Früh Morgens in Hessen

Es ist gerade mal 5:00Uhr morgens in Hessen als ich meine Suunto im Garten die Satelliten suchen lasse. Im Schein der Stirnlampe dampft die Atemluft um mich herum.
Kühl ist´s heute Morgen und trotzdem habe ich die 3/4Tight gewählt. Der Mond steht fast in voller Pracht am pechschwarzen Himmel.
Nur hin und wieder zieht eine graue Wolke durch das Schwarz. Die umliegenden Gebäude liegen wie Ihre Bewohner noch im Schlaf. Nur vereinzelt zeigen sich die ersten Lichter.

Mit den Hokas an den Füßen geht´s los Richtung Darmstadt. Die Arbeit ruft. Zwar leise, aber bestimmend.
Und bis dahin sind es exakt 17 Kilometer. 17 Kilometer auf einem asphaltiertem Radweg neben einer Landesstraße. Nicht unbedingt der Traum jedes Läufers, aber Morgens in der dunklen und nassen Jahreszeit eine gern genommene Route.

Morgens auf der Winterroute
Morgens auf der Winterroute

Die ersten 4 Kilometer geht´s noch durch die Gemeinden. Die Stirnlampe kann so lange ausbleiben da die Beleuchtung ausreichend ist.
Dann geht´s so langsam hinaus in´s Feld. Spargelfelder auf denen die Nebelschwaden bizarre Formen bilden. Die entgegenkommenden Autos blenden. Es ist schwer den Radweg zu erkennen.
Brillenträger haben es bei Nebel im Dunkeln besonders schwer!

Bei Kilometer 6 habe ich den Waldrand erreicht. Und auch der ersten Anstieg steht auf dem Programm. Ich freu mich jedes Mal wenn ich oben bin!

Höhenprofil
Höhenprofil

Nach zwei weiteren Kilometer Anstieg habe ich den höchsten Punkt der Strecke erreicht. Zeit den Puls wieder zu beruhigen und langsam wieder bergab zu laufen.
Der Verkehr nimmt von Minute zu Minute zu. Die Pendler Richtung Darmstadt machen sich auf den Weg in den Stau. Waghalsige Überholmanöver lassen mich immer wieder den Kopf schütteln. Stress am frühen Morgen. Darüber kann ich nur lachen.
Zufrieden setze ich einen Fuß vor den anderen und genieße die frische, kalte Luft. Der Kopf ist frei und die Gedanken springen hin und her. Es geht mir gut und dies freut mich.

Nach 14 Kilometer nochmal ein letzter Anstieg. Dann geht´s nur noch bergab Richtung Arbeitsstelle.
Nach exakt 2 Stunden und 17 Kilometern komme ich entspannt an. Ein Lächeln auf den Lippen. Duschen, anziehen und mit viel Elan freue ich mich auf meinen ersten Kaffee.
Es wird ein guter Tag.
Nach solch einem Beginn kann er nur gut werden.

Mein heutiger entspannter Lauf zur Arbeit
Mein heutiger entspannter Lauf zur Arbeit

Und warum tue ich mir das an?
Warum laufe ich Morgens um 5:00Uhr durch Hessen?

Ganz einfach.
Weil ich es kann! 😉

14 Gedanken zu „Früh Morgens in Hessen“

  1. Warum tust du dir das an? Weil du’s kannst! Und weil du am Arbeitsplatz eine Dusche vorfindest – bei mir ist das leider nicht der Fall, so dass ich mich mit dem abendlichen Heim-Laufen begnügen muss.

    1. Wenn ich an einem Tag 17km hin und 17km heimlaufe, dazwischen 9 Stunden arbeite, kann ich den Abend so gut wie vergessen.
      Das kann man vielleicht ab und an mal machen, aber auf Dauer wäre mir das doch ein wenig viel! :yes:

    1. Danke Steve,
      im Augenblick ist es wie so wie es sein soll. Das Laufen als entspannender Gegenpol zur Hektik des Alltages. Ich musste es wieder lernen zu leben und zu schätzen.
      Laufen und Genießen! :yahoo:

  2. Ja, großartig. Ich lese ein wenig wehmütig, weil ich ja im Moment mal wieder nicht laufen kann und ich die morgendlichen Läufe so liebe… deshalb ja… tue es, weil Du es kannst. Gerade morgens ist es ein so toller Beginn in den Tag.

    1. Schade Anja.
      Ich dachte dass hätte sich jetzt so langsam erledigt. Aber nur nicht die Hoffnung aufgeben. Ich bin mir sicher, wenn man dran bleibt und nicht aufgibt, kommt irgendwann mal wieder Land in Sicht! :good:

    2. geht mir genauso (mit dem NEID, [noch] nicht [wieder] laufend 🙁 ), zumal ich auch am liebsten moprgens unterwegs bin
      aber bei 30km einfache strecke ist das leider keine option
      früher auf alter arbeit bin ein paar mal sommers als Mtraining abends HEIMgelaufen, kürzer als mit dem auto dann rund 25 hügelige km durch den westerwald, herrlich, wollte nur immer gut geplant werden wegen des nächsten tags mangels ÖPNV wieder hinzukommen

    1. Da gebe ich Dir Recht Eddy. So ne Dusche am Arbeitsplatz hat schon was. Fördert die Variabilität! 😉
      Aber einen 10er kann´s Du auch zu Hause um die Ecke vor der Arbeit laufen.

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