Get the Flow – Glück ist etwas ganz Einfaches

Morgens 5:00 Uhr in Deutschland. Die Augenlieder wollen noch nicht so recht nach oben und der Blick auf´s Thermometer zeigt freundliche Minusgrade. Es gibt bestimmt Momente im Leben die mehr nach Glück riechen.

Aufstehen, Zähne putzen und erst mal richtig einpacken. Stirnlampe aufschnallen, Suunto Ambit ans Handgelenk und raus an die frische Luft. Und mit Frisch meine ich wirklich frisch.
Knackige -3°C erwarten mich im Vorgarten. Kein Wind. Kein Niederschlag.
Mein Wetter!

Geplant war den Radweg zur Arbeit zu laufen. Immer schön der Bundesstraße lang. Aber nach wenigen Metern bin ich mir sicher dass ich heute durch den Wald laufe. Allen Wildschweinen und Werwölfen zum Trotz.

Also geht´s auf meine Standartstrecke durch den Wald. Hügelig, einsam und ruhig. Die bessere Alternative zur stark befahrenen Bundesstraße.
Langsam beginne ich die ersten Kilometer. Testen wie´s heute so läuft. Die Atmung ist ruhig und gleichmäßig und die Beine fühlen sich gut an. Die letzten Trainingseinheiten haben gut getan und nach wenigen Kilometern läuft´s wie von alleine.
Im kleine Kreis der Stirnlampe und dem Rhythmus des Atmens versinke ich in Gedanken. Das Drumherum findet nicht statt. Nur ich, der Lichtkegel vor meinen Füßen und mein Herzschlag sind präsent. Der Rest ist ganz weit weg.
Die Gedanken kreisen wie wild im Kopf. Wirr und ohne Bezug. Genauso schnell wie die Gedanken kommen, gehen sie auch wieder. Eine geistige Müllabfuhr!

Den ersten Anstieg nehme ich kaum war. Zwar geht der Atem schneller und der Puls zieht bedenklich an, aber die Beine geben den Rhythmus vor. Laufen lassen. Fühlen!

Die Zeit verfliegt wie im Fluge. Das Glück erreicht den Kopf. Lächelnd durch die Nacht ohne einen bestimmten Grund. Endorphine bringen den Kick. Ich bin Ich.

Beim letzten Anstieg lassen die Beine noch immer nicht nach. Die Bronchien rasseln und saugen die klare Luft gierig ein. Gleichmäßig und eigenständig vollziehen sie ihr Werk. Keine Erschöpfung, keine Schwäche. Immer weiter.
Massen von Glücksgefühlen. Im Kopf! Im Herzen!
Get the Flow und genieße. Ich alleine im kleinen Blickfeld der Lampe.
Vergessen ist der langsame, lockere Lauf. Ich habe das Gefühl ich fliege. Schwebe über den gefrorenen Boden. Alles passt und nichts kann mich aufhalten!

Bis auf die nahenden Lichter der Stadt die mich zurückholen aus dem Zustands des Glücks. Frisch im Kopf und glücklich im Herzen. So langsam merkt man die Anstrengung. Aber auch sie tut gut. Alles passt zusammen. Ein traumhafter Start in den Tag. Gestärkt, Glücklich und zufrieden.

Und das Ganze so einfach!

Das Recht stolz auf sich zu sein

Stolz und Anerkennung als Recht für seine erbrachte Leistung. Egal wo diese gesellschaftlich angesiedelt ist!
Wenn man wie ich fast täglich im Netz unterwegs ist. Hier und da ein paar Laufveranstaltungen absolviert und auch mal zwischen den Zeilen und Worten liest, hat so ab und an das Gefühl, dass die Anforderungen die der Einzelne an sich stellt immer größer werden. Ich habe das Gefühl, dass durch die ständige mediale Präsenz ein unheimlicher Druck aufgebaut wird.
Nicht die individuelle Leistung an sich wird als solche anerkannt, sie wird immer mehr mit Anderen verglichen. Heutzutage ist es anscheinend Leistung mehr einen Marathon an sich zu absolvieren.
Nein, wenn schon Marathon dann doch mindesten unter 4:00 Stunden.

Ich bewundere jeden der in der Lage ist dies zu bewerkstelligen. Ich finde dies eine außergewöhnliche Leistung und zeuge dementsprechend meinen Respekt. Aber muss ich mir dies gleich als Ziel für mich persönlich setzen.
Muss man unbedingt seine Leistung mit anderen vergleichen? Hat jemand der einen Marathon in sechs Stunden oder mehr absolviert nicht das gleich Recht auf Stolz und Anerkennung?

Ich bin der Meinung man hat dieses Recht. Man darf stolz sein auf das was man geleistet hat. Man hat sogar die verdammte Pflicht sich selbst gegenüber.
Jeder Mensch der sich vornimmt ein Ziel zu erreichen, hat das Recht stolz auf sich zu sein wenn er dieses erreicht. Und es steht keinem Außenstehenden zu diese individuelle Leistung in Frage zu stellen. Niemand darf die Arroganz besitzen einen anderen Sportler negativ zu beurteilen. Niemand kennt die Umstände die einen zu „seiner persönlichen Leistung“ treiben.

Stolz wie Bolle!
Stolz wie Bolle!

Beim New York Marathon hat Pamela Anderson ihren ersten Marathon nach fünf Stunden und 37 Minuten erfolgreich absolviert. Glückwunsch und meinen allergrößten Respekt.
In vielen Diskussionen hat man sich darüber lustig gemacht. Ich frage mich warum?
Warum nimmt sich jemand der selbst Marathon läuft, unabhängig ob er dies in 4 Stunden oder in 2,5 Stunden vollbringt, das Recht heraus diese Leistung ins Lächerliche zu ziehen?
Arroganz, Ignoranz oder einfach nur Dummheit?

Ich weiß es nicht. Und ich will es eigentlich auch nicht wissen.
Wenn meine persönlichen Ergebnisse von solchen Zeitgenossen kommentiert werden kann ich damit sehr gut umgehen. Ich persönlich habe schon länger damit abgeschlossen Messlatten von Anderen überqueren zu wollen. Und ich habe auch das entsprechende Selbstwertgefühl damit ich dies gelassen hinnehme. Aber dieses Selbstvertrauen hat nun mal nicht jeder. Und dementsprechend sollte doch diese „ach so tollen Sportskanonen“ doch hier und da mit Ihren Kommentaren ein wenig zurückhalten.
Man kann Leistungen kommentieren. Aber man sollte dafür die Umstände und Rahmenbedingungen der Kommentierten kennen. Und vor allem sollte man sachlich bleiben. Nicht verletzend.

Jeder Mensch der einen Marathon absolviert ist für mich ein ganz besonderer Mensch. Hinter jedem einzelnen steht eine ganz persönliche Geschichte. Aber nur die wenigsten werden medienwirksam vermarktet. Natürlich ist es anerkennenswert wenn jemand im Vorfeld 200 Pfund abgenommen hat. Wenn jemand sein Schicksal in die Hand genommen hat und sein persönliches Ziel erreicht hat.
Aber genauso anerkennenswert ist es, wenn der Mensch von nebenan sein Ziel erreicht!

Also tut mir den Gefallen und respektiert Eure Mitmenschen und Ihre ganz persönliche Leistung!
Danke!

Und die, welche nicht an die Messlatte herankommen, denen möchte ich sagen dass sie die einzigen sind, welche diese Messlatte auf die richtige Höhe legen. Kein anderer legt Deine Ansprüche fest. Du alleine tust dies. Und nur Du kannst letztendlich beurteilen ob diese Latte in der richtigen Höhe liegt. Wenn Du diese einmal verinnerlicht hast, wirst Du irgendwann dieses Ziel überspringen.
Und den Stolz den Du dabei empfinden wirst, den kann Dir niemand nehmen!

Die Arc’teryx Incendo Jacket Softshelljacke – Leichtgewicht für den Herbst

Die Arc’teryx Incendo Jacket Softshelljacke ist nun seit ein paar Wochen Bestandteil meines Laufequipments. Und gerade in der Herbstzeit oder wenn´s mal so richtig windet und die Temperaturen nicht ganz so in den Keller gehen, ist eine Laufjacke ein von mir besonders bevorzugtes Kleidungsstück. In der Tendenz geht dieses Kleidungsstück in den Bereich „Übergangsjacke“! 😉

Eine Jacke die auch mal einen kurzen und leichten Nieselregen ab kann. Die aber dem teilweise unangenehmen Wind im Herbst einen ausreichenden Widerstand bietet. Natürlich sollte auch gewährleistet sein, dass man unter der Jacke nicht gleich ein Kleinbiotop anlegt wenn man mal ein bisschen in´s Schwitzen kommt. Dazu natürlich noch ein optimales Tragegefühl und wenig Gewicht. Wenn all dies zusammen trifft, dann macht man mit einer Laufjacke nichts verkehrt!

Arc’teryx
Arc’teryx

Die Arc’teryx Incendo Jacket Softshelljacke ist wie bisher alle meine Produkte von Arc’teryx sehr hochwertig verarbeitet. Alles ist sauber verarbeitet und ohne Fehler. Die Kanadier setzen besonders hohe Standards in Bezug auf Design und Qualität an. Sämtliche Tätigkeiten vom Produktdesign über die Forschung und Entwicklung bis hin zur Produktionsgestaltung führen sie im Hauptsitz in North Vancouver, British Columbia, Kanada durch. Diese Philosophie wirkt sich nicht nur in der sehr guten Qualität, sondern auch im Preis aus. Wer von den Kanadiern ein hochwertiges Produkt erwirbt legt ein paar Euro mehr auf den Tisch. Hierfür erhält er aber ein entsprechend hochwertiges Produkt dass diesen Preis rechtfertigt.

Nun aber ein paar Daten über die Arc’teryx Incendo Jacket Softshelljacke. Die Jacke wiegt nach Herstellerangaben im Größenmittel ca. 120 Gramm. Mein Exemplar zeigt ca. 130 Gramm an und gehört damit zu den absoluten Leichtgewichten. Zusammengelegt passt die Jacke problemlos mit zur Standardausrüstung wenn man mal loszieht und das Wetter ist unbeständig. Sie ist Windabweisen und schnelltrocknend. Vor allem gegen das Auskühlen ist die Arc’teryx Incendo Jacket Softshelljacke  ein optimaler Begleiter.
In den Innenseiten der Ärmel und unter den Achseln sorgt ein Meshgewebe für entsprechende Lüftung. Zusammen mit dem leichten Gewebe hatte ich nie das Gefühl unter der Jacke übermässig zu Schwitzen. Das Tragegefühl ist prima. So als hätte man gar keine Jacke über. Mir hat sie von Anfang an gefallen und sie ist oft mein Begleiter bei meinen Trainingsrunden.
Wenns mal ein bisserl wärmer wird kann man sie schnell zusammenlegen und mit kleinem Packmass verstauen. Aber bisher war das noch gar nicht erforderlich. Selbst wenn die Sonne mal heraus kommt erzeugt die Arc’teryx Incendo Jacket Softshelljacke  keinen Hitzestau. Durch den Reißverschluss, der übrigens auch toll verarbeitet ist (ich hatte da ja schon so meine Erfahrungen), kann man ja problemlos noch ein wenig „Luftzufuhr“ regulieren.
Zusätzlich hat die Jacke eine kleine Reißverschlusstasche. Hier ist ausreichend Platz für den Schlüssel oder ein paar dünne Handschuhe.


Die Arc’teryx Incendo Jacket Softshelljacke  wird in 4 Farben produziert und kostet ca. 120 Euro. Für mich ein angemessener Preis für die Qualität der Jacke.

Die Arc’teryx Incendo Jacket Softshelljacke  wurde mir zu Testzwecken von Bergfreunde.de zu Verfügung gestellt. Grundsätzlich sind die Ergebnisse dieses Testberichtes unabhängig erstellt und ohne Einflussnahme des jeweiligen Anbieters. Sie entsprechen meiner persönlichen Meinung zu diesem Produkt und sind auf Grund der persönlichen Nutzung entstanden. Eine Einflussnahme seitens des Anbieters findet grundsätzlich nicht statt!

Laufen gegen die Winterdepression – Tipps wie man von der Couch kommt

Wenn die Tage kürzer werden verfallen viele Menschen in eine Art Winterdepression. Sport ist gegen Depression ein anerkanntes Mittel. Aber wie bei allem im Leben muss man auch hier stets die Dosis im Blick behalten. Ich hatte ja da schon meine unangenehmen Erfahrungen gemacht.
Aber grundsätzlich ist Sport, und für mich besonders das Laufen in der Natur, eine optimale Möglichkeit seine „Winterdepression“ nachhaltig zu bekämpfen.

Nun ist es ja nicht jedermanns und jederfraus Sache, bei strömendem Regen, Wind und kriechender Kälte vor die Tür zu gehen. Eine Tüte Chips, dick eingemummelt auf der Couch ist ja auch nicht schlecht. Stimmt! Aber leider nur kurzfristig.
Spätestens beim nächsten Schritt auf die Waage, kommt zu der Winterdepression noch eine weitere hinzu.
Aber ich kann beruhigen. JEDER Mensch neigt zu Bequemlichkeit. Ich eingeschlossen.
Es ist manchmal ein Qual sich aufzuraffen, seine Laufschuhe anzuziehen und nach draußen zu gehen. Es sei denn man liebt dieses Wetter. Soll es ja auch geben! 😉

Aber was macht man wen man nicht der Schlechwetterfetischist ist? Wie kriege ich die Kurve von der Couch auf die Strecke?
Hier mal mein TOP 4 gegen die Winterdepression!

  • Sich neues Equipment zulegen und ausführen, präsentieren und Spaß damit haben. Ob es coole Klamotten sind oder eine neue Laufuhr. Sich einfach mal wieder was für sich gönnen und raus damit. Soll ja jeder sehen was ich mir Gutes gönne!
  • Oder sich ein Gewichtsziel für das kommende Frühjahr setzen. Nicht erst im Frühling feststellen, hoppla die schicken Sachen kneifen ein wenig. Einfach Tagebuch führen über die täglich verbannten Kalorien und sich dann und wann mit besonders viel Genuss etwas Leckeres gönnen!
  • In der Umgebung umhören ob es Gleichgesinnte gibt. Auf vielen Parkplätzen am Waldrand hängen Mitteilungen über Lauftreffs und in Zeiten von Social Media sollte es doch kein Thema sein jemanden zu finden der mit einem gemeinsam eine Runde dreht.  Es gibt viel mehr Menschen die „Mitläufer“ suchen als man denkt. Manchmal findet man sie sogar unter den Arbeitskollegen oder unter „alten“ Freunden.
  • Laufen bei strömendem Regen hat den Vorteil dass die Hundebesitzer, mit denen wir Läufer stets Pronleme habe weil sie keine Ahnung von Tierhaltung haben, faul zu Hause auf der Couch liegen! Es herrscht weitgehend „bissfreie Zone“!

Ich denke mal da hat jeder so seine eigenen Rezepte. Und bestimmt nicht jeder Ansatz ist für den einen oder anderen geeignet. Aber ich wollte einfach ein paar aufzählen die mir so spontan einfallen. Und natürlich würde ich mich freuen wenn der/die eine oder andere SEIN persönliches Rezept gegen die Winterdepression verrät!

Ich selbst ziehe jetzt meine Laufschuhe an, treffe mich mit einem Arbeitskollegen und genieße den Herbst!
Keep Running und lasst es Euch gut gehen.