Technikverliebt

Eigentlich braucht man ja zum Laufen außer zwei gesunden Füßen relativ wenig.
In Gegenwart von Mitmenschen ist vielleicht noch ein gewisses Maß an Kleidung erforderlich, aber auch dies ist eher Kultur bedingt empfehlenswert. Ansonsten hat man zum Laufen eigentlich alles notwendige dabei.

Eigentlich!

Meine Spezies nutzt das Laufen eher zur Rechtfertigung eines fetishbedingten Kaufrausches in Bezug auf allem was nur annähernd mit Technik zu tun hat. Dazu gehört eine ultramoderne Funktionskleidung, welche die Nanostrahlungen aus dem All dazu nutzt, in Verbindung mit einer Testosteron angereicherten Schweißbildung, die Körpertemperatur während der körperlichen Anstrengung auf ein wissenschaftliches Optimum einzustellen.
Das Ganze wird überwacht durch eine Satelliten unterstützte, ganzheitliche Sendeeinheit.

Elektronische Trainer unterstützen live den Laufstil, die Geschwindigkeit und zeichnen jeden Fehler gnadenlos auf. Das Ganze wird, in Abstimmung mit der geplanten und für optimal befundenen Herzfrequenz, mit Musik untermalt.
Die Laufschuhe passen sich in Sekundenschnelle den jeweiligen Untergründen und dem Tempo meines Trainings an. Evtl. auftretende Druckstellen werden mit einem speziellen, organischen Mikromeshmateriales, alleine durch den Gedanken an die Druckstelle über die zentrale Steuereinheit im Rucksack beseitigt.

Mangelerscheinungen in Bezug auf Flüssigkeit und Nahrung können wahlweise mittels akustischen Hinweis rechtzeitig mitgeteilt werden, oder in der Premiumvariante gleich durch die entsprechend Infusionseinheit beseitigt werden. Es gibt keinen Grund sein Training auf Grund von „Nebensächlichkeiten“ zu unterbrechen. Selbst das Problem des Müssens müssen gehört der Vergangenheit an.
Die ultramodernen Funktionsfaser der Beinkleider verarbeitet sämtliche Arten der Ausscheidung und verarbeitet dies in der Kleinbiogasanlage. Diese wiederum sorgt, in Zusammenhang mit den eingewebten Solarzellen für eine ausreichende energetische Versorgung des Eqipments.
Kurzfristige Energiedefizite werden mittels KERS (Kinetic Recovery System) aus der Muskulatur bei Verzögerungen des Laufstils aufgefangen. ……

Ich liebe das Laufen! 😉

Alltag kehrt wieder ein

Auch wenn´s vielleicht ein bisschen langweiliger klingt als ein Dämmermarathon, so richtig wohl fühle ich mich doch zu Hause in den Wäldern. Wenn ich am frühen Morgen alleine meine Runden drehen darf und einen neuen Tag begrüßen kann.
Da ist der Weg zur Arbeit eine Quelle der Kraft. Ich genieße jeden Meter den ich am Morgen Laufen darf. Und manchmal drehe ich hier und da sogar eine kleine „Extrarunde“!

Weil´s so schön ist! 😉

Und ein klein bisschen von dem tollen Erlebnis möchte ich Euch gerne zeigen!

Hier gibt´s noch ein paar kleine „Ausblicke“ von meiner Runde.

Dämmer Marathon Mannheim

Auf Grund der Tatsache, dass ich im Mai auf Grund des allgemein üblichen Gräserpollenfluges immer ein paar gesundheitliche Probleme habe, gab es in der Vergangenheit nie einen offiziellen Lauf. Dieses Jahr wollte ich es aber mal wissen. Und wenn´s sowieso schon nicht einfach ist, dann nehmen wir doch noch ein paar verschärfende Rahmenbedingungen hinzu.
Wie zum Beispiel das Laufen am Abend. Ich bin die letzten 5 Jahre habe ich bestimmt keine 10 Läufe am Abend absolviert. Dazu die ungeliebte Hitze!

Mal wieder was für den Kopf! 😉

Ich hatte uns ja ein Hotelzimmer in Mannheim gebucht damit wir nicht noch mitten in der Nacht zurück nach Hause fahren mussten. Also fuhren wir am Samstag um die Mittagszeit nach Mannheim. Zu meiner Schande absolutes Neuland für mich. Obwohl es gerade mal eine Stunde von uns weg ist.

Gegen 14:00Uhr konnten wir im Mercure Hotel Mannheim am Rathaus einchecken. Sauberes, empfehlenswertes Hotel im Standzentrum.

Danach ging´s in die City. Startunterlagen abholen und danach noch ein bisschen Sightseeing und Shoppen. Zeit war bis zum Start um 18:30Uhr ja noch genügend.

Meine Startnummer
Meine Startnummer

Überhaupt hatte ich mit der späten Startzeit überhaupt keine Erfahrungen. Zwar bin ich schon mal einen MH um die Ecke gelaufen, aber eben nur einen Halben!
Wie verhält es sich mit dem Essen?
Was esse ich am besten?
Wann esse ich am besten?

Keine Ahnung. Ich habe auf jeden Fall morgens gefrühstückt und gegen 14:00Uhr noch mal ein kleines Müsli zu mir genommen. Würde sich zeigen wie es ankommt!

Die Temperaturen waren knackig. In der Stadt stand die Luft und die Menschen suchten den Schatten und das Wasser.

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Gastbeitrag mit Gewinnchance

Vor ein paar Tagen hat mich Stefan gebeten an einer Umfrage für seine Diplomarbeit zum Thema „Bloggen“ teilzunehmen. Und da ich das Thema ziemlich spannend finde, möchte ich ihm hier die Gelegenheit geben noch ein paar meiner Leser zum mitmachen zu animieren!

Ich, also der Stefan Mayer [www.staff.uni-mainz.de/mayer] von der Uni Mainz hab den Gerd angeschrieben, ob er nicht mitmachen könnte bei einer Umfrage, die ich im Rahmen meiner Diplomarbeit durchführe. Das hat er auch gleich gemacht (Danke!) und mir sogar zusätzlich angeboten, einen kleinen Gastbeitrag zu schreiben, da es nicht nur um Blogger, sondern auch um deren Leser geht. Das mach ich also hier gerade …

Ich will also mal ganz genau wissen: Warum man bloggt, warum man Blogs liest, ob man sich untereinander kennt, womöglich sogar befreundet ist. Ob’s typische Blogger gibt – oder typische
Blog-Leser. Daher such ich natürlich möglichst viele Leute, die dabei mitmachen – egal ob Blogger, Leser, oder keines von beidem.
Logisch, oder? 😉

Als kleine Entschädigung für Eure stellt die Uni auch ein wenig Geld zur Verfügung, das man gewinnen kann: 5 x 50 EUR werden verlost! Außerdem kann man natürlich Ergebnisse über die Studie erhalten (dafür am Ende einfach seine Mail-Adresse hinterlassen, wird natürlich unabhängig von den Daten gespeichert, sodaß es anonym bleibt). Oder aber man kann sogar ein personalisiertes
Feedback erhalten, falls man möchte (dazu muß dann aber natürlich Mail-Adresse mit Daten verknüpft werden).

Wenn Ihr also ein Viertelstündchen bis zwanzig Minuten opfern könnt, dann schaut doch einfach mal unter hier:
Link zur Umfrage

Falls Ihr Fragen habt, könnt Ihr mich natürlich auch per Mail
(mayer@uni-mainz.de) oder twitter (@stmtweet) löchern 😉

Dank
und Grüße aus Mainz, Stefan

Mentale Stärke ist gefragt

Bei vielen Läufern, besonders bei denen welche die langen kanten bevorzugen, ist eine mentale Stärke besonders ausgeprägt. Zwar zähle ich mich noch nicht unbedingt zu den „Ultraläufern“, aber eine ausgeprägte mentale Stärke ist mir zum Glück auch gegeben. Ansonsten wäre es mir schon 2009 nicht vergönnt gewesen, meinen ersten Marathon zu absolvieren.

Für mich ist grundsätzlich ein gewisses Maß an Durchhaltevermögen erforderlich um seine Ziele zu erreichen. Und zwar unabhängig davon ob dies in Bezug auf´s Abnehmen, Rauchen aufhören, beruflich Karriere zu machen oder auf das Laufen ist. Manchmal dauert es halt ein bisschen länger.
Und auch Läufer wird man nicht in einem Monat!

Auf´s Laufen bezogen benötige ich diese Stärke in unterschiedlicher Weise.

  • Ob beim Marathon oder länger wenn´s anfängt weh zu tun. Wenn die Muskulatur sagt setze dich hin, Trinke und Esse etwas und dann lege die Beine hoch.
  • Beim morgendlichen Aufstehen wenn ich zur Arbeit laufe und draußen ist es dunkel, es regnet und es ist bitter kalt.
  • Wenn es im Odenwald immer weiter bergauf geht, und ich auch die Möglichkeit hätte bergab zu laufen.
  • Wenn man bei Kilometer 45 an der Verpflegung steht und beim Loslaufen die Beine eigentlich nur noch zum Stehen taugen aber nicht mehr zum Laufen.
  • usw., usw…………….

Ich suche solche Punkte. Ob ich nun den Churfranken Trail Run angehen möchte, oder am kommenden Samstag den Dämmer-Marathon in Mannheim laufe. Zwei völlig unterschiedliche Läufe, die mich jedoch 100%ig wieder die mentale Stärke benötigen.
Beim einen sind es die 74 Kilometer und die 1.800 Höhenmeter, und am Samstag wird es die ungeliebte Tageszeit und die angekündigten Temperaturen sein. Beides Dinge die ich grundsätzlich überhaupt nicht mag, und trotzdem freue ich mich auf den Lauf!

Es wird immer wieder Punkte in meinem Läuferleben geben, in dem die mentale Stärke ausschlaggebend ist um weiter zu machen. Die meisten sind unbekannt und im Vorfeld nicht planbar. Es sind die Punkte, deren Überwindung und Bewältigung einen Stark machen. Sportlich, beruflich und auch privat.

Und vielleicht ist es genau der Grund, weshalb ich Laufe!

Wenn´s mal wieder etwas länger dauert

Am allerliebsten mag ich es ja, wenn ich keinerlei genaue Vorstellungen habe wie der heutige Lauf sich entwickelt. Zwar überlege ich mir schon die ungefähre Richtung ob etwas hügeliger durch den Wald oder die flache Variante über die Felder, aber wenn´s die Zeit zulässt stehen genauer Streckenverlauf und vor allem Streckenlänge in den Sternen.  :unsure:

Das ist der große Vorteil wenn man von zu Hause startet. Einfach Schuhe an und loslaufen!
Dadurch dass man sich in der Umgebung auskennt, kann man kurzfristig entscheiden wie man Laufen möchte. Hier noch ne Runde, da einen Schlenker, das Örtchen noch mitnehmen usw.
Und gleichzeitig hat man ungefähr die noch ausstehenden Kilometer im Auge wenn´s mal eng wird mit der Kraft
So war´s auch heute geplant. Ein lockeres Läufchen über die Felder und Nachbardörfer sollte es werden. Ich hatte die Hoffnung gehegt es würde endlich mal richtig regnen und die Luft von den fiesen Gräserpollen reinigen. Aber irgendwie war´s mir nicht vergönnt. Heute Morgen war alles genauso staubig wie die letzten Wochen.
Nichtsdestotrotz habe ich mir vorgenommen meine Pulsuhr zu ignorieren. Und ich muss sagen es hat super geklappt. Zwar gibt´s schon den einen oder anderen Blick auf die Uhr, aber in erster Linie um ein wenig die Zeit im Auge zu behalten. Puls habe ich zu 100% 95% ignoriert und bin nur nach Gefühl gelaufen. Einfach versucht ein gleichmäßiges Tempo zu gehen bei dem ich mich am wohlsten gefühlt habe.
Hat funktioniert. Bis Kilometer 25 war´s richtig locker. Fast schon beängstigend. Danach wurde es ein bisschen härter. Was aber auch daran lag, dass ich nüchtern unterwegs war und auch meine Wasservorräte ein wenig knapp bemessen waren. Aber in Dieburg konnte ich bei der Verwandtschaft nochmal nachfüllen und so gab es auch keine Probleme auf den letzten Kilometern.
Aber am Schluß war ich nach 30,5 Kilometern und 3:25 Stunden froh endlich zu Hause zu sein. Das fiese ist immer an den Sonntagsläufen, dass es überall zum Mittag hin so lecker duftet. Und wenn man dann auch noch nüchtern unterwegs ist, läuft einem das wenig vorhandene Wasser auch noch im Munde zusammen! 😉

Hier mal ein paar Impressionen von der Strecke.

Lockerer Lauf durch die Dörfer
Lockerer Lauf durch die Dörfer

Laufroute 972968 – powered by Runmap 

Ach, geregnet hat´s übrigens auch noch. Aber erst genau zu dem Zeitpunkt als ich zu Hause am Hoftor stand. 😥
Da musste ich mich einfach noch mal 5 Minuten in den Regen stellen und die angenehme Luft genießen!

Bei der Auswertung der Daten auf meinem Garmin ist wieder aufgefallen, dass die Herzfrequenz ungefähr 5-10% höher liegt als „normal“. Ich gehe aber fest davon aus das dies an den Gräserpollen liegt. Und solange ich keine größeren Probleme habe, geht das auch noch in Ordnung.

Aber so ein bisschen Landregen würde ich mir die nächsten Tage schon wünschen. :unsure:

Auf der Suche nach der Lockerheit

Nachdem ich augenblicklich beim Laufen eine angenehme Gelassenheit gegenüber sämtlichen Rahmenbedingungen verinnerlicht habe, bin ich eigentlich davon ausgegangen, dass meine Läufe wesentlich lockerer von statten gehen.
Leider ist dies nicht der Fall!

Im Augenblick dauert es fast 5-10 Kilometer bis ich in einen lockeren Laufstil verfalle. Die ersten Kilometer sind eigentlich grundsätzlich verkrampft. Der Puls geht zu schnell in die Höhe ohne das ich jedoch gleich am Anschlag laufen muss. Das ist noch Luft nach oben.
Und alles trotz der Tatsache, dass meine Rückenschmerzen unter den zwei Behandlungen bei meiner Chiropraktikerin, sich wesentlich gebessert haben. Die Blockaden sind beseitigt und der Rücken fühlt sich wesentlich beweglicher an.
Zusammen mit meinen Übungen und der zukünftigen Teilnahme an dem KiDo Inbob Kurs, den mein Arbeitgeber bei uns anbietet, werde ich hier hoffentlich auch bald die notwendige Stabilität bekommen.

Vielleicht liegt es daran, dass ich das Laufen noch nicht als „Selbstverständlichkeit“ verinnerlicht habe. Es ist immer noch ein „Ereignis“ mit dem ich vielleicht zu sehr beschäftige. Keine Ahnung an was es liegt.
Aber eigentlich ist es auch egal. Ich gehe einfach fest davon aus, dass ich irgendwann einfach nur Laufe.
Laufen und die Natur genießen.
Ohne Zwänge (mal davon abgesehen das ich unter der Woche schon noch arbeiten muss 😥 ), nur auf Grund der Tatsache das ich einfach laufen möchte.

Ich werde zwar auch in knapp 10 Tagen den „Dämmer Marathon“ in Mannheim laufen, aber lediglich wegen der Stimmung an der Strecke und dem Reiz in die Nacht hineinzulaufen. Was dabei rauskommt ist mir im Prinzip egal.
Hauptsache ich kann es genießen und habe meinen Spaß dabei! B-)

Vielleicht liegt es auch an den aktuell heftigst fliegenden Gräserpollen. Die sind im Augenblick ja schwer unterwegs und haben mir schon oft das Laufen schwer gemacht.

Aber egal was es auch ist, ich lasse mir das Laufen nicht vermiesen. Dann dauert es hier und da mal wieder ein bisschen länger, oder der Puls liegt ein bisschen höher wie üblich.

Alles geht vorbei!
Aber dem Laufen bleibe ich treu! :good: