RUN4HAITI

Für viele ist der Blick aus dem Fenster heute bestimmt kein Grund die Laufschuhe zu schnüren.
Aber wenn schon das Wetter keinen Grund zum Laufen bietet, dann doch wenigstens die Chance zu helfen.

Also raus aus den Federn und ein paar Runden für die Erdbebenopfer in HAITI drehen. Jeder Kilometer und jeder Euro zählt!
Und da ich mit gutem Grund vorangehen möchte, habe ich meine „Kilometer“ von gestern einfach verdoppelt.
Wenigstens für RUN4HAITI bin ich die 50 Kilometer gelaufen! 😉

RUN4HAITI

Also Schuhe an und Laufen!

DNF – aber erhobenen Hauptes!

Ich hatte ja schon Respekt vor der Strecke an sich. Aber mit den heutigen Bedingungen war mein Körper dann doch ein wenig überfordert.
Weniger fehlende Kraft oder Kondition waren die Ursache der Aufgabe, sondern ausschließlich die wieder auftretenden Schmerzen im Hüft- und Kniebereich.

Dabei hatte ich nach einer ruhigen und durchgeschlafenen Nacht ein richtig gutes Gefühl. Schon die ganze Woche keine Schmerzen und ausgeruht war ich ja auch.
Das erste Problem trat auf, als mich meine Frau heute Morgen nach Rodgau fuhr. 2km vor dem Ziel bemerkte ich, dass mein Forerunner noch zu Hause liegt.
Das geht natürlich überhaupt nicht.

Also noch mal nach Hause, Forerunner geholt und wieder zurück Richtung RLT Rodgau! Zum Glück war noch ausreichend Zeit. Bei den Wetterbedingungen waren wir lieber ein paar Minuten früher gefahren.
Kaum aus dem Auto ausgestiegen traf ich Steffen und Melanie! Wie bestellt! 😉

Direkt zur Startnummernausgabe, 25€ bezahlt und noch ein bisschen gequatscht!
Und da passiert das zweite Malheur! Meine adidas Brille fällt runter und der Bügel bricht ab. Klasse!
Und das bei dem Wind und dem angekündigten Schneetreiben!
Kein gutes Omen.

Trotzdem hatte ich richtig Lust auf´s Laufen. War total unaufgeregt und völlig entspannt.
Bis auf die Tatsache, dass ich kurz in die Büsche musste.
Natürlich mit einer Windjacke, auf der quer über dem Reißverschluss die Startnummer befestig war.
Gar nicht so einfach an die benötigten Teile ranzukommen. 😉

Punkt 10:00Uhr viel der Startschuss und fünf Minuten später ging ich über den Start.
Man muss der RLT hier mal ein Riesenkompliment machten. Was sie da in Bezug auf geräumter Strecke geleistet haben war Klasse. Auf Grund der katastrophalen Wetterverhältnisse haben sie das optimale aus der Strecke rausgeholt. Klasse!

Die ersten Meter direkt hinter dem Start verliefen auf blankem Eis. Auf Grund der Splitstreuung jedoch prima zu Laufen. Man musste zwar aufpassen, aber es ging.
Ich fühlte mich richtig gut und lief die ersten 5 Kilometer in einem richtig angenehmen und lockeren Tempo. Um die 35 Minuten hatte ich mir vorgenommen.
Die erste Runde lag bei 36 Minuten. Alles im Plan.

Ich wurde zwar in der zweite Runde schon vom führenden Mann überholt, aber der hatte definitiv ein anderes Ziel als Ich! B-)
Der erste Schreck kam bei Kilometer 8. Ein kurzer aber schmerzhafter Stich im äußeren Bereich des Knies. Genau da, wo ich die letzte Zeit Probleme hatte.
Zum Glück „verlief“ sich der Schmerz nach wenigen Metern. Ich hatte auf Grund der Heftigkeit echt Bedenken es wäre schon Feierabend!

Zum Glück lief es danach ohne Probleme weiter. Leider wurde die Strecke von Runde zu Runde schwerer. Der Schnee wurde mehliger und hatte in Teilbereichen absolut keinen Gripp mehr. Durch das ständige rutschen kam es wieder zu Problemen im Kniebereich.
Bei Laufen ging es einigermaßen, aber nach der kurzen Rast an der Verpflegungsstelle wurde das Wiederanlaufen zur Qual.
Die Schmerzen wurden immer unerträglicher. Bei Kilometer 20 kam ich kaum noch ins Laufen.
Zusätzlich meldetet sich die Hüfte hinzu.
Die Kraft war noch da, aber die Schmerzen waren einfach zu stark. Und da sich absolut keine Besserung abzeichnete, entschloss ich mich schweren Herzens zu einem Abbruch nach 25 Kilometern. Aber meine Gesundheit war mir in dem Augenblick wichtiger. Zumal die Wetter- und Streckenverhältnisse zunehmend schlechter wurden.

Ich wäre die 50km für RUN4HAITI gerne zu Ende gelaufen. Aber es war leider nicht möglich.
Trotzdem werde ich die anvisierten 50€ spenden!

Und was das DNF betrifft, da mache ich mir überhaupt keine Sorgen. Erstens bin ich im Rodgau 25 Kilometer mehr gelaufen als letztes Jahr und im nächsten Jahr habe ich nun schon wieder ein Highlight zum Jahresbeginn.
DEN 50er laufe ich noch. Komme was wolle.

Und was die Seele betrifft ist nichts passiert, was man nicht mit einem leckeren Steak und einem dicken, fetten Nutellabrötchen wieder reparieren kann.
Und jetzt geht´s ab in die Wanne.
Alt werde ich heute bestimmt nicht mehr! 😉

Jetzt wird´s ernst!

Noch gut 14 Stunden und ich starte zu meinem ersten Ultramarathon!
Wer hätte das vor gut zwei Jahren gedacht. Ich jedenfalls nicht. 😉

Und das schönste an der ganze Sache ist, ich bin noch nicht mal aufgeregt. Ich bin so locker wie vor meinem Marathondebüt. Kein Vergleich zu meinem allerersten  Halbmarathon in Darmstadt. Da schlug mir schon 2 Tage vorher das Herz bis zum Halse.
Im Augenblick bin ich völlig relaxed und freue mich auf die vielen Läufer und Blogger.
Einfach auf einen schönen Tag mit Freunden.
Und nebenbei versuche ich noch 50km zu Laufen. Wenn´s klappt!

Nichts zwickt und zwackt!
Alles im grünen Bereich. Vielleicht ein paar Kilos zu viel, aber das ist ja eigentlich immer der Fall! 😉
Meine Kinesiotapes sind prophylaktisch angebracht und beruhigen zusätzlich.
Eigentlich müsste alles glatt gehen.
Ich bin guter Hoffnung!

Es hat den ganzen Tag geschneit. Zwar sind die Schneemassen bei +2° nicht liegen geblieben, aber die Temperaturen ziehen im Augenblick wieder an. Also so ganz einfach wird es bestimmt nicht. Aber das nimmt mir bestimmt nicht die Freude daran. Dann dauert es halt noch ein paar Minuten länger.
Was soll´s. Ich habe keine Termine mehr nach dem Lauf. 😉
Die 20 Kilometer bis nach Rodgau fährt mich Morgen früh meine Frau. Ich denke, dass ich so gegen 8:30Uhr dort einlaufe.
Startnummer abholen und ein paar Bekannte und Unbekannte treffen und ein bisschen reden.

Um 10:00Uhr geht´s dann los. 10 Runden a´5 Kilometer.
So ein klein bisschen was am Radkasten muss man ja schon haben um so was zu machen.
Aber wer will schon immer normal sein!
Ich freue mich darauf und das ist die Hauptsache. :yahoo:

Wenn alles klappt, sollte ich ungefähr nach gut 6 Stunden irgendwann mal im Ziel ankommen. Bericht gibt´s Morgen definitiv nicht.
Vielleicht eine kurze Nachricht auf  Twitter oder Facebook! Mal sehen wie es mir geht.

Ansonsten mochte ich nur noch ein bisschen Zeit mit den anderen verbringen.
Ich hoffe es sind nach meiner Zielankunft noch ein paar da! 😉

Und jetzt wird gepackt!
Auf geht´s. Es wird Zeit.
Genug gequatscht.
Jetzt geht´s ans Eingemachte! B-)

Es fehlt der Sport!

Jetzt habe ich mich ja seit Montag zurückgehalten und habe keine Minute Sport getrieben. So langsam wird es aber Zeit, dass es Samstag wird und die 50km im Rodgau angegangen werden. So vier Tage Pause am Stück tun mir absolut nicht gut!
Ich bin ständig müde!
Ich bin dauernd am Futtern!
Ich kann mich schwer konzentrieren!

ICH WILL ENDLICH LAUFEN!!!!!

Morgen noch mal zum Physiotherapeuten und dann ist alles für Samstag gerichtet.
Ich freue mich darauf.
Habe den notwendigen Respekt vor der Strecke.
Und freu mich die ganze Blogger zu treffen.
Und natürlich RUN4HAITI!
Bisher bin ich bei mindestens 5€ für jeden zurückgelegten Kilometer.
Also heißt es durchhalten!

Nach den letzten Infos wird die RLT Rodgau wieder alles auffahren um optimale Verhältnisse zu schaffen. Mal sehen wie viele der über 1000 gemeldeten Läufer am Samstag am Start stehen!
Ich auf jeden Fall!

Man sieht sich! :yahoo:

Kurz und Knapp!

Nach dem gestrigen „Hochleistungstag“ habe ich heute die bequeme Fahrt mit der Kollegin im warmen Auto richtig genossen.
Eine 3/4 Stunde länger Schlafen und keine Quälerei.
Angenehm! :good:

Und nach Hause ging´s mit der Bahn. Auch im Warmen.
Auch bequem! :good:

Und zum guten Schluss gab´s noch eine Behandlung beim Physiotherapeuten.
Nach ausgiebiger Begutachtung meines Knies konnte auch er Entwarnung geben. Wieder mal rein muskulär.
Auch das vermutete Aussenband ist völlig OK. Es handelt sich um den Muskel, welcher vom seitlichen Oberschenkel runter zum unteren Knie läuft.
Der ist auf Grund der vielen Kilometer bei Matsch und Schnee ein bisschen gereizt und angeschwollen. Nichts was man mit ein bisschen Ruhe und eine Kinesio-Tape wieder in den Griff kriegt. Entsprechend steht einem anständigen Lauf am Samstag im Rodgau rein körperlich nichts im Wege.
Vorsichtshalber werden wir das Knie und die Hüfte am Freitag noch mal Tapen. Hat sich ja in Frankfurt schon optimal bewehrt.

Ein bisschen Bedenken habe ich auf Grund der Wettervorhersagen. Die nächsten Tage sind wieder ergiebige Schneefälle angesagt. Dazu starker Wind und Temperaturen unter -10°C. Zwar sollen die Schneefälle und der Wind ab Freitag nachlassen, aber am Samstag sind noch sehr frostige Temperaturen angesagt. Ich hoffe wenigstens dass der Wind nachlässt. Sonst wird es im freien Feld ziemlich ungemütlich.
Also an alle Teilnehmer! Lange Unterhosen nicht vergessen!

Vorhersage Rodgau
Vorhersage Rodgau

Grenzwertig!

Beim Blick aus dem Fenster heute Morgen hatte ich schon ein ungutes Gefühl. Alles mit Schnee bedeckt. Das konnte ja heiter werden.
Im Vertrauen auf meine neuen Spikes machte ich mich wagemutig auf den Weg zur Arbeit.

Aber 5cm Pulverschnee zeigten mir spätestens nach einem Kilometer wo der Hammer hängt. Mann war das anstrengend.
Ich hatte ständig das Gefühl bergauf zu fahren. Keine Zeit mal Laufen zu lassen.
Ständig in die Pedale treten und dabei das Gleichgewicht halten.
Auf dem Radweg kam dann zusätzlich wieder der Schnee der Räumfahrzeuge hinzu.
Und von oben gab es ständig Nachschub.

Mein Puls schraubte sich immer weiter nach oben. Die Oberschenkel fingen an zu brennen.
Der Schweiß tropfte in meine Brille. Sicht gegen Null!

Dann geht es bergab. Aber auch hier ist gleichmäßiges treten Pflicht.
Kein Rollen lassen. Treten. Treten. Treten.

Das kurze Stück über die Landstraße habe ich das Gefühl zu schweben.
10 Meter die sich anfühlten als hätte ich einen Motor.
Unglaublich wie leicht Radfahren sein kann.

Dann wieder in den Wald. Alle Sinne angespannt.
Aufpassen, dass einem das Hinterrad nicht überholt.
Wusste gar nicht das ich so ein gutes Gleichgewichtsgefühl habe.
Stress. Anspannung. Anstrengung.

Nach gut 70 Minuten vollstem Einsatz bin ich auf der Arbeit.
Meine schnellst Zeit war bisher 32 Minuten! 😉

Die heiße Dusche tut gut.
Am liebsten wäre ich ins Bett gefallen!
www.rokey.net
Ich hatte die Hoffnung heute Abend wäre der Radweg geräumt.
Leider blieb es bei der Hoffnung.
Es war schlimmer als Morgens.
Die Räumfahrzeuge von der Straße hatten ganze Arbeit geleistet.

Jeder Meter ist eine Quälerei.
Spur halten ist reine Glückssache.
Die Hinterräder drehen trotz Spikes durch.
Ein ständiger Balanceakt.
Ich schwitze wie ein Schwein.
Irgendwann beschlägt wieder die Brille.
Die eingeschränkte Sicht macht es nicht einfacher.
Ich versuche in meiner Spur vom Morgen zu fahren.
Dann kommt der Mainzer Berg.
Der Puls jagt wieder in die Höhe.
Ich keuche unter meiner Facemask.
Rutschen. Treten. Balancieren.
Ein Höllenritt. Es tut weh.
Es ist anstrengend. Ich mag nicht mehr.
Wenn ich anhalte komme ich nicht mehr in die Gänge.
Also weiter. Immer weiter.
Rutschend. Fluchend!

Oben angekommen drehen die Räder endgültig durch. Ich kippe nach rechts Richtung Graben.
Kann mich gerade noch abfangen bevor ich im Wasser lande.
Voller Schnee. Keuchend und zitternd vor Schwäche.
Ich liege oben angekommen über mein Rad gebeugt.
Dampfe wie ein Kühlturm am Kraftwerk.
Keine Kraft und keine Lust mehr.
Jetzt geht es bergab. Zu gefährlich!

Ich weiche auf die Landstraße aus.
Vom Schnee geräumt.
Eine Wohltat.
Die Autos sind mir zum ersten Mal seit langer Zeit egal.
Es ist unverantwortlich den Radweg hinunter zu fahren.
Ich genieße die Geschwindigkeit auf der Straße! 😉

Nach gut einer Stunde bin ich zu Hause.
Fertig!
Ich will nur noch in die Wanne!

Und Morgen?????
Da fahre ich mit meiner Kollegin zur Arbeit.
Da will ich einfach nur ein Weichei sein!
Ich habe es mir nämlich verdient!