingestellt. Der Kopf gab vor und die Beine folgten. Und zu meiner Überraschung noch immer ohne größeres Murren.

Bei Kilometer 29,3 kam ich an einer abgefackelten Hausruine vorbei. Muss früher mal ein wunderschönes Anwesen gewesen sein.
Keine Ahnung was da vorgefallen ist. Zur Zeit gammeln die Reste so vor sich hin. Schade eigentlich.

Ruine bei Dieburg

Ruine bei Dieburg

Ruine bei Dieburg

Ruine bei Dieburg

Ein bisschen erschrocken bin ich dann noch mal beim Schützenhaus in Dieburg. Dort hat es ganz schön gerummst. Da kann einem schon ein bisschen Angst werden.

Nach 30 Kilometern kam ich bei der Baumschule Polenz in Dieburg wieder aus dem Wald. Frontal traf mich der eiskalte Wind von vorne. Die letzten Meter also nochmal mit ein bisschen Gegenwind.
Unangenehm.
Ich zog mir mein Tuch über die Ohren und versuchte so weit wie möglich meinen Nacken warm zu halten. Es gelang mehr schlecht als recht.
Und nun spürte ich auch wie mein Akku langsam auf Notstrom ging. Es ging ans Eingemachte.

Die Schritte waren nicht mehr ganz so locker und der Puls ging noch mal eine Etage höher. Das ist der Zeitpunkt wo der Kopf gefragt ist.
Der Wille ist jetzt derjenige der entscheidet ob man das durchzieht oder die Segel streicht.
Mein Wille ist stark. ;-)
Ich habe es durchgezogen!
Genauso wünsche ich mir meine langen Läufe. Am Anfang locker und zum Ende hin was zum beißen. Ein bisschen Schmerz muss sein. Man muss spüren das man lebt. Und ich Lebe. Mit allen Sinnen und aller Freude die mir das Laufen schenkt. Schön das ich so etwas genießen kann. ;-)