Ruhe

Ruhe herrscht im Augenblick in allen Bereichen bei mir. Ich versuche einfach mich zu erholen.
Nachdem ich die ersten beiden Wochen ziemlich mit den Nebenwirkungen der Medikamente gekämpft habe, hat sich der Körper nun allmählich darauf eingestellt.

So langsam wird mir erst bewusst wie ausgemergelt und erschöpft ich gewesen sein muss. Es gibt immer noch Tage die ich einfach komplett verschlafe. Das fatale an der ganzen Sache war ja, dass man diese Erschöpfung völlig verdrängt.
Vielleicht auch einfach nicht den Mut hat sich einzugestehen dass man mit seinen Kräften am Ende ist.
Für mich ist das schlimmste eigentlich die Tatsache, dass ich selten die letzten 10 Jahre rein physisch so gesund war.
Körperlich selten so fit gewesen und trotzdem ging es mir beschissener denn je!
Eigentlich ein Albtraum.

Nach und nach werde ich mir dem Debakel erst richtig bewusst. Mich hat meine Arbeit und dass ganze drumherum nach und nach aufgefressen. Wie heißt es so schön, „der Krug geht so lange zum Brunnen bis er bricht!“
Das Laufen war vielleicht ein Versuch dem ganzen davon zulaufen.
So wie´s aussieht ist der Schuss nach hinten losgegangenen. Die zusätzliche körperliche Belastung mit der psychischen Belastung war irgendwann einfach zu viel. Der Körper hat auf Sparmodus umgestellt und so ziemlich alles runter gefahren.
Jetzt heißt es alles aufzuarbeiten, Ursachen suchen und Lösungswege erarbeiten.
Dies wir wohl nicht einfach, aber ich bin zuversichtlich.

Das Glas ist nicht halb leer sondern halbvoll!

Die letzten beiden Wochen haben wir einen entspannten Urlaub in der fränkischen Schweiz verbracht. Die Auszeit und der Abstand war für uns alle mal gut. Wandern, Faulenzen und die restlichen Tage im Saunabereich der Therme Obernsees zu verbringen war traumhaft und entspannend.
Ich war sogar zwei mal entspannt Laufen. Hier mal eine empfehlenswerte Tour über die Neubürg mit ein paar Bilder!

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Der tiefe Fall!

Ich habe lange überlegt ob ich darüber etwas in meinem Blog veröffentliche. Letztendlich bin ich zu der Entscheidung gekommen dass dies wichtig ist. Wichtig nicht nur für mich in der Verarbeitung der ganzen Angelegenheit, sondern vielmehr als Anstoß an viele die sich in ähnlicher Situation befinden aber nicht den Mut haben darüber zu sprechen und professionelle Hilfe anzunehmen.

Fakt ist, dass ich an einem Punkt angekommen bin, in dem ich mir eingestehen muss, dass ich mit meiner aktuelle Situation nicht mehr alleine klar komme. Mein berufliches Engagement ist mir definitiv über den Kopf gewachsen.
Alleine mit Leidenschaft, gutem Willen und Organisationstalent war ich nicht mehr in der Lage die in mich gestellten Ansprüche zu erfüllen. Aus einem „Steuern“ wurde ein hilfloses „Reagieren“.
Die Aufgaben wurden immer größer, die Möglichkeit sie zu bewerkstelligen im gleichen Masse geringer!
Ausgebrannt. Überfordert. Krank!

Es folgt ein Fall in ein tiefes Loch. Ein Loch, bei dem man nicht weiß was sich unten befindet.
Landet man weich?
Landet man im Wasser?
Oder schlägt man hart auf einen Fels?

Alles um einem herum wird zum Stress. Selbst mein heiß geliebtes Laufen erfüllt nicht mehr einen regenerativen Part sondern verursacht zusätzlichen Stress.
Wenn das Laufen Stress verursacht muss etwas falsch „laufen“!

Ich habe dies erkannt und entsprechend kommuniziert. Ich habe alle Kraft zusammengenommen und um Hilfe gebeten.
Nicht einfach für einen Menschen „dem so etwas nie passieren wird“!
Einem der seine Kollegen immer wieder darauf hingewiesen hat das Leben ein wenig gelassener anzugehen.
Der immer versucht hat die immer höheren Anforderungen mit dem Hinweis weg zu wischen, das kriege ich auch noch hin.
Es kann nicht sein, dass jemand mit dieser Erfahrung und Gelassenheit diese Aufgabe nicht bewältigt.

Es fällt mir unsäglich schwer darüber zu sprechen. Aber es fällt mir noch schwerer es zu akzeptieren. Jeder der mich kennt wird dies nachvollziehen können.

Aber ich habe mich dem Problem gestellt. Ich habe erkannt das ich ohne fremde Hilfe aus dieser Situation nicht herauskommen werde.
Und ich habe Unterstützung bekommen. Die ersten Steigeisen sind in die Wand geschlagen um den freien Fall nach und nach abzubremsen. Es sind viele Menschen dabei die diese „Rettungsanker“ anzubringen.

Ich habe Vertrauen darauf dass mein Fall zum Stillstand kommt und ich wieder nach oben steige. Ich weiß nicht wie lange ich dafür brauche. Es ist im Augenblick auch sekundär. Wichtig ist für mich der Glaube daran das ich es schaffe.
Und der Glaube an die Menschen die mir in dieser schweren Zeit zur Seite stehen!

Danke!

Laufen und Genießen

Es ist zwar schon wieder eine Woche her, aber auf Grund der Tatsache dass ich im Augenblick zum Bloggen eigentlich keine Zeit habe, mussten meine Impressionen vom letzten Sonntag einfach ein bisschen warten.
Zur Zeit wächst mir die Arbeit ein wenig über den Kopf und ich sehne mich nach unserem anstehenden Urlaub.

Zum Glück habe ich die Möglichkeit am Sonntag Morgen meinen Rücksack zu packen und einfach durch die Wälder zu streifen. Durchatmen und die Landschaft genießen.
Kraft tanken für den täglichen Wahnsinn.
Nur wer die langen Läufe in der Natur kennt und genießt wird verstehen was ich meine.
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Es war ein schöner Lauf über gut 32 Kilometern mit vielen Möglichkeiten die Seele baumeln zu lassen!

Und immer häufiger trifft man „alte Bekannte“ aus der Kindheit. Besonders schön!