Churfrankenlauf – Rückblick in Bildern

Ein paar Tage sind vergangen. Die Endorphine haben sich wieder einigermaßen beruhigt und der Muskelkater legt sich auch von Tag zu Tag!
Der Stolz bleibt. 😉

Hier mal ein kleiner Auszug von Bildern wie´s meine beiden Mädels erlebt haben.

Samstag am Main
Samstag am Main
Einlauf auf der Clingenburg
Einlauf auf der Clingenburg
Warm war´s!
Warm war´s!
Zweifel und Traurigkeit
Zweifel und Traurigkeit
Angst vor der Kurve
Angst vor der Kurve
Endlich die letzten Meter
Endlich die letzten Meter
Knapp war´s!
Knapp war´s!

Und hier noch ein paar offizielle Fotos von Christoph Herwig.

Fachgesimpel am Start
Fachgesimpel am Start
Nachdenklich?
Nachdenklich?
Erster Anstieg in Miltenberg
Erster Anstieg in Miltenberg
2. Etappe - Die Weinberge hinauf
2. Etappe - Die Weinberge hinauf
Anstieg Königsetappe Collenberg - Laufen für den Fotografen
Anstieg Königsetappe Collenberg - Laufen für den Fotografen
Zieleinlauf - Passt!
Zieleinlauf - Passt!

Bis zum nächsten Jahr!
Ich freue mich darauf!

Keep Running!

Ich habe Ultra – Von einem der Auszog die Churfranken-Trails zu bezwingen

Meins
Meins

Als ich vor knapp 4 Jahren meine ersten 3,9 Kilometer schnaufend und schwitzen absolviert habe, hätte ich nie im Traum daran gedacht das ich irgendwann mal 10,5 Stunden unterwegs bin um ein T-Shirt zu ergattern. Aber es zeigt mir, dass vieles im Leben möglich ist wenn man nur will.
Und ich wollte!

Los ging es am Samstag. Zusammen mit meinen beiden Mädels fuhr ich nach Miltenberg. Hotelzimmer für mich beziehen und ein bisschen in der Stadt bummeln. Schließlich war herrliches Spätsommerwetter und Miltenberg ist immer einen Besuch wert.
Gegen 16:00 Uhr machten wir uns dann auf den Weg zur Volksbank Miltenberg. Dort war Startnummerausgabe und Briefing für den kommenden Tag.
Neben der Startnummer, Streckenbeschreibung und dem tollen Shirt, gab´s für jeden Teilnehmer noch ein Laib Brot!
Heute weiß ich warum. 😉

Nach dem Briefing ging´s zum Pizzaessen. Schließlich brauchte der kommende Tag ein paar Kalorien auf Reserve!
Gegen 8:00Uhr haben mich dann meine beiden Mädels Richtung Heimat verlassen und ich machte mich auf den Weg in´s Hotel. Schließlich sollte ab 4:00Uhr die Nacht ein Ende finden. :wacko:

Ausnahmsweise schlief ich heute mal schlecht. Ständig wachte ich auf und wälzte mich unruhig im ungewohnten Bett.
War wohl doch aufgeregter als sonst. 🙂
Und müde als nach gut 5 Stunden Schlaf der Wecker klingelte.

Und die zwei Rosinenbrötchen mit Honig ließen die Lebensgeister auch nicht so richtig in die Gänge kommen. Jedenfalls drückte ich mich noch lange im Bett herum, bevor ich mich startfertig machte und meine Sachen packte.
Kurz vor halb 6 machte ich mich dann auf den Weg zum Start. Ein Kilometer ein bisschen „warm“ laufen. Bei angenehmen Temperaturen um 10°C fühlte ich mich richtig wohl.
Wohl wissend das dies leider den Tag über nicht so bleiben sollte.

Am Start habe ich gleich Silvio und Torsten getroffen. Eigentlich wollten die beiden Brüder den Lauf als Staffel absolvieren. Aber eine schwere Bronchitis hat Silvio aus dem Rennen geworfen.
Da hat sich Torsten dazu bereit erklärt das Ding alleine zu laufen. Für jemanden der bisher maximal einen Marathon gelaufen ist eine mutige Entscheidung.
Und wenn man dann auch noch in 7:58:55 h den 16.ten Gesamtplatz erringt, dann ziehe ich ehrfurchtsvoll meine Hut!
Ganz großen Respekt Torsten. Das hast Du sauber hingekriegt!!

Kurz vorm Start kam auch noch Tobias Hegmann, der letztjährige Sieger vorbei, um mir Glück zu wünschen. Ein paar kurze Worte gewechselt und ihm alles Gute für den Lauf und die erfolgreiche Titelverteidigung gewünscht. Das Treffen im Ziel hat leider nicht mehr geklappt. Dafür war ich ein wenig zu lange unterwegs. 😉
Aber Tobias hat seinen Titel mit neuer Bestzeit, und verlängerter Strecke in sensationellen 5:56:52 h  eindrucksvoll verteidigt. Eine Wahnsinnsleistung diese Strecke mit einem Schnitt von 4:48min/km runterzuspulen. Dazu meinen tiefsten Respekt und natürlich herzlichen Glückwunsch zur Titelverteidigung!

Meine Ambitionen waren dagegen ein wenig niedriger angesiedelt. Hauptsache finishen war mein Motto. Und wenn´s geht natürlich in der Karenzzeit von 10:30:00h.
Sollte sich herausstellen das dies schwer genug werden würde. 😉

Punkt 7:15Uhr machten sich die Ultraläufer und die Staffeln auf den Weg zur anderen Mainseite. Hinter einem Polizeiauto ging´s bis zur Altstadt. Dann gleich bergauf Richtung Wald und ersten Anstieg!


Vom Start weg befand ich mich in der Obhut des MTB´s welches das Feld abschloss. Lieber die Sache ein wenig zurückhaltender angehen, schließlich lagen noch weit über 70 Kilometer vor mir.

Wie von Steffen empfohlen ging ich bereits die ersten Anstiege. Erstens bin ich laufend auch nicht schneller, und zweitens kannte ich die kommenden Anstiege ja bereits. Schön wenn man von erfahrenen Ultras Tips bekommt und diese dann auch in die Tat umsetzt. 😉
Zusammen mit mir quälten sich noch zwei weitere, erfahrene Ultraläufer den ersten Anstieg hoch.
Ewald Komar, der letzte Woche in gut 120h den Horb-Berlinlauf finishte, und Bernd Hertinger, der am Tage zuvor noch einen Marathon gelaufen war. Also war ich in sehr elitärer Runde am Ende des Feldes.
Bei Kilometer zwei bemerkte ich übrigens das ich vergessen hatte meinen Garmin zu drücken. Und das mir, der doch ganz verrückt auf seine Statistiken ist. 😉
Es kam dann aber noch schlimmer. Aber dazu später mehr!

Ich habe bereits an den ersten Anstiegen festgestellt, dass ich beim bergauf gehen einen relativ schnellen Schritt drauf habe und diesen auch schön gleichmässig halten kann. Jedenfalls habe ich den einen oder anderen wieder ein- und überholt. Hielt jedoch immer nur bis zum nächsten Flachstück. 😉
Da musste ich entweder mal kurz in die Büsche, oder die anderen waren einfach schneller als ich!

Jedenfalls hielt ich mich die ersten 5 Kilometer immer unter den letzten 5 Läufern des Feldes auf, bevor die Staffelläufer, welche 15 Minuten später gestartet waren, einer nach dem anderen an uns vorbeizogen. Von vielen kam aufmunternder Beifall was einen schon ein wenig freut. Für mich war einfach wichtig meinen Rhythmus zu finden, was in dem ganzen Gewusel nicht ganz so einfach war.
Da war es gut das ich ein bisschen Musik auf den Ohren hatte und mich ein bisschen abschotten konnte!

nach Kleinheubach
nach Kleinheubach

Nach gut 45 Minuten war der erste Anstieg bewältigt und es ging bergab in Richtung Kleinheubach. So richtig wohl fühlte ich mich nicht. Irgendwie kam ich nicht in die Gänge.
Mein Gel hatte ich im Vorfeld komplett in eine Trinkflasche umgefüllte. So konnte ich prima alle 45 Minuten etwas zu mir nehmen ohne diese Fummelei mit den Gelpackungen zu haben.
Dazu gab´s ab und an ein paar Rosinen (Danke für den Tipp Margitta :rose: ) und einen Schluck aus dem Camelbak!
Nach 01:21:55 h, und als Letzter der Ultrawertung , passierte ich das Ziel der ersten Etappe in Kleinheubach.
Und ich fühlte mich echt nicht wirklich gut! :negative:

Aber die Strecke war noch lang und es konnte noch so viel passieren. Aber den Sieg schrieb ich in diesem Augenblick erst mal ab! :whistle:

Bei Kilometer 12,4 ging´s wieder hoch in die Weinberge. Der Beginn eines Anstieges von gut 5 Kilometern, der meines Erachtens der heftigste auf der ganze Strecke ist. Da sind Passagen dabei, die erinnern eher an einen Klettersteig als an eine Laufstrecke. Entsprechend lag mein Puls sogar beim Gehen am Anschlag. Trotzdem konnte ich wieder an ein paar Läufern vorbeiziehen.

bei 14 sah´s mies aus
bei 14 sah´s mies aus
knackige Trails (Klettersteig)
knackige Trails (Klettersteig)

Überraschenderweise ging es mir von Minute zu Minute besser. Wahrscheinlich zeigte die eingeschmissene Salztablette Wirkung. Denn trotz der bisher noch moderaten Temperaturen von ca. 12°C schwitze ich in der Sonne schon extrem. Auch hier nochmal Danke Steffen für deinen Tipp!

Flachstück nach Collenberg
Flachstück nach Collenberg

Nachdem der Weg nach unten wieder bewältigt war, welcher übrigens nicht viel einfacher als der Anstieg war (WOW hat das weh getan), kamen ein paar „flache Kilometer“ den Main entlang. Hier ging mein Puls auf einmal auf 130% nach oben. Sagte jedenfalls mein Garmin. :wacko:
Als ein paar Minuten später dann gar kein Puls mehr vorhanden war dachte ich schon es ist vorbei. Zum Glück war´s wahrscheinlich nur die Batterie des Brustgurtes, bei der ich am Vortag wohl eine „Montagsbatterie“ eingelegt hatte. :negative:

Toll. Erst zu spät auf Start gedrückt und jetzt auch keinen Puls mehr. Das konnte ja noch heiter werden!

An der Wechselzone von der 2. zur 3. Etappe in Collenberg gab´s zwei Saltsticks. Erstens hatte ich Respekt vor dem kommenden 5 Kilometer langen Anstieg, und außerdem wurde es langsam richtig warm für die Königsetappe des Churfrankenlaufes.
Und es war ein gute Entscheidung!

Am Anstieg schloss ich wieder zu Bernd Hertinger auf und konnte mich ein bisschen übers Laufen unterhalten. Immer wieder schön wenn man von einem erfahrenen Ultra ein paar Geschichten und Tipps erfährt. Außerdem baut es auf wenn man hört das es „nur“ noch ein Marathon ist. 😉

Not for me!
Not for me!

Jedenfalls geht es wesentlich besser wenn man nicht alleine unterwegs ist.
Gegen Ende des Anstieges fiel Bernd leider wieder etwas zurück und ich wollte meinen flüssigen Gang weiter bei behalten um nicht aus dem Rhythmus zu kommen, war mir aber sicher, dass er bald wieder zu mir aufschließen würde. Spätestens beim nächsten Flachstück würde er wieder vorbeiziehen.

oben
oben

Nach 34,5 Kilometern und gut 4,5 Stunden war es dann geschafft. Der letzte „lange“ Anstieg war gemeistert. Und selten habe ich mich über so eine Nachricht auf dem Boden gefreut. Ich glaube ich habe laut gelacht als ich es gelesen habe!

Beim kurzen Bergabstück und an der Verpflegungsstation habe ich mindestens 6 Ultraläufer überholt. Jedoch nicht ohne mit den meisten ein paar nette Worte wechseln zu können.
Ist schon ein tolles Volk bei den Ultras. 😉

Zwischendrinn gab es immer wieder wunderbare Ausblicke in die Täler welche noch mit Nebel gefüllt waren.
Was bin ich doch ein Glückspilz das ich so etwas erleben darf!

Traumausblicke
Traumausblicke

So langsam näherte ich mich Klingenberg. Dort wollte ich mich ja mit meinen beiden Mädels treffen und die Blase meines Camelbak austauschen. Ich meldete mich kurz telefonisch an, nach dem ich mal kein Funkloch hatte, und teilte meine Entscheidung mit den Camelbak gänzlich abzulegen und nur noch das „kleine Gedeck“ mitzuführen. Die Verpflegung war so toll und regelmässig, dass ich mir die Schlepperei einfach auf den letzten Kilometern ersparen wollte.

Heiß war´s und kein Schatten
Heiß war´s und kein SchattenKilometer_40

Aber vorher musste ich mich noch durch die Felder um Röllbach quälen. Die Hitze war nun schon ziemlich unangenehm und außerhalb des Waldes brannte die Sonne ziemlich heftig auf mich herunter. Als ich Kilometer 40 absolvierte träumte ich von einem kühlen Bier und einem fetten Schweinebraten. Musste leider noch ein bisschen warten. 😉

Schließlich waren die Temperaturen schon über 20°C angestiegen und ein paar Höhenmeter standen auch noch auf dem Programm! Fast hätte ich vergessen meine ersten 6-Stunden-Lauf zu feiern. Ergab sich, dass der auch noch mit auf dem Programm stand. Aber da ich ziemlich einsam auf der Strecke lief und der Sekt gerade aus war, gab´s außer einem kurzen Schulter klopfen keine große Feier.
Ab jetzt war´s absolutes Neuland für mich. So lange war ich noch nie unterwegs.

Mittlerweile war Bernd wieder zu mir aufgeschlossen und an mir vorbeigezogen, während ich einfach mal kurz innehielt um den fantastischen Ausblick von den Weinbergen an der Clingenburg Richtung Klingenberg zu genießen. So viel Zeit musste einfach sein.
Schließlich hatte ich mich auf den Augenblick richtig gefreut!

Klingenberg
Klingenberg

Ein Blick auf die Uhr zeigte mir aber das es langsam auch zeitlich ein bisschen knapp werden würde. Schließlich war die späteste Durchgangszeit in Elsenfeld 15:30Uhr. Wer danach vorbei kommt wird aus dem Rennen genommen.

In der Wechselzone auf der Clingenburg kamen zum ersten Mal meine beiden Mädels dazu. Auch wenn ich wenig Zeit hatte, einen dicken Schmatz und ein paar nette Worte darüber wie „gut ich noch ausschaue“ (Danke mein Schatz) helfen doch über den einen oder andern Schmerz hinweg!

"Gut siehst Du noch aus" ;-)
„Gut siehst Du noch aus“ 😉

Den Camelbak schnell noch übergeben, ein paar Saltsticks eingeschmissen und mit reichlich Flüssigkeit nachgespült, ein paar Rosinen hinterher und schon ging´s weiter zu dem nächsten Anstieg zum „Klingenberger Galgen“!

Ganz böse Treppenstufen geht es da hoch. Wieder mal Zeit beim „Hochgehen“ ein bisschen mit Bernd zu plaudern.
„Wenn mal die 5 vorne steht ist´s nur noch ein Kinderspiel“ 😉

Beim nächsten Flachstück musste ich Ihn dann ziehen lassen. Zwar blieb er immer in Sichtweite, aber drannbleiben war nicht. Und das obwohl er von dem gestrigen Marathon noch „schwere Beine“ hatte. Respekt!

Und dann kam sie.
Die 50!!
Eine absolut geile Zahl.

50km hat schon was!
50km hat schon was!

Jetzt ist´s nur noch ein bisschen mehr wie „Halbmarathon“!
So richtig glücklich war ich über das „nur“ in dem Augenblick eigentlich nicht. Mein Körper erzählte mir schon seit Kilometern das er keinen Bock mehr auf Laufen habe.
Zum Glück bin ich derjenige der entschiedet wozu ich Bock habe! 😉

Die folgende Bergabstrecke an Mechenhard vorbei machte nicht so richtig Spaß. Die Hitze und das bergab laufen machten mir bei jedem Schritt zu Schaffen. Ich freute mich auf den kommenden Wald und hoffte das der Schatten ein wenig half.
Tat es auch, aber dafür ging´s wieder knackig nach oben. 😉

Heiß war´s und kein Schatten
Heiß war´s und kein Schatten

Man kann halt nicht alles haben!
Die folgende Passage bergab machte es aber auch nicht besser. Ab einem gewissen Zeitpunkt geht´s weder bergauf, noch bergab so richtig gut. Jedenfalls was das Laufen anbelangt.
Gehen ging immer! 😉

Aber ein Blick auf meine Uhr zeigte mir an, dass mit „nur Gehen“ die Zeit nicht reichen würde. Also Ar….backen zusammenkneifen und weiterlaufen.
Und ihr könnt mir glauben. Das tat nun richtig weh!

In knapp 8 Stunden erreichte ich die Wechselzone in Elsenfeld. Und zur großen Freude waren meine beiden Mädels auch da. Sie hatten sich kurzfristig dazu entschlossen mich nochmal anzufeuern. Wohl wissend, dass es ziemlich knapp werden würde!
Jedenfalls reichte es vor der Zeit um wieder weiterzulaufen und die letzte Etappe in Angriff zu nehmen.
Schwer wieder anzutraben!
Zumal mit der Gewissheit das es noch eine richtig lange Etappe werden würde. Und die Zeit bis zum Ziel „nur“ noch 2,5 Stunden betrug.
Normalerweise für eine Strecke von knapp 17 Kilometer eigentlich reichlich. Aber wenn man absolut keine Reserven mehr hat und die Temperaturen schon weit über 20°C liegen, ein verdammt hartes Stück Arbeit!

Kilometer 60
Kilometer 60

Kurz nach Elsenfeld absolvierte ich dann den Kilometer 60. Und ich war ziemlich im Ar…..! Mitten im Feld brannte die Sonne unerbittlich herunter. Und das kommende Gelände war mit dem ständigen hoch und runter nicht unbedingt was zum Erholen.
Zum Glück hatte ich an der letzten Wechselzone wieder zwei Läufer in Sichtweite. In der Hoffnung das es gemeinsam besser läuft gab ich nochmal ein wenig Gas und versuchte zu den beiden aufzuschließen.

Kurz vor Kilometer 62 schloss ich auf und fragte ob mich die beiden mitnehmen würden.
Mit dem kurzen Hinweis das ich wohl zu schnell für die beiden sein würde, wurde von mir mit einem heftigen Kopfschütteln wiederlegt, waren wir nun zu dritt unterwegs um die letzten Kilometer zu absolvieren.

Meine Laufkumpanen waren nun Bernd Kalinowski und Udo Preetz. Wieder zwei erfahrenen Ultraläufer die es mir wieder ein bisschen einfacher machten durchzuhalten.
Wenn man sich überlegt das man eigentlich kaum Luft zum Atmen hat, finde ich es immer wieder erstaunlich wieviel doch auf so einem Lauf doch gequatscht und gelacht wird.
Schön war´s! 😉
Bei der letzten Verpflegungsstation gab´s nur noch zwei Cola. Ehrensache das man die aufteilt.
Den letzten Saltstick runtergespült und noch mal ein paar Rosinen in den Mund geschmissen. Auf geht´s!

Leider war nun die Uhr unser wichtigstes Antriebsmittel. Die Zeit schmolz dahin und vor allem Bernd drängte immer wieder zum Laufen.
Gar nicht so einfach wenn alles unterhalb der Ohren nicht mehr Laufen kann! 😉

Trotzdem hatten wir noch Muse ein letztes Bild zu machen.

Einfach nur WOW!
Einfach nur WOW!

Fette 70 Kilometer hatte ich nun in den Beinen und war 9 Stunden und 55 Minuten in Bewegung.
Nur noch 35 Minuten für die letzten 4 Kilometer. Und bergauf ging´s auch noch mal ziemlich knackig. Mein großes Ziel innerhalb der Zeitgrenze von 10:30 h zu finishen zerfloss wie Eis in der Sonne. Zwar empfand ich in dem Augenblick dies als gar nicht so tragisch. Mein T-Shirt hätte ich auch ohne offizellen „Zeit“- Finisher mit stolz getragen.
Ich konnte einfach nicht mehr!

Aber da kamen mir die Worte von Margitta wieder in´s Gedächtnis.
„GIB NIE AUF ! ES GEHT IMMER WEITER DU BIST VIEL STÄRKER ALS DU DENKST.“

Dazu das ständige Anfeuern von Bernd trieben mich immer weiter und weiter. Bei Kilometer 73 waren auf meiner Uhr nur noch 7 Minuten. Dazu die Aussage von Marco das der letzte Kilometer leider 1.200 Meter lang ist machten es nicht unbedingt einfacher.
Bernd der bereits einige hundert Meter vor mir lief schrie immer wieder das ich es schaffe.
Wir müssen ein grandioses Bild abgegeben haben.
Schreiend und keuchen wie die Irren durch den Wald zu rennen. 😉

Endlich tauchte der Waldrand auf und ich erkannte die letzten Meter Richtung Ziel.
Mein Blut pochte in den Ohren und ich hatte Angst das meine Beine einfach nur wegknicken.
Absolut keine Kraft mehr.
Alles leer. Akku alle!

Dann sah ich den Zieleinlauf. Silvio und Torsten standen an der Abzweigung zum roten Teppich.
Ein gequältes „Schaffe ich es noch“ kam über die Lippen.
In der Kurve dachte ich „die Kurve kriegst Du nie“.

Ich sehe meine Frau, meine Tochter und dann die Uhr!
10 Stunden 28 Minuten und 40 Sekunden!
Da wäre sogar noch Zeit gewesen! 😉

Mit 10:28:44 h laufe ich über die Ziellinie.
Ich habe es geschafft.
Ich habe diese verdammten 74 Kilometer und 1.800 Höhenmeter in der vorgeschriebenen Zeit besiegt!

Den letzten Kilometer bin ich übrigens in 5:19min/km gelaufen! 😉
Danke Bernd. Danke Margitta!

Danke an alle die mich auf dem Lauf begleitet haben.
Vor allem meinen beiden Mädels. Ihr habt bis zum Schluss an mich geglaubt! :rose:

Danke an alle Helfer an den tollen Verpflegungsstadionen, die immer ein freundliches Wort für einen hatten!
Danke an die Freiwilligen Feuerwehren, die uns sicher über die Straßen geführt haben!
Danke an die freiwilligen Helfer der medizinischen Versorgung, die immer nach einem geschaut haben!
Danke an Steffen für die guten Tipps hinsichtlich der Renneinteilung und Verpflegung!

Danke vor allem an Marco und Paul für diesen grandiosen Lauf!
Ich freue mich schon wieder auf nächstes Jahr!

Danke an alle die mich auf Facebook so toll angefeuert und unterstützt haben!

Sollte ich irgendjemanden vergessen habe so möge er mir verzeihen. Ich werde es nachholen so bald wieder ausreichen Sauerstoff in meinem Kopf zu Verfügung steht!

Danke! Danke! Danke!

Habe ich mir redlich verdient
Habe ich mir redlich verdient

PS: Die nächsten Tage gibt´s bestimmt noch ein paar Fotos.
Der Bericht ist zwar ziemlich lang, aber das Rennen war´s ja auch! 😉

Keep Running!

Churfrankenlauf auf Facebook

Da ich am Sonntag ja ein paar Stündchen unterwegs sein werde, und ab und an vielleicht die Gefahr besteht das es ein bisschen einsam und langweilig auf der Strecke wird, habe ich mich dazu entschlossen ein paar „Liveberichte“ und Impressionen während des Laufes auf Facebook zu veröffentlichen.

Live auf Facebook
Live auf Facebook

Ich hoffe es gibt nur positive Nachrichten und tolle Impressionen von der Strecke. Wenn nicht bin ich natürlich für jegliche Unterstützung dankbar! 😉
Das Wetter soll ziemlich warm werden. Macht die ganze Sache nicht viel einfacher.

Wetter Churfrankenlauf Sonntag
Wetter Churfrankenlauf Sonntag

Aber damit muss ich leben. Ist halt so wenn Engel reisen! 😉

Ich freue mich auf Sonntag!
Keep Running!

Auf zu neuen Ufern – Churfrankenlauf 2011

So langsam wächst die Freude auf mein diesjähriges „Läuferhighlight“, den Churfrankenlauf am kommenden Sonntag. Der Infekt ist auskuriert und Körper und Kopf fühlen sich gut an.
Wobei schon ein Riesenrespekt vor der Strecke besteht. Zum Glück bin ich die einzelnen Etappen ja schon abgelaufen und weiß nun was auf mich zukommt. Das beruhigt und beunruhigt gleichzeitig. 😉

Die meisten Bedenken habe ich vor der Gesamtdauer der körperlichen Belastung. Im Augenblick gehe ich von einer Gesamtlaufzeit von über 9 Stunden aus. Das ist, zusammen mit den knackigen Anstiegen, schon ein richtiges Brett das da am Sonntag auf mich wartet.
Aber schließlich habe ich es mir ja selbst ausgesucht!

Die augenblickliche Wetterprognose vermeldet zudem herrliches Spätsommerwetter. Natürlich toll für die Zuschauer, aber bei angekündigten Temperaturen von 24°C fast schon wieder ein bisschen warm für mich. Ich hoffe in den Wäldern hält sich die Hitze ein wenig zurück.

Rein landschaftlich wird es einer meiner bisher schönsten Läufe. Die Streckenführung die hier gewählt wurde ist wirklich ein Traum. Abwechslungsreich und anspruchsvoll!

Ich werde bereits am Samstag mit meiner Familie anreisen und den Nachmittag gemeinsam in Miltenberg verbringen. Um 17:30Uhr gibt´s ein Briefing und Vortrag im großen Churfrankensaal in der Raiffeisen-Volksbank Miltenberg und die Startunterlagen können abgeholt werden.
Danach werde ich mit meinen beiden Mädels ein gemeinsames Pizza essen als „letzte Vorbereitung“ genießen, bevor mich meine beiden Mädels verlassen. Ich selbst werde wegen der frühen Startzeit um 7:15Uhr in Miltenberg übernachten.
Normalerweise schlafe ich ja die Nacht vor einem Lauf wie ein Brett. Ich gehe mal davon aus dies wird auch am kommenden Wochenende der Fall sein.
Und frühes Aufstehen bin ich ja gewohnt! 😉

Meine beiden Mädels treffe ich dann hoffentlich Sonntags wieder auf der Clingenburg. Ich gehe mal davon aus, dass ich dort so gegen 13:00-13:30Uhr einlaufen werde. Hoffentlich. 😉
Geplant ist dann der Austausch der Trinkblase des Camelbak. Ich hoffe ich sehe dann nach ca. 47 Kilometer noch einigermaßen gut aus und kann die letzten knapp 30 Kilometer in Angriff nehmen.

Zur geplanten Siegesehrung gegen 15:00Uhr werde ich leider noch nicht in Sulzbach anwesend sein, möchte aber im voraus dem Sieger schon mal meine herzlichen Glückwünsche und meinen Respekt aussprechen.
Und natürlich hoffe ich darauf, dass auch zum späteren Zeitpunkt noch ein paar Läufer und Zuschauer im Ziel anwesend sind. Ich gehe fest davon aus es wird viel zu erzählen geben! 😉

Ich freue mich auf das bevorstehende Abenteuer und hoffe natürlich am nächsten Montag einen postitiven Bericht über meinen ersten „langen“ Ultra verfassen zu können.

Keep Running!

New Balance Minimus

Heute kam Post von Zalando. Der Postbote kommt bei uns übrigens nicht nackt! 😉
Ich hatte ja schon lange mit einem „minimalistischen Laufschuh“ geliebäugelt und sehnsüchtig auf den New Balance Minimus gewartet.

Und heute kam er nun endlich zu mir nach Hause. :yahoo:

NB Minimus
NB MinimusDa

Ich hatte ja immer bei den Five-Fingers gezögert, da mir das „Gefühl eines Schuhs“ doch ziemlich wichtig ist. Und da passt der Minimus genau in´s Konzept.
Die exakte Bezeichnung ist übrigens „New Balance MT 10 RD„, wobei die letzten beiden Buchstaben die Farbe kennzeichnen!

Der Minimus in der vorliegenden Trailvariante wiegt gerade mal 201 Gramm und hat eine Vibram Außensohle. Die Sprengung beträgt 4mm.

Natürlich habe ich ihn gleich mal angezogen und bin vom ersten Feeling her beeindruckt.
Gelaufen wird er aber frühstens am Dienstag auf einer kurzen „Kennenlernstrecke“. Zwar ist meine Erkältung abgeklungen, aber ich möchte kein Risiko eingehen für den Churfrankenlauf am kommenden Wochenende. Einfach ab Mitte der Woche nochmal die Beine und den Körper locker wieder an´s Laufen heranführen, um dann am Wochenende einen hoffentlich tollen Lauf in toller Landschaft zu absolvieren!

Danach werde ich ausgiebiger zum testen des neuen Minimus kommen und auch entsprechend einen ausführlichen Bericht darüber verfassen.
Auch wenn das Stillhalten im Augenblick ziemlich schwer fällt! 😉

Keep Running!

Muss das sein??

Jetzt hatte ich die beste Vorbereitungszeit seit Jahren.
Keine Verletzung!
Keine Erkältung!
Optimales Gewicht!
Keine Probleme!

Und jetzt das! Wie bereits erwähnt hatte ich ja schon am Tag vor dem Darmstadt Marathon Magenprobleme. Da sich die Sache aber gelegt hatte und ich während des Marathon keinerlei Probleme hatte, dachte ich die Sache wäre vergessen.
Dachte ich!

Nachdem ich letzten Dienstag und Mittwoch dann wieder Probleme mit Magenschmerzen und starken Kopfschmerzen bekam, wurde ich schon ein bisschen unruhiger. Aber zwei Tage Bettruhe und ein bisschen Tee haben die Sache dann doch relativ schnell wieder korrigiert.

Bis zur Nacht von Samstag auf Sonntag.
Starker Durchfall und Magenschmerzen.Dazu leichter Schnupfen und Gliederschmerzen.
Toll! Das alles zwei Wochen vor dem Chrufrankenlauf.
Braucht kein Mensch.

Zwar geht es mir heute schon wesentlich besser, und ich werde auch Morgen wieder arbeiten, aber an Laufen ist im Augenblick noch nicht zu denken.
Ich werde jetzt erst mal bis zum Wochenende die Beine still halten und schauen das ich auch wirklich alles verarbeitet habe. Schließlich habe ich am 25. September einen Lauf auf den ich mich richtig freue.
Aber dafür brauche ich einen gesunden und ausgeruhten Körper.
Für 74 Kilometer mit knapp 1.800 Höhenmetern braucht man all seine Kräfte.

Ich hoffe nun das die „trainingsfreien“ Tage nicht unbedingt meine Form in den Keller fallen lassen. Zwar sind die drei Wochen zwischen dem Marathon und dem Chufrankenlauf eher regenerativ angedacht, aber die eine oder andere Einheit wäre nicht schlecht gewesen.
Da aber meine Gesundheit vorgeht und ich den Churfrankenlauf auf jeden Fall laufen möchte, heißt es Füße still halten und gesund werden.

Auch wenn´s schwer fällt! 😉

Goldene Zeiten? – Asics Gel-DS Sky Speed

Für meinen alljährigen Jahresabschluss und Höhepunkt mit dem Einlauf in der Frankfurter Festhalle, fehlten mir bis letzte Woche noch ein paar leichte und schnelle Treter.

Marathon Frankfurt 2009
Marathon Frankfurt 2009 - Schön war´s!

Zwar habe ich mit den Salomon ein paar richtig gute Schuhe für´s Gelände, aber für einen Lauf nur auf Asphalt bin ich weniger gut bestückt.
Mein bisheriges Sortiment kommt so langsam in die Tage, und nach und nach muss ich mich vorn dem einen oder anderen Paar verabschieden.
Außerdem geht der Trend bei mir definitiv zu den leichten und direkten Modellen. Der Schuh sollte einen direkten Kontakt zur Straße vermitteln und kann ruhig ein bisschen steifer sein.

Also macht ich mich auf zu meinem geschätzten „Schuhaus Lang“ in Seeheim um meinen Schuhvorrat wieder ein bisschen aufzufüllen. Und nachdem in ein halbes Dutzend Schuhe durch die Seeheimer Innenstadt gequält habe, bin ich für mich völlig überraschend bei einem Asics hängen geblieben.
Und zwar an dem „Gel DS Sky Speed“!
Von diesem Schuhe hatte ich im Vorfeld noch nie etwas gehört. Aber er hat alle meine Eigenschaften erfüllt und hat auch beim Probelaufen überzeugt!

Asics Gel DS Sky Speed
Asics Gel DS Sky Speed

Jetzt schau´n mir mal das wir noch ein paar Kilometerchen vor dem FRA Marathon unter die neuen Sohlen kriegen, und nach Frankfurt gibt´s einen ausführlichen Bericht!

Die Vorbereitung in Bezug auf den Chrufrankenlauf läuft es im Augenblick nicht ganz so gut. Die Magengeschichte kurz vor dem Marathon in Darmstadt hat sich wohl als doch problematischer herausgestellt. Ich hatte ja am Samstag vor dem Marathon massive Magenprobleme mit Schmerzen und Durchfall. Wundersamerweise waren diese am Sonntag komplett verschwunden und ich war absolut beschwerdefrei. Sonst hätte ich den Marathon bei den Bedingungen bestimmt nicht durchgezogen. Selbst am Montag danach hatte ich, außer kräftigem Muskelkater in den Oberschenkeln, keine Probleme. Aber in der Nacht zum Dienstag kamen die Magenschmerzen wieder zurück. Dazu heftigste Kopfschmerzen.
Seit dem wird es zwar von Tag zu Tag besser, aber außer ein paar lockeren Regenerationsläufen ist noch nicht viel drinn. Alleine durch meinen erhöhten Ruhepuls weiß ich das die Sache noch nicht ganz durch ist.
Entsprechend ist in den nächsten Tagen noch ein wenig Regeneration angesagt, bevor es zum großen Jahreshöhepunkt kommt. In zwei Wochen geht´s dann schon nach Miltenberg!
Ich freue mich darauf!

Keep Running!