Nimm dein Herz in die Hand und Laufe!

Laufen kann jeder. Selbst ich habe es geschafft mit massivem Übergewicht vom Couchpotato zum Läufer zu werden. Und wenn ich dies hinkriege, gibt es eigentlich keine Ausrede mehr dass Du dass nicht auch kannst.
Das meiste was Du zum Laufen brauchst hast Du dabei. Beine, Füße, alles vorhanden. Dazu noch den urzeitlichen Drang nach Bewegung der in jedem steckt. Egal wie tief.
Eine kurze Rücksprache mit seinem Hausarzt macht ebenfalls Sinn. Er kennt Dich und kann Dir evtl. Risiken nennen. Ich denke es gibt heutzutage keinen Arzt mehr der Dir das Laufen verbieten würde.
Empfehlenswert sind noch ein paar gute Laufschuhe. In Abhängigkeit von Gewicht und besonderen Fußstellungen ist hier ein gewisses Maß an Fachberatung erforderlich.
Es muss nicht unbedingt der neuste Schuh sein, aber er sollte zum Läufer passen!

Auch sollte man sich nicht von Trainingsplänen oder Empfehlungen in Zeitschriften oder im Internet zu irgendetwas verleiten lassen. Der Einstieg, besonders wenn man mit Übergewicht zu kämpfen hat, geht über die Kombination Laufen/Gehen.
Lass Dich nicht irritieren wenn´s schwer fällt und der eine oder andere flott an Dir vorbeirennt. Lass ihn laufen. Er läuft für sich und Du läufst nur für Dich!
Laufe so wie Du es am besten kannst. Am besten mit dem Gefühl noch eine Unterhaltung führen zu können. Wenn das klappt hast Du ein gutes Tempo. Dein Tempo!

Es ist deine Entscheidung, dein Leben und dein Lauf. Nur Du kannst dein Leben ändern. Du wirst sehen, dass das Laufen Dir nach und nach leichter fällt. Die Gehpausen werden kürzer und irgendwann trabst Du deine Hausstrecke am ganzen Stück.
Du wirst merken wie sich dein Körper verändert. Wie Du Lust bekommst immer öfter zu laufen. Es ist wichtig weiterhin in Dich hineinzuhören. Deine Belastungen abzuschätzen und alles in Maßen zu erhöhen. Hier liegt die große Gefahr drin Dir das Laufen wieder zu vermiesen. Ich selbst habe oft genug die grausame Erfahrung gemacht zu schnell zu viel zu wollen. Entgegen den Zeichen meines Körpers. Überlastungen und Verletzungen sind die Folge. Und schnell wird aus dem positiven Effekt des Laufens ein negativer.

Genieße einfach das Laufen an sich. Laufen durch die Natur oder die Stadt. Beides hat seine Reize. Nimm Dir zwischendrin die Zeit dich umzuschauen. Anzuhalten und schöbe Dinge zu genießen. Du kannst auf deinen Trainingsläufen nichts gewinnen, aber viel verlieren.

Wenn Du gleichzeitig noch versuchst deine Ernährung ein wenig „gesünder“ zu gestalten, wird es Dir dein Körper in vielfacher Hinsicht danken. Du bekommst ein besseres Körpergefühl und wirkst ausgeglichener und zufriedener. Die Zeit beim Laufen hilft Dir den Stress des Alltages zu vergessen. Abstand zu gewinnen und zu entspannen.

Laufen erzeugt Ruhe und Frieden in einem.
Laufen erzeugt Ruhe und Frieden in einem.

Es gibt nur Vorteile!
Also, worauf wartest Du?

Der Blinde führt den Lahmen zum Tanze – Rennsteiglauf 2013

Auch 2013 ging´s wieder zum Rennsteiglauf Supermarathon. Nach dem genialen Erlebnis vom letzten Jahr hatte ich mich fast direkt nach dem Zieleinlauf schon wieder angemeldet.
Leider waren die folgenden 12 Monate nicht unbedingt die schönsten in meinem Leben und dementsprechend die Vorbereitung eine ganz andere als das letzte Jahr. Mit ein paar Gramm zu viel auf den Rippen und einer Form die so zwischen „Null und nicht vorhanden“ lag, machte ich mich am Freitag Nachmittag mit dem Zug auf nach Thüringen. Im Gepäck lediglich die Hoffnung unter 12 Stunden zu finishen. Alles andere wäre vermessen.

Als mich mein Freund Didi Beiderbeck, seines Zeichens Organisator des UTHAM`s und schwerst sehbehindert, um meine Begleitung als Guide für den Lauf fragte, war die einzige Voraussetzung an Ihn, nur nicht zu schnell. Ansonsten gab es da kein langes überlegen. Schließlich hatten wir uns im Januar im Rodgau schon mal aneinander gekettet!

Aufstehen am Samstag früh um 2:00Uhr in der Nacht. Nach 4 Stunden Schlaf nicht unbedingt das Highlight des Wochenendes. Mit dem Bus von Suhl zum Startplatz auf dem Marktplatz in Eisenach. Startnummer abgeholt und Wechselwäsche für´s Ziel in die LKW´s verfrachtet.

Impressionen vom Start - Rennsteiglauf
Impressionen vom Start – Rennsteiglauf
Impressionen vom Start - Rennsteiglauf
Impressionen vom Start – Rennsteiglauf
Impressionen vom Start - Rennsteiglauf
Impressionen vom Start – Rennsteiglauf

Der Marktplatz füllte sich zügig und so einige lieb gewonnene Läufer hat man dann doch getroffen. Leider wieder viel zu kurz und viel zu selten!

diro und eddy vor dem Start in Eisenach - Rennsteiglauf
diro und eddy vor dem Start in Eisenach – Danke Eddy für das Bild!

Kurz vor 6 Uhr kamen auch Didi und seine Frau Ute. Kurz das Guideschild noch am Rücken befestigt und dann ging´s auch schon los auf das Abenteuer Rennsteig. Wie immer in Reih und Glied und den üblichen Staus an den bekannten Engstellen. Kein Problem, denn es gibt nichts schlimmere als den Rennsteig zu schnell anzugehen. Ein Umstand der vielen schon verdammt weh getan hat!

Profil Rennsteiglauf Supermarathon
Profil Rennsteig Supermarathon

Und so machten wir beide uns auf den Weg zum „Großen Inselberg“, unser erstes hartes Etappenziel. Knappe 26 Kilometer und knappe 700 Höhenmeter!
Diesmal habe ich es sogar geschafft kein einziges Mal über die Steigungen zu fluchen. Mein Freund Didi mag nämlich keine negativen Gedanken, also hielt ich einfach die Klappe, Luft war ja sowieso kaum zum Reden vorhanden!
Schön jede Verpflegung ausgenutzt und die Leckereien bei den Verpflegungsständen genossen. Hier ein ganz dickes Lob an die vielen Helferinnen und Helfer welche bei dem Schei..wetter stundenlang draußen standen und mit einer herzlichen Freundlichkeit jedem Einzelnen gut zuredeten und alles Anboten was das Läuferherz begehrt! Ein ganz dickes Lob und vielen, vielen Dank! Ihr seid es auch, die den Rennsteiglauf zu etwas ganz Besonderem machen!

Ich möchte hier keine weitere Streckenbeschreibung machen, da ich dies ja schon ausführlich im letzten Jahr gemacht habe. Für mich war dieses Jahr der Lauf mit Didi etwas ganz besonderes.
Wenn man wie ich Brillenträger und Kurzsichtig ist, kann man sich nicht vorstellen wie Didi über das Gelände läuft. Wurzeln, Steine, Geröll und Pfützen werden kurz von meiner Seite angegeben, aber er läuft mit einer solchen Sicherheit alleine darüber, dass ich jedes Mal nur Staunen kann. Die Erfahrung aus hunderten von Läufen auf schwierigem Gelände haben bei Ihm einen eigenen Laufstil geprägt der eine Trittsicherheit an den Tag legt die beeindruckend ist. Zumal ich viele Stürze von nicht Sehbehinderten Läufern auf dem Rennsteig gesehen habe. Auch diese Jahr wieder.
Ich persönlich könnte mir noch nicht einmal vorstellen auch nur einen Kilometer ohne Brille zu laufen. Umso beeindruckender ist für mich jeder einzelen Lauf von Didi.
Deshalb gestehe ich Ihm auch zu das Jammern verboten ist. Auch wenn´s manchmal schwer fällt! 😉

Kurz vorm Grenzadler gab´s noch mal nasse Füße. Wie sich herausstellte die Ursache für zwei richtig fette Blasen an den Füßen. Andenken an den Rennsteiglauf auf die ich gerne verzichten kann.
Am Grenzadler bei Kilometer 55 war die Karenzzeit 15:00Uhr, die wir eigentlich locker erreichten. Aussteigen für uns beide keine Option obwohl es Anfing zu schneien und zu regnen. Aber eines stand fest. Wir rocken das Ding. Und zwar in der vorgegebenen Zeit unter 12 Stunden!

Leider kommen die offiziellen Kilometerangaben und die Kilometer auf meinem Garmin zum Ende hin immer wieder aus dem Gleichgewicht, und so musste wir an der letzten Verpflegungsstelle am Bierfleck feststellen, dass die Zeit verdammt knapp werden würde. Es waren, wie auch im letzten Jahr, auf meiner Uhr knapp 2 Kilometer mehr als die offiziellen 72,4.
Was die letzten beiden Kilometer abging wäre eigentlich einen separaten Bericht wert, aber ich versuche es mal ein wenig zusammenzufassen.
Das Adrenalin stieg bei uns beiden bei der Erkenntnis für die letzten beiden Kilometer noch weniger als 14 Minuten zu haben schon ein wenig an. Zumal Man“n“ nach 72 Kilometern nicht mehr ganz so die Frische hat!
Didi war nun derjenige der die Richtung und das Tempo vorgab. Nur nicht zu früh loslegen und sein Pulver zu früh verschießen.
Welches Pulver???? Ich hatte absolut null nachzulegen. Schnaufte wie ein Stier und fluchte (still in mich hinein weil verboten) wie ein Rohrspatz über jedes Gramm zu viel an meinem Körper.
Als Didi dann noch anfing mir Atemtipps zu geben, wahrscheinlich dachte er ich bin kurz vorm kollabieren (hätte er gar nicht so unrecht gehabt), gab ich mir zwar die größte Mühe, aber mehr Sauerstoff ging einfach nicht mehr in mich rein. Die geforderte „Nasenatmung“ kommentierte ich innerlich mit einem „ich atme sogar durch den Hintern wenn Du mich jetzt hier liegen lässt“!
Aber er hat es geschafft. Er hat tatsächlich noch zwei Kilometer aus uns heraus geprügelt die jenseits von Gut und Böse waren.
Offizielle Zielzeit 11:56:38!

Mission erfüllt und gemeinsam den Rennsteig ohne Sturz gemeistert. Dazu noch unter 12 Stunden. Fertig aber überglücklich im Ziel.
Lieber Didi, bis auf die letzten beiden Kilometer gerne wieder. Aber mit ein bisschen weniger Gewicht auf den Rippen und einer besseren Vorbereitung.
Ich danke Dir für diesen beeindruckenden Lauf! Ich werden ihn nie vergessen!

Und im Januar begleichen wir unsere Rechnung im Rodgau.
Dann heißt es wieder.
Der Blinde führt den Lahmen zum Tanze!
Danke!

Salomon Speedcross 3 – Last Call

Als ich mir den Salomon Speedcross 3 gekauft hatte, war auch die Farbe ein Grund gewesen. Dazu die griffige Sohle und die bisherigen guten Kritiken.
Am Anfang stand ja allerseits die Warnung vor der kurzen Haltbarkeit seiner Sohle. Viele Läufer gaben an das der Verschleiß, gerade auf befestigten Wegen und Asphalt, relativ hoch wäre. Mal schauen hab ich mir gesagt und die geilen grüne Teile so oft wie möglich mit in den Wald genommen.
Ob Churfrankenlauf, Rennsteig-Supermarathon oder beim UTHAM. Der Salomon Speedcross war immer dabei. Zuverlässig und nach und nach mein Lieblingsschuh für´s grobe Gelände.
Nun hat er seine 800 Kilometer absolviert und wurde dabei von bis zu 90kg Mensch getreten. Immer mit Wohlwollen. Ohne Probleme und immer mit dem notwendigen Grip.
[superb cats=9]
Zwar sind sie optisch nicht mehr unbedingt als Ausstellungstücke zu nutzen, aber ich bin der Meinung, wenn man hart arbeitet darf man das auch sehen.
Ihren letzten Einsatz werden sie wohl beim diesjährigen Rennsteiglauf erleben und dann in Würde abtreten.

Und dann? Dann kommt wieder ein Speedcross 3 in´s Haus. Weil er einfach gut ist!

Freunde und Gladiatoren – Bloggertreffen in Trier

Wie in einigen Blogs und auf Facebook ja bereits berichtet war am Muttertagswochenende großes Bloggertreffen in Trier angesagt. Anne und Rainer hatten verschieden Laufblogger eingeladen das verlängerte Wochenende gemeinsam in Trier zu verbringen und sich auch mal real zu treffen. Immer wieder interessant die „altbekannten“ Leute hinter den Blogs mal live zu treffen. Dies war bei dem einen oder anderen ja schon mal kurz der Fall gewesen, aber manche kennt man wirklich nur von den Dialogen im Blog.

Fangen wir am besten die ganze Sache chronologisch an. Anreise war für mich erst am Freitag, da meine beiden Mädels es diesmal leider vorzogen mich alleine zu schicken. Klappt leider nicht immer gemeinsam unterwegs zu sein.
Da ich den Donnerstag nun ausfallen lassen musste, wollte ich unbedingt den Freitag so ausführlich wie möglich nutzen.
Anreise mit dem Zug ab 6:00Uhr. Ankunft am Bahnhof in Trier pünktlich kurz vor 10:00Uhr.
Kalt war´s. Mit kurzer Hose und dünner Jacke bewaffnet stellte ich mich dem kalten Wind in Trier. Mein erstes Ziel war das Tourismus Büro am Porta nigra. Eine Trier-Card berechtigt drei Tage zur freien Fahrt mit den öffentlichen Bussen. Eine Investition die sich immer lohnt. Wer also auch mal nach Trier will, hier die erste Empfehlung!

Vor dem Porta Nigra tobte schon am frühen Morgen ein babylonisches Sprachgewirr. Auf Grund des verlängerten WE war in Trier sozusagen die Hölle los.

Er fliegt!?
Er fliegt!?

Ab ging´s mit dem Bus zum Hotel um wenigstens das Gepäck loszuwerden. Danach kurzer Orientierungsanruf bei Rainer um den Tagesablauf zu erfahren und wieder ab in die Stadt.
Es war abgemacht das wir uns auf dem Hauptmarkt am Marktkreuz treffen.
Kurze Zeit später sah ich die Truppe anrücken. Rainer mit Sohn und Christian mit Frau, Sohn und den beiden Töchtern. Der Empfang war, wie eigentlich immer bei solchen Treffen, herzlich und so als ob man sich schon ewig kennt.
Ich kannte Christian zwar fast 6 Jahre durch unsere Blogs, aber getroffen hatten wir uns leider noch nie. Ich bin mir sicher, dass es bis zum nächste Treffen nicht wieder so lange braucht!

Anne musste leider am Freitag noch arbeiten, aber Rainer bot uns eine Stadtführung der Extraklasse durch Trier. Trotz der kühlen Witterung war es ein sehr informativer und kurzweiliger Mittag.
[superb cats=7]
Gegen 15:00Uhr machte ich mich auf den Weg ins Hotel. Schließlich musste ich noch einchecken und wollte mich auch noch mal kurz hinlegen.
Ich vereinbarte noch kurz das Anne und Doris mich abholen um dann gemeinsam zum nächsten Highlight des Tages begleiten.
Auch hier wieder ein herzlicher Empfang. Anne kannte ich ja bereits vom FRA Marathon und bei Doris gab es auch keinerlei Berührungsängste. Wir kannten uns zwar noch gar nicht, aber Bloggen und Laufen schafft automatisch eine Verbindung.

Ein kurzer Weg durch die Kleingartenanlage Richtung Amphitheater. Dort kamen neben Rainer und Christian noch Martin und seine Frau Pia dazu. Die beiden kenne ich ja schon länger und mit Martin habe ich den einen oder anderen Lauf absolviert.
Er vorne und ich hinten.
Rainer hatte für alle eine Führung im Amphitheater arrangiert. Keine alltägliche wie sich herausstellen sollte. Ganze 90 Minuten erlebten wir den Gladiator Valerius welcher uns seine Lebensgeschichte bildhaft und grausam während des tollen Rundganges erzählte. Schwer beeindruckend und auf jeden Fall zu empfehlen.

Treffen vor dem Amphitheater
Treffen vor dem Amphitheater
Warten auf den Gladiator
Warten auf den Gladiator

Richtig durchgefroren ging´s danach ins Weingut G.F. von Nell. Dort kam noch unser Nordlicht Volker dazu. Bei ihm hat es die letzten Jahre nie geklappt mit einem Treffen. Irgendetwas kam immer dazwischen.
Es gab viel zu erzählen. Dazu lecker Essen und entgegen meiner Gewohnheit sogar ein paar Gläschen leckerer Roter.
Mich fasziniert jedes Mal die Selbstverständlichkeit wie die Läufer und Blogger miteinander umgehen. Keine Scheu und einfach so als wäre man schon ewig befreundet. Einfach nur schön und herzlich.

Lecker Wein in fröhlicher Runde
Lecker Wein in fröhlicher Runde
Kellerführung
Kellerführung
Schatzlageer
Schatzlageer
Sektverköstigung stilecht
Sektverköstigung stilecht
Man erkennt den wahren Kenner
Man erkennt den wahren Kenner

Von der Hausherrin wurden wir noch zu einer „Weinkellerbegehung“ eingeladen. Informativ und mit einem anschließenden Sekt im Kellergewölbe ein toller Abend.
Den wir langsam mit einem kleinen Absacker ausklingen ließen bevor ich mich mit Anne und Doris auf den Weg zum Hotel machten. Die beiden führten mich sicher durch die Dunkelheit zum Hotel zurück. Dort war ich auch ziemlich geschafft. Von Morgens umd 5:00Uhr bis Nachts um kurz nach 1:00Uhr war´s ein anstrengender Tag.
Aber richtig toll!

Am Samstag Morgen ging´s ein wenig schwerlich aus den Federn, aber da um 10:00Uhr ein gemeinsamer Lauf geplant war und ich vorher noch was frühstücken wollte, war um kurz vor 8:00Uhr die Nacht zu Ende.
Kurz vor 10 holten mich wieder Anne und Doris ab. Diesmal mit dem PKW, da wir in die Nachbargemeinde zum Sportplatz mussten.
Dort waren dann alle wieder versammelt. Hinzu kamen noch Christoph, Birgit und Michael vom Lauftreff Olewig, Rainers Verein.
Selbst Martin wollte mit seinem kranken Fuß eine kleine Runde mitlaufen. Aus der kleinen Runde wurden dann gut 12 Kilometer und 250 Höhenmeter.
Auf der Runde hatten wir wieder eine hervorragende Fremdenführung die allerhand Informationen für uns parat hielt. Zusammen mit den obligatorischen Fotopausen schaffte ich es letztendlich auch dran zu bleiben. So richtig warm werde ich mit Weinbergen wohl nie! Leider war ich wohl der einzige ohne Kamera. Die lag alleine im Hotelzimmern. Entsprechend gibt´s ein paar Bilder von Martin!
[superb cats=8]
Danach trennte sich die Spreu vom Weizen und der Rest lief noch weiter bis 28 Kilometer! Respekt.

Uns reichte es. Zumal ich noch mal kurz in die Stadt wollte bevor wir uns am Nachmittag zum abschließenden Grillen bei Rainer trafen.
Selbst das mehr als bescheidene Wetter tat der Stimmung absolut keinen Abbruch. Kurzerhand wurde das Ganze einfach in Esszimmer bei Rainer verlagert. Hierzu nochmals meinen herzlichsten Dank für die Gastfreundschaft. Es war richtig schön.

Sie essen wie Sie laufen!
Sie essen wie Sie laufen!
Es hat jedem geschmeckt!
Es hat jedem geschmeckt!
Eine große Lauf-Bloggerfamilie
Eine große Lauf-Bloggerfamilie
einschl. Katze!
einschl. Katze!

Nach reichlich Gegrilltem und ein paar alkoholfreien Weizen ging es dann aber am Samstag Abend gegen 22:00Uhr ein wenig früher zurück in´s Hotel. Schließlich bin ich ja nicht mehr der Jüngste!
Sonntags war dann die Heimreise. Mit der Bahn in 4 Stunden von Trier nach Hause. Zusammen mit einem Sack voller schönen Erinnerungen und einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen.

Als Fazit gibt´s eigentlich nur eines!

Schön war´s! Gerne wieder!

Mit der Gelassenheit kommt die Zufriedenheit

Gelassenheit ist eine Einstellung zum Leben die nicht jedem zwangsläufig in die Wiege gelegt wird. Manch einer muss an der entsprechenden Gelassenheit hart arbeiten. Man muss versuchen sich in viele Dinge hineinzudenken, vieles neu zu überdenken und auch bisher unbekannte oder fremde Erklärungsansätze zulassen. Man muss einfach bereit sein seine bisherige Denkweise und sein Schubladendenken ein wenig zu verlassen.

Dies betrifft natürlich auch das Thema Laufen.
Hier ist die Frage die man sich ab und an mal selbst stellen sollte.

Warum laufe ich eigentlich?
Sportlicher Ehrgeiz?
Gesundheit?
Spaß?

Was sind meine Ziele?
Laufen um zu gewinnen?
Laufen als gesellschaftliches Ereignis?
Treffen und Spaß mit Gleichgesinnten?
Grenzen ausloten?

Was bin ich bereit für meine Ziele zu tun?
Trainingspläne?
Vorbereitungen?
Entbehrungen und Disziplin?

Wenn man sich diese Fragen ab und an stellt, wird man bestimmt feststellen, dass das Eine oder Andere nicht so ganz zueinander passt.
Als ich vor 6 Jahren angefangen habe zu Laufen, und ich habe die 45 Jahre vorher das Laufen gehasst, habe ich einen rigorosen Schnitt in meinem Leben absolviert. Zuerst unbewusst und vor allem extrem anstrengend. Der Grund warum ich in meinen ersten Laufjahren immer total fertig nach den Einheiten war, beruht darauf dass ich einfach viel zu schnell unterwegs war.
Maßstab war nie das eigene Körpergefühl sondern irgendwelche Angaben aus Laufzeitschriften oder Trainingsplänen. So richtig auf meine Person hat das nie gepasst. Jeder Mensch ist nun mal ein Individuum und hat eigene Vorraussetzungen und Möglichkeiten.

Man`n ist stolz seine ersten 5 Kilometer am Stück gelaufen zu sein. Und dies auch absolut zurecht. Man hat es sich verdient stolz zu sein.
Es kamen die ersten 10 Kilometer, 20 Kilometer und die erste Halbmarathondistanz.
Auf einmal will man auch mal den Vergleich mit anderen. Wettkampfluft schnuppern und testen was wirklich so geht. Training ist ja was anderes als ein Wettkampf.
Also gab es eine Vorbereitung mit immer längeren Trainingseinheiten und Variationen innerhalb derselben.
Am 06.08.2008 war´s dann so weit. Mein allererster offizieller Wettkampf. Ein Halbmarathon im Rahmen des ersten Darmstädter Sparkassen Marathon.
Ich wirklich extrem aufgeregt. Eine riesige Menschenmasse begab sich nach und nach zur Startaufstellung. Ich ging an allen vorbei und reihte mich so ziemlich an letzter Stelle ins Feld ein. Minuten später begann mein allererster Wettkampf im Laufen.
Als ich nach gut 2 Stunden und 15 Minuten ins Ziel kam, schwor ich mir solch eine Tortour niemals wieder anzugehen. Ich war restlos am Ende.
Trotzdem behielt ich erst einmal meinen Leihchip. Man weiß ja nie.

4 ½ Jahre später besitze ich den Chip noch immer. Habe insgesamt 12 Marathons und davon sogar die Hälfte davon als Ultra absolviert.
Die Nervosität am Start ist relativ schnell einer Gelassenheit gewichen. Gelassenheit aus dem Grund, da ich relativ schnell erfahren musste, dass ich zu den Radiergummis im Laufsport gehöre. Und die laufen immer hinten, gemütlich aber mit dem Willen zum Finish.
Und dort habe ich auch viele nette und interessante Menschen kennengelernt. Menschen die das Laufen lieben. Denen es wichtiger ist gemeinsamer zu laufen als gegeneinander.
Klar gibt es immer wieder mal einen kleinen, persönlichen Zweikampf. Auch im hinteren Teilnehmerfeld ist ein gewisser Ehrgeiz vorhanden, doch die wahren Genießer spielen eher miteinander. 😉
Mit den längeren Strecken kamen natürlich auch längere Trainingseinheiten dazu. Und am Anfang die unvermeidbaren Verletzungen wenn man schneller mehr will als der Köper kann. Es braucht nun mal seine Zeit bis sich der Körper von der jahrzehntelangen Bewegungslosigkeit umstellt. Und wenn der Körper diese Zeit nicht freiwillig bekommt, nimmt er sie sich. Meistens äußerst schmerzhaft!
Auch dies musste ich erlernen. Aber nach und nach kam auch hier die Akzeptanz das gewisse Dinge ihre Zeit brauchen.

Im letzten Jahr kam der zweite gravierende Einschnitt in meinem Leben. Auf Grund der beruflichen Überlastung kam es zu einem BurnOut. Selbst der Sport konnte mich nicht mehr retten, sondern verursachte zum Ende hin noch zusätzlichen Stress. Die Umfänge im beruflichen und sportlichen Bereich waren einfach zuviel.
Wieder hieß es umdenken. Neue Ziele definieren. Das Leben neu organisieren und entsprechende Prioritäten setzen.
Dies kann nur jeder für sich selbst entscheiden und festlegen. Kein Mensch außer mir selbst ist für meine Gesundheit und mein Leben verantwortlich. Ich habe dafür zu sorgen das ich gesund bleibe.
Dies versuche ich beruflich umzusetzen und natürlich auch im sportlichen Bereich.

Für mich gibt es kein MUSS mehr beim Laufen oder Biken. Wenn´s nicht passt oder ich das Gefühl habe ich brauche eine Pause, dann nehme ich mir diese.
Ich möchte lediglich wieder meinen Spaß am Laufen haben. Ich werde weiterhin meine Ultras laufen und zusammen mit Gleichgesinnten ein paar schöne Tage beim Laufen erleben.
Es wird bestimmt das eine oder andere Highlight herausgesucht bei dem ich auch mal wieder die Intensität der Vorbereitung anheben muss. Aber alles in einem gemütlichen und vor allem zu bewältigenden Rahmen.
Am letzten Wochenende war seit langem mal wieder ein langer Lauf geplant. 30 Kilometer sollten es schon werden. Locker und flockig durch die heimischen Wälder. Schließlich steht schon in drei Wochen der Rennsteig-Supermarathon auf meiner Liste. Ein Lauf auf den ich mich unheimlich freue. Aber auch den notwendigen Respekt besitze. Schließlich bin ich die Strecke schon letztes Jahr gelaufen.
Der Lauf am letzten Wochenende war am Morgen. Nüchtern wie die meisten meiner Läufe.
Zwar habe ich ein wenig Gel und Getränke mitgenommen, aber nach exakt 30 Kilometern war der Akku total leer. Aber anstatt zu hadern und mit Sorge nach vorne zu blicken, bin ich die letzten 4 Kilometer einfach stramm gegangen. Früher hätte ich das nicht gekonnt.
Falsch verstandener Ehrgeiz! Egal wie, aber ich hätte mich laufend nach Hause gequält. Wie sieht das denn aus wenn man als Läufer geht und nicht läuft. Auch hier wieder das alte Thema. Mache ich dass für mich oder für die Leute die ich unterwegs treffe. Ich bin mir sicher das es 99% von denen absolut Wurscht ist ob ich Laufe oder Gehe.
Also warum sollte ich irgendjemand etwas vorspielen? Und mir muss ich es schon gar nicht beweisen.

Im Gegenteil. Ich habe mich früher schon öfters kaputtgelaufen und mich letztendlich gefragt warum. Was bringt mir das überhaupt. Den Rest des Tages kann man dann vergessen und die Regeneration hätte wieder Tage gedauert. Durch das Gehen hatte ich ein CoolDown im optimalen Pulsbereich und habe zusätzlich noch die Muskulatur ein wenig gelockert.
Vielleicht müssen bei mir ab und an solch schmerzhafte Einschnitte sein um den wahren Sinn und die wahre Bedeutung des eigenen Tun´s wieder neu organisierst werden können.
Aber ich bin mir sicher, so lange ich dies noch ändere und immer wieder neu auf den Prüfstand stelle, so lange ich aus meinen Fehlern lerne und entsprechend reagiere, werde ich mehr und mehr von Gelassenheit und Zufriedenheit beschenkt.

In diesem Sinne!
Keep Running!