„Meine“ TorTour de Ruhr 2012

Ein sensationelles Pfingstwochenende liegt hinter mir. Durch Steffen hatte ich die Möglichkeit die TorTour de Ruhr live zu erleben und auch ein kleiner Teil davon zu sein.
Nun sitze ich hier und finde eigentlich keine Worte diese TorTour de Ruhr in Worte zu fassen.

Zu viel habe ich zwischen meiner Abreise am Freitag Mittag und der Heimfahrt am Pfingstmontag erlebt. Das dauert bestimmt Wochen bis ich das alles sortiert und verarbeitet habe.

– Ich habe Menschen fürchterlich leiden sehen und habe sie trotzdem beneidet.
– Ich habe ungläubiges Kopfschütteln und allerhöchste Anerkennung erfahren.
– Ich habe noch nie so viele Männer vor Freude heulen sehen.
– Ich habe noch nie so viel Gemeinschaftssinn und Hilfsbereitschaft auf einmal erlebt.
– Ich habe innerhalb von Minuten Euphorie und Niedergeschlagenheit gleichzeitig gesehen.
– Ich habe Demut und Dankbarkeit erfahren.
– Ich habe Menschen getroffen die ein gemeinsames Ziel haben und dafür kämpfen.

Und ich habe sehr viele Menschen getroffen die alles dafür gaben damit andere Ihre gestecktes Ziel erreichen. Es ist eine Ehre ein Teil dieser Gemeinschaft gewesen zu sein.
Die TTdR kann man nicht in Worte fassen. Man muss sie erleben. Und dabei ist es egal wie man dies tut. Sie übt eine unheimliche Faszination aus. Jeder der ein Teil dieser Veranstaltung war hat besonderes erlebt.
Ich bin mir sicher, dass jeder Einzelne davon diese Pfingsttage nie vergessen wird!

SUUNTO AMBIT – ein neuer Maßstab für Trail- und Ultrarunner?

Seit ich die ersten Infos über die neue SUUNTO AMBIT vernommen hatte, habe ich die Uhr nicht mehr aus meinem Kopf gekriegt. Bisher hatte ich die Möglichkeit Garmin und Polar ausgiebig zu testen. Am Ende ist immer wieder eine Garmin übrig geblieben.
Trotzdem habe ich schon immer ein Auge auf die Suunto Uhren geworfen. In Sachen Optik fand ich sie schon immer am interessantesten. Und das Auge entscheidet schließlich auch mit.
Leider fehlten mir immer wieder die  integrierten GPS-Funktionen die auch letztendlich meinen Abschied von Polar besiegelt hatten. Ich möchte nun mal meine Aufzeichnungen meiner Läufe nicht missen. Und jedes mal ein zusätzliches Gerät mitznehmen ist mir einfach zu aufwendig!

Also blieb am Ende immer wieder mein geliebtes Garmin! 😉

Aber nun schaut es so aus, als käme tatsächlich eine ernstzunehmende Konkurrenz auf den Markt. Ich hatte bisher leider noch keine Gelegenheit die Uhr in Händen zu fassen, aber alleine die Rahmendaten lassen mein Herz schon ein wenig höher schlagen. Hier mal ein paar Highlights in einer Presse-Information zusammengefasst!

Eine ganze Reihe von Funktionen macht die neue SUUNTO AMBIT zum idealen Begleiter für Trail Runner. Der sechsfache Berglauf-Weltmeister Jonathan Wyatt fasst einige entscheidende Eigenschaften zusammen: „Ich brauche eine Uhr, die Herzfrequenz-, Geschwindigkeits- und Distanz-Messung ermöglicht und über eine Höhenmessfunktion verfügt. Die SUUNTO AMBIT vereint alle diese Funktionen in nur einem Gerät, was wirklich großartig ist.“ Und davon profitieren eben nicht nur Profis wie Wyatt, sondern auch Freizeitläufer – ob sie nun die Berge oder das flache Terrain für ihre Einheiten bevorzugen.
Genaue Analyse mit Movescount.com
Der Herzfrequenzmesser mit Peak-Trainingseffekt ermöglicht es, im optimalen Bereich zu trainieren. Die Angaben sind auch während eines Wettkampfs wertvoll, damit sich der Athlet die Kraft richtig einteilen kann. Genaue Daten zu Geschwindigkeit und Tempo liefert das GPS mit dem zum Patent angemeldeten Beschleunigungsmesser SUUNTO FusedSpeedTM. Die Daten können zur Analyse auf Movescount.com geladen werden. Auf der Plattform stehen auch Upgrades für die AMBIT zur Verfügung. Dies hat auch Berglauf- Champion Wyatt überzeugt: „Die Möglichkeit, das Display zu personalisieren und seine Daten auf Movescount.com auszuwerten, machen die AMBIT zu einem tollen Produkt für Bergathleten.“ Und nicht nur für sie.
Eine Uhr für viele Sportarten
Wyatt hebt die Vielseitigkeit der AMBIT hervor: „Einen Vorteil sehe ich darin, dass ich die GPS-Uhr mit allen Pods und Comfort Belts kombinieren kann. Das erlaubt mir, dieselbe Uhr für verschiedene Sportarten einzusetzen – sei es beim Mountainbiken, Rennradfahren, Langlaufen, Tourengehen oder Trail- und Berglaufen. Dank der GPS-Funktionalität eignet sie sich unter anderem bestens für Orientierungsläufe. Wegpunkte können zur Navigation ausgewählt und Positionsdaten in mehreren Koordinatensystemen dargestellt werden.
Zusätzlich verfügt die Outdoor-Uhr über eine Temperaturanzeige sowie einen 3D-Kompass und Luftdruckmess-Sensor.
Akku hält bis zu 50 Stunden
Ein „riesiger Schritt“, lobt Wyatt weiter, ist SUUNTO bei der Akkulaufzeit gelungen: Diese beträgt bis zu 50 Stunden im GPS-Modus. Gerade für Ultratrail-Läufe ist dies ein großes Plus, etwa beim Salomon Zugspitz Ultratrail vom 22. bis 24. Juni mit Start und Ziel in Grainau. Dabei legen die Athleten 100 Kilometer und 5.420 Höhenmeter zurück. Auch die kürzere Variante verlangt den Läufern viel ab: Der Supertrail führt über 68,8 Kilometer und 3.120 Höhenmeter um Deutschlands höchsten Berg. Kurz darauf steht schon der nächste Trail-Running-Event an. Am 04. Juli starten die Teilnehmer am Salomon 4 Trails auf ihre Vier-Tages-Tour: 158 Kilometer und 9.800 Höhenmeter laufen sie durch die schönsten Gebirge Deutschlands, Österreichs und der Schweiz. Von Garmisch-Partenkirchen geht es über Ehrwald, weiter nach Imst und Landeck bis nach Samnaun. Dabei beantwortet die SUUNTO AMBIT sogar die Frage nach der körperlichen Fitness. Denn die Recovery-Funktion zeigt an, ob der Athlet nach den vorangegangenen Anstrengungen bereits fit genug ist für das nächste Abenteuer. Und dank der langen Akkulaufzeit kann jeder Läufer sicher sein: Die AMBIT ist ein zuverlässiger Begleiter. Von Anfang bis Ende.
Erhältlich ist das Modell in Schwarz und Silber, mit und ohne Herzfrequenzgurt.

SUUNTO AMBIT
SUUNTO AMBIT

Hört sich einfach nach der optimalen Uhr für mich an, oder? 😉
Mich haben vor allem die lange Akkulaufzeit und die vielfältigen Auswertungsmöglichkeiten hellhörig werden lassen. Dazu noch ein barometrischer Höhenmesser.
Und all das verpackt in einer richtig stylischen Uhr. Da kann man doch schon mal schwach werden, oder?
Wer die kompletten Spezifikationen nachlesen möchte kann dies am besten hier!

Zieht Euch warm an……

Noch ein paar Tage und ich habe ein weiteres Highlight in diesem Jahr. Ich habe die große Ehre Steffen bei der Tortour de Ruhr zu begleiten. Zusammen mit seiner Frau Melanie und Michael Kohlbrok (Kolibri) machen wir den Support für Steffen und wollen Ihn über die Hammerstrecke von 230km nonstop bringen.

Steffen
Steffen

Ich freue mich darauf! Mal sehen was mein Hintern nach der Radtour davon hält? 😉

Es wird ein interessantes Event mit tollen Menschen. Zur Einstimmung gibt´s hier ein Video von der Tour vor zwei Jahren!
Und hier gibt´s die Strecke:

Warum gerade Ultra??

Eine Frage die man mir ziemlich oft stellt. Meist mit einem relativ verständnislosen Blick.
Viele Fragen und noch mehr Antworten die bereits dazu geliefert werden.

Welche Faszination bereitet es jemanden, seinen Körper so zu quälen?
Das kann doch nicht gesund sein?
Du wirst bald merken wie deine Gelenke den Geist aufgeben!! Du machst Dich kaputt!

Aber so richtiges Laufen ist das doch nicht. Eher Gehen und Wandern, oder?
Wandern gehe ich übrigens auch öfters!
(Die Antwort kam übrigens zwischen zwei tiefen Zügen aus seiner Marlboro 😉 )

Selbst erfolgreiche Läufer die richtig schnelle Marathon- und Halbmarathonzeiten absolviert haben, können sich selten mit den Strecken jenseits des Marathons anfreunden.

Also stellt sich die Frage, warum tut es sich jemand freiwillig an über 10,5 Stunden durch den Thüringer Wald zu laufen?

Fangen wir einfach mal da an wo sich das alles entwickelt hat. Im Oktober 2007. Auf den gut 3 Kilometern im Groß-Zimmner Wald zwischen Ohnmacht und Herzinfarkt. Meinem ersten Lauf, oder wie auch immer man dieses Drama nennen soll.
Ich merkte relativ schnell, dass das Laufen für mich eine Wohltat war. Die Pfunde purzelten und die Strecken wurden immer länger.
Ich genoss die Einsamkeit bei den längeren Läufen in freier Natur. Bei Wind und Wetter alleine mit meinen Gedanken.
Kurzurlaub in einem stressigen Alltag!

Nach gut einem Jahr beschloss ich einmal zu testen wie ich mich im Vergleich mit anderen so schlagen würde. Mein erster Halbmarathon in Darmstadt Ende 2008.
Völlig unerfahren und zögerlich stand ich beim Start hinter dem Feld.

Als ich am Ende meiner Kräfte und völlig fertig nach gut 2:18h ins Ziel ein trudelte war mit klar,
NIE MEHR WERDE ICH MICH SO QUÄLEN! 😉

Unvorstellbar auch nur einen Meter weiter zu laufen und gleichzeitig fasziniert von den vielen Läufern, die beim gleichzeitig stattfindenden Marathon nur unwesentlich später als ich über die Ziellinie kamen.
Eine andere Welt!
Eine Welt in die ich nie eintauchen werde!

Trotzdem gab ich meinen Chip nicht zurück und behielt ihn. Im Notfall als Andenken! 😉
Nachdem ich zwei Tage später wieder in der Lage war ein paar Schritte schmerzfrei zu gehen, machte ich mir Gedanken wie es weiter gehen sollte.
Auf Grund meines Asthmas und den körperlichen Voraussetzungen musste ich mich wohl damit abfinden, dass ich stets am Ende jeder Veranstaltung mitlaufen würde. Schnell geht halt nicht.
Und wenn man dies mal akzeptiert hat, tut´s gar nicht mal so weh zu den „Radiergummis“ zu gehören!

Also was tut man“n“ wenn er nicht schnell Laufen kann??
Richtig! Er versucht einfach länger zu laufen.
Er sucht sich neue Ziele, bei denen es nicht so wichtig ist wie schnell man läuft!

Als erstes kam 2009 mein unvergesslicher Marathon mit Yogi in Frankfurt. Ein Erlebnis das ich wohl nie vergessen werde und das mich Jahr für Jahr wieder zurückbringt an den Zieleinlauf in der Frankfurter Festhalle.
Jedes Jahr Gänsehautfeeling beim Zieleinlauf! Emotionen pur!
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Der Lauf selbst und das genießen dessen was man geschafft hat steht im Mittelpunkt. Wenn man das Drumherum genießen kann. Wenn man Bekannte und Freunde trifft die das gleiche Ziel haben.
Spaß haben und seinen Sport genießen!

Während des Marathons erzählte mir Yogi seine Geschichte. Geschichten von Ultramarathons und Tripl-Ironman!
Ich konnte zwar aus Sauerstoffmangel nicht mitreden, aber fasziniert zuhören. Den Geschichten lauschen wozu man eigentlich fähig ist ohne das man dies eigentlich weiß. Geschichten von Sportlern, die teilweise 30 oder 40 Stunden unterwegs sind.
Geschichten von einer „Subkultur“ die eine ganz besondere Aura und Freundlichkeit besitzt.
Laufen miteinander, nicht gegeneinander!

Im Januar 2009 schaute ich mir diesen „Haufen von Verrückten“ das erste mal an. Ich fuhr nach Rodgau um mir den Saisonauftakt der Ultrafamilie anzuschauen!
Und ich war vom ersten Augenblick fasziniert!

Kein Stress vor dem Start. Kein Drängeln und Hufescharren! Eine total entspannte Athmosphäre.
Überall Begrüssungen und Lachen.
Und nicht nur vorher. Auch während des Laufes sah ich fast nur fröhliche, entspannte Gesichter!

Genau hier wusste ich, dass will ich auch.
Laufen! Spaß haben! Und viele nette Gleichgesinnte treffen!

Im Januar 2010 war es dann so weit. Ich lief in Rodgau meinen ersten Ultra. 50 Kilometer am Stück. Und wieder hatte ich das große Glück von Yogi begleitet zu werden!
Ohne Stress. Ohne Hektik. Einfach toll.
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Zwar konnte ich die nächsten beiden Tage auch nur mit Rollator ein paar Schritte absolvieren, aber ich war glücklich. Glücklich etwas geschafft zu haben, das ich nie für möglich gehalten hätte. Ich bin tatsächlich 50 Kilometer am Stück gelaufen! Yeahhh!

Aber wesentlich intensiver waren die Eindrücke auf der Strecke. Die Herzlichkeit untereinander und die Gemeinsamkeit.
Man kannte sich.
Erzählte sich Neuigkeiten und berichtete von neuentdecken Ultra-Läufen abseits der großen Öffentlichkeit.
Kein Fachsimpeln über Zeiten und Platzierungen. Es schien keinen zu interessieren.
Wichtig waren die Naturerlebnisse und das Drumherum.
Ein großer Haufen positiv Verrückter in dem ich mich von Anfang an wohl fühlte.

Und so kam es wie es kommen musste.
Meine Einstellung zum Laufen hat sich verändert. Ich bin zwar weiterhin von tollen Zeiten und Wettkämpfen fasziniert. Aber nicht für mich.
Jedem das seine. Für mich ist die langsame, lange Art des Laufens die am besten passende.
Ich wurde infiziert! Infiziert von einem Virus, der für Außenstehende schwer nachvollziehbar ist.
Man muss schon ein wenig Verrückt sein um das Außergewöhnliche zu lieben!
Ich habe das große Glück das ich dies bin. 😉

Genau dass ist der Grund, weshalb ich mit gleichgesinnten 10,5 Stunden durch den Thüringer Wald laufe und einen Riesenspaß habe. Es ist stets ein Erlebnis mit Freunden etwas Verrücktes zu tun.
Und ich hoffe dass ich dies noch lange tun kann!

Zieleinlauf - Passt!
Zieleinlauf - Passt!

Ich liebe es ein wenig Verrückt sein zu dürfen!
Und ich freue mich schon wieder auf meinen nächsten, langen Lauf!

Rennsteiglauf 2012 – Kulinarisches Highlight mit guten Freunden

Nach den ganzen Zweifel im Vorfeld ging´s mit gemischten Gefühlen am letzten Freitag nach Thüringen. Keine Ahnung ob die Beine den Supermarathon überstehen würden oder nicht. Aber alleine die Tatsache, dass ich wieder viele Freunde, Bekannte und persönlich noch Unbekannte treffen würden überwog. Irgendwie kriege ich das Ding auf jeden Fall hinter mich!!

Die Anreise nach Schönbrunn verlief schleppen. Schnell von der Arbeit nach Hause, alles eingepackt und dann rein Mitten in den Wochenendverkehr. Nicht gerade das was man sich für ein schönes WE wünscht.
Wir hatten uns im Vorfeld überlegt direkt in die FeWo zu fahren. Startunterlagen konnte ich mir auch noch am Samstag früh abholen. Auf einen Umweg von mehr als 100 Kilometern hatten ich und meine zwei Frauen keinen Bock!

So bezogen wir gegen 19:00Uhr unsere Ferienwohnung. Kurz vorher ging´s noch mal durch Hinternah um den Abfahrtsort des Transferbusses zu suchen. Schließlich sollte ich den wenn möglich nicht verpassen!

Wir machten unsere eigene kleine Nudelparty und ich versuchte mich um kurz vor 21:00Uhr ein bisschen hin zulegen um wenigstens ein paar Stündchen zu schlafen. Klappte relativ gut.
Jedenfalls bis 1:30Uhr. Denn da klingelte der Wecker. :wacko:

Anziehen und eine Kleinigkeit Essen. Alles einpacken und dann fuhr mich meine Frau zur Bushaltestelle nach Hinternah.
Aber irgendwie sah es in der Dunkelheit ganz anders aus als am Tage zuvor. :scratch:
Jedenfalls kam mir die Fahrt überraschenderweise ziemlich lang vor.
Vielleicht hätte man doch das Navi gleich nutzen sollen. Jedenfalls waren wir völlig verkehrt.
Und die Zeit ziemlich knapp.

Mit ein wenig Adrenalin in der Blutbahn schaffte es aber meine Frau mich zeitgleich mit dem Bus in Hinternah abzusetzen. Gutes Timimg ist halt alles!

Die Fahrt nach Eisenach verlief ruhig und ich döste noch ein bisschen vor mich hin. Keine Aufregung, kein bisschen Nervosität. Ich fühlte mich einfach wohl und freute mich auf meine Mitstreiter.
Und die traf ich direkt bei der Startnummerausgabe. Melanie und Steffen waren gerade dabei sich umzuziehen. Die beiden hatten sich ja dazu hinreisen lassen mich über den Rennsteig zu bringen. Da konnte ja einfach nichts schief gehen.
Ein herzliche Begrüßung bevor ich meine Startunterlagen abholte und mich umzog.
Und wie immer bei den großen Veranstaltungen traf ich Mäx und seine Frau Anja. Immer wieder eine Freude die beiden zu treffen!

Die Temperaturen waren über Nacht mächtig gefallen und ich ärgerte mich ein wenig, dass ich meine Armlinge, ordentlich zusammengelegt, auf meinem Bett in der Ferienwohnung liegen hatte.
Aber zum Glück hatte ich noch eine dünne Regenjacke dabei. Optimal gegen den kühlen Wind.

Dann ging´s zum Brunnen auf dem Marktplatz in Eisenach. Hier trafen nach und nach alle ein.
Martin (Pfälzerwaldläufer), Kathi (läuferherzen), Eddy (Eddys Sport Blog) und Heiko (Feuerräder). Sowie viele, viele andere bei den es auf jeden Fall für eine kurze Begrüßung im Startbereich reichte!

Marktplatz Eisenach
Marktplatz Eisenach

Angedacht war das Melanie, Steffen, Heiko und ich zusammen laufen. Für mich immer wieder schön mit den beiden zu Laufen und für Heiko, der sich für seinen ersten Ultra gleich den Rennsteig ausgesucht hatte, ein optimaler Einstieg in die Ultraszene mit zwei erfahrenen Begleitern.
Zu uns gesellte sich noch Didi (Dietmar Beiderbeck) dessen Guide leider krankheitsbedingt kurzfristig absagen musste.
Da hat Steffen spontan diese Aufgabe übernommen und ist zusammen mit Dietmar gelaufen.
Respekt so etwas spontan zu übernehmen! :good:

Und so waren wir nun eine illustre Truppe von 5 Verrückten die sich Punkt 6:00Uhr aufmachten den Rennsteig zu rocken. Und es war definitiv das geilste Lauferlebnis das ich bisher erleben durfte.

Die ersten 25,5 Kilometer hoch auf den Großen Inselberg sind der Hammer. Vom Eisenacher Marktplatz aus absolviert man knapp 700 Höhenmeter. Da ist zum größten Teil Gehen angesagt um nicht für den Rest des Laufes seine Körner zu verschießen. Zumal es teilweise so steil ist, dass man beim Gehen schon fast am Anschlag ist!
Trotzdem gibt es welche die auf Grund Ihrer Trainingsmöglichkeiten selbst die steilsten Anstiege problemlos meistern. 😉
Eddy the beast
Ich habe mich jedenfalls köstlich amüsiert. :good:

In den ausreichend platzierten Verpflegungsstellen gibt´s für jeden Geschmack das richtige. Hier gab´s auch meine erste Begegnung mit dem „Schleim“!
Warmer Haferschleim mit Heidelbeeren! Ich muss sagen absolut lecker und ein richtiger Kraftmacher. Das gab die richtige Power für die mächtigen Anstiege.

Leider lag der Inselberg im Nebel, so dass man die Aussicht nicht so recht genießen konnte. Aber ein „Gipfelbild“ von unserer tollen Truppe musste auf jeden Fall gemacht werden. Schließlich hatten wir uns bereits 3,5 Stunden gemeinsam den Berg hochgequält.
Das Gespann Didi und Steffen harmonierte hervorragend und die ganzen Geschichten und Anekdoten der beiden machten viel Spaß und ließen die Zeit wie im Fluge vergehen.
Da hatten sich echt zwei getroffen! 😉

Die ersten 1,2 Kilometer herunter vom Großen Inselberg sind unangenehm. Auf so einem Stuck 180 Höhenmeter zu verlieren geht nicht nur auf die Knochen. Auch die Gefahr abzurutschen ist extrem hoch. Erholsam ist nach dem langen Anstieg etwas anderes.
Aber dann kommt die Grenzwiese. Das erste „kulinarische Buffet“ des Tages. Neben allen möglichen Getränken (Schleim, Wasser, Tee,Cola usw.) gibt´s schön angerichtete Schnittchen mit allem was das Herz begehrt.
Und Würstchen!!
Es gibt tatsächlich als Läuferverpflegung Würstchen. Und ob Ihr´s glaubt oder nicht, das kann man wirklich zu sich nehmen. Wir haben uns richtig Zeit genommen diese leckeren Würstchen zu genießen.
Einige konnte gar nicht genug davon bekommen. Gelle Steffen! 😉

Mit vollem Magen geht´s dann gleich wieder bergauf. Schließlich muss das ja alles wieder verbrannt werden.
Die weiteren Kilometerführen ständig bergauf und bergab. Es geht über den Jagdberg (km 29,4/760 müNN), Heuberghaus (km 30,9/688 müNN), den Spießberg (km 32,79/749 müNN) zum Possenröder Kreuz (km 33,64/700 müNN). Hier stoßen die Wanderer der 35km Strecke dazu und begleiten die Läufer bis zum Grenzadler in Oberhof.

An der Verpflegungsstation Ebertswiese (km 37,47/715 müNN) ist die Hälfte der Strecke geschafft!

Weiter ging´s wieder hinauf zur Schmalkalder Loipe (km 44,88/881 müNN). Die Marathondistanz war überschritten und Heiko wurde offizielle als Ultraläufer begrüßt!
Herzlichen Glückwunsch!!!!

Nächste markante Stelle auf der Strecke ist der bekannte Grenzadler (km 54,2/837 müNN) in Oberhof. Möglichkeit zum Ausstieg mit offizieller Zeitnahme.
Absolut keine Option für uns. Wir hatten weiterhin unseren Spaß. Obwohl es hier und da schon ein wenig weh tat.
Das Lächeln war nicht immer so locker wie am Anfang!
Aber „nur noch 20 Kilometer“ lassen einem ja das Ziel förmlich schon riechen. 😉

Noch ein paar knackige Anstiege bis wir bei Kilometer 56 das Rondell (826 müNN) erreichen. Weiter über die Sommerwiese (855 müNN) zur Verpflegungsstelle Suhler Ausspanne (km 60,24/922 müNN) Hier wurde noch mal lecker Schnittchen mit Leberwurst nachgelegt damit man für den letzten großen Anstieg zu „Plänckners Aussicht“ (km 61,77/973 müNN), dem höchsten Punkt der Strecke, noch ausreichend Kräfte besitzt.
Ich muss ehrlich zugeben, die Leberwurstschnittchen alleine sind schon ein Grund nächstes Jahr wieder mitzulaufen! 😉

Der Panoramablick an Plänckners Aussicht war atemberaubend. Zu mal das Wetter mitspielte und der Thüringer Wald vor unseren Füßen in allen Grüntönen leuchtete,
Wow! Wenn man diese Aussicht nicht ein paar Minuten genießt, hat man was verpasst.
Durchatmen und genießen.

Ab jetzt geht´s „fast“ nur noch bergab. Zwischendurch noch mal ein Schluck „Köstritzer Schwarzbier“ am Bierfleck (km 68,26/816 müNN), auch das ist tatsächlich absolut kein Problem, und die Vorfreude auf den Zieleinlauf in Schmiedefeld wächst. Wenn man durch die Kleingartenanlage von Schmiedefeld läuft hört man schon das Ziel. Von vielen begeisterten und anfeuernden Menschen wird man die letzten Meter getragen (ist nun auch sehr hilfreich) und praktisch in´s Ziel befördert.
Und auch dieses Ziel ist ein einmaliges Erlebnis. Wenn man herunter auf die große Wiese läuft und die vielen jubelnden Menschen erlebt sind alle Schmerzen vergessen.
Es ist einfach ein Gefühl des Glücks. Etwas was mir immer wieder ein bisschen die Freudentränen in die Augen treibt.
Unbeschreiblich!

Hier ein paar tolle Impressionen von Steffen:


Es war für mich ein ganz besonderes Erlebnis. Nicht einfach nur ein Lauf auf dem Rennsteig. Noch nicht einmal die Tatsache dass es mein „10. Marathon und mehr“ war. Das sind alles Dinge die unwichtig sind.

Genauso uninteressant wie die Platzierung oder die Zeit.

Es war einfach das Erlebnis mit ganz, ganz tollen Menschen gemeinsamen einen Tag zu verbringen. Einen Tag zu verbringen der trotz der Anstrengungen Spaß und Freude bereitet hat. Der von Anfang bis zum Ende gepasst hat. Der zeigt, dass Laufen Menschen verbindet die sich eigentlich vorher fremd waren, aber durch ihre gemeinsame Leidenschaft großes erleben dürfen.
Danke, dass ich an diesem Erlebnis teilhaben durfte!

Herzlichen Dank an Melanie und Steffen für die tolle Begleitung und die aufmunternden Worte im Vorfeld.
Danke an Dietmar für seinen unermesslichen Fundus an Geschichten und Erlebnissen und die Art wie Du dies mit uns geteilt hat.
Danke an Heiko dass er mich bei seinem ersten Ultra begleitet hat. Erster Ultra und dann gleich den Rennsteig gerockt!! Meinen allergrößten Respekt.
Danke an die ganze Truppe für einen traumhaften Tag den ich nicht vergessen werde!

Herzlichen Dank aber auch an die tolle Orga. Die vielen hundert Helfer an und um die Strecke herum die für das leibliche Wohl und unsere Sicherheit gesorgt haben.
Für die geniale Verpflegung die den Rennsteiglauf zu einem der wenigen Ultras macht die einen hinterher mehr wiegen lassen wie vorher!
Ich bin absolut hin und weg.
Und ich bin mir sicher, ich komme wieder!

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Keep Running!
Run Happy!

Auf zum Rennsteig

Am Wochenende ist es nun so weit. Ein weiteres Highlight meiner kurzen Läuferlaufbahn steht bevor. Der Rennsteig-Supermarathon steht vor der Tür.

Die Zweifel der letzten Tage sind mit Hilfe von guten Freunden und beruhigenden Worten beseitigt. Übrig ist eine gehörige Portion Respekt!

Respekt vor einer Strecke die bekanntermaßen zu einen der schönsten Landschaftsmarathons gehört.
Respekt vor 72,7 Kilometern durch den Thüringer Wald!
Respekt vor den Höhenmetern die auf 1.400 beziffert werden!
Respekt vor den Wetterkapriolen die für die Region typisch sind!

Respekt, aber keine Angst. Was ich bis jetzt nicht in den Beinen habe können weder Schuhe noch sonstige Dinge ersetzen. Und ich bin guter Dinge dass ich den Rennsteig rocken werde. Mit ausreichend Geduld und dem entsprechenden Willen. Und vor allem mit guten Freunden die mich auf diesem Weg begleiten. Freunde die mir letztendlich das Vertrauen wieder gegeben haben das ich mein Ziel erreiche.

Liebe Melanie und lieber Steffen, im voraus schon mal meinen herzlichsten Dank für die Bereitschaft mit mir den Rennsteig zu laufen. Es wird nicht einfach für Euch den alten Mann über die Anstiege zu bringen. Auch eure Geduld wird bestimmt auf eine harte Probe gestellt!

Ich werde mit meinen beiden Mädels erst gegen Freitagabend nach Thüringen anreisen. Leider ist der uns Umweg über Eisenach ein wenig zu anstrengend da wir noch den Freitag mit Arbeit voll haben. Entsprechend fällt die Klosparty für uns aus. 🙁

Wir werden am Freitag Abend in Schönbrunn (ca. 20km von Schmiedefeld) unsere Unterkunft beziehen. Ich hoffe ich werde ein paar Stunden Schlaf finden, bevor mich meine Frau kurz nach zwei Uhr in der Nach nach Hinternah zum Bus bringt.
Hier geht es um 2:45Uhr ab zum Start nach Eisenach.
Ankunft 5:15Uhr.
Dann schnell meine Startunterlagen abholen bevor ich mich hoffentlich mit vielen Bekannten, und auch vielen „persönlich“ noch Unbekannten, am Marktplatz in Eisenach treffen werde.
Start ist dann um 6:00Uhr!

Danach werde ich versuchen die kommenden 72,7 Kilometern so lange wie möglich zu genießen, mit meinen Kräften hauszuhalten und am Schluss hoffentlich in Schmiedefeld mit noch ausreichender Energie einzulaufen, um ein paar Stündchen gemeinsam mit den anderen Teilnehmern zu feiern!

In diesem Sinne.
Keep Running
Run Happy

Zweifel!

Nun bin ich ja gestern meine 10.000 Kilometer seit meiner „Laufkarriere“ im Oktober 2007 gelaufen. Habe schon einige Hoch´s und leider auch Tief´s im Laufe dieser Strecke hinter mich gebracht.
Aber noch nie hatte ich so massive Zweifel hinsichtlich dem Erreichen meiner Ziele.

Am kommenden Samstag startet der Supermarathon beim 40. Gutsmuths-Rennsteiglauf. Und anstatt mich darauf zu freuen habe ich immer mehr Zweifel ob ich die 72,2 Kilometer von Eisenach nach Schmiedefeld überhaupt schaffe.
Nicht das ich schlecht trainiert oder irgendwelche Verletzungen hätte. Nein!
Es ist eher das Gefühl, dass ich im Augenblick körperlich und kraftmässig dazu nicht in der Lage bin. Die letzten Läufe waren stets eine extrem hohe Belastung für meine Oberschenkelmuskulatur. Die unteren Oberschenkelmuskel um das Knie herum schmerzten jeweils ab Kilometer 15-20.
Keine Schmerzen wie bei einer Zerrung. Eher wie ein Muskelkater!

Und ich habe zwar keine Ahnung warum dies so ist, aber eine Vermutung.
Ich bin die letzten 9 Monate immer mehr mit kaum oder sogar überhaupt nicht gedämpften Schuhen gelaufen. Nach und nach habe ich die „Dosis“ erhöht und mich dabei richtig wohl gefühlt. Keine Schmerzen und keine Probleme mit dem Bewegungsapparat.
Nun ist es aber so, dass ich den Supermarathon definitiv nicht in meinen NB minimus laufen kann. Dazu ist mein Körper definitiv noch nicht dazu in der Lage.
Also laufe ich im Augenblick die Vorbereitung mit dem Salomon Speedcross 3. Ein Schuh den ich ohne Probleme beim Churfrankenlauf getragen habe.

Ich vermute nun, dass die „ungewohnte“ höhere Sprengung des Schuhs nun wieder eine andere Belastung der Oberschenkel erzeugt, wie die schwerpunktmäßig in letzter Zeit trainierte Muskulatur. Entsprechend ermüden die Muskeln wesentlich früher und melden sich ziemlich schmerzhaft.

Aber wie komme ich aus diesem Dilemma heraus???
Ehrlich gesagt, ich habe absolut keine Ahnung. Für den Rennsteiglauf gibt´s da sowieso kein passendes Rezept mehr.
Und langfristig werde ich mich wohl für eine Variante des Laufens entscheiden müssen. Die „Klassische“ mit entsprechender Dämpfung und Sprengung, oder eher die „Moderne“ mit eher spartanische Ausstattung?
Vom Gefühl her und den Erfahrungen tendiere ich eher zu der letzten Variante. Wobei ich mir da sicher bin, dass es noch ein sehr weiter Weg ist, um einen großen Landschaftsultra wie den Rennsteiglauf mit diesen Schuhen zu laufen!

Aber all dies hilft mir im Augenblick nicht weiter. Am Samstag zählt das was die Beine hergeben.
Und da bin ich mir nicht sicher ob dies ausreichend Schmackes ist um in Schmiedefeld ein verdientes Finisherbier trinken zu können?

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Meine einzige Hoffnung ruht ein wenig auf Melanie und Steffen. Die beiden haben sich netter weise dazu bereit erklärt, mich über den Rennsteig zu bringen.
Hoffentlich wissen Sie auf was sie sich da eingelassen haben? 😉
Ihr habt keine Ahnung was ich Jammern kann!

Also werde ich die letzten Tage vor dem Lauf weiterhin Zweifeln. Aber zu dem Zweifel kommt nun ein kleiner Funken Hoffnung, dass mich zwei liebgewonnene Freunde wieder einmal dazu bringen den Schweinehund irgendwo am Rande des Thüringer Waldes zu beerdigen.
Drückt mir die Daumen!

Keep Running!
Run Happy!