Fazit meiner 30 Tage Vegan-for-Fit-Challenge.

30 Tage Vegan-for-Fit-Challenge. Nu isse rum!
30 Tage an denen ich echt eisern durchgehalten habe. 30 Tage an denen ich sehr viel über Ernährung und viele Alternativen für „gewohnte“ Nahrungsmittel kennengelernt habe.
30 Tage an denen ich mich nicht nur streng vegan ernährt habe, sondern auch noch konsequent auf Zucker und industriell verarbeitete Produkte sowie Weißmehl verzichtet habe.
30 Tage die sehr schwer anliefen, mittendrinn einen Durchhänger hatten und am Schluss teilweise schon wie selbstverständlich liefen! Und was bleibt nach diesen 30 Tagen hängen? Was passiert nun?

Ziehen wir erst einmal ein Fazit.
Wenn man sich auf die 30 Tage Vegan-for-Fit Challenge von Attila Hildmann einlässt und vorher eigentlich noch keine intensiven Berührungen mit der veganen Küche hatte, ist der Einstieg meines Erachtens schon ziemlich schwer.
Alleine die Tatsache das es viele neue Nahrungsmittel gibt führt zu einer gewissen Unsicherheit. Wieviel von was brauche ich?
Wie schmeckt es?
Macht die angegeben Menge satt?
usw. usw…….

Was den letzten Punkt betrifft kann ich nur sagen, es macht satt. Und wie. Selten war ich nach Mahlzeiten so gesättigt wie nach den Rezepten der Challenge. Teilweise sind die angegebenen Mengen einfach zu viel. Aber von vielen leckeren Rezepten kann man sich ja für die folgende Tage noch was auf die Arbeit mitnehmen. So ein Quinoasalat in verschiedenen Geschmacksvariationen geht eigentlich immer und mach dazu noch richtig satt.
Manche Rezepte waren mir in Bezug auf das Ergebnis definitiv zu aufwendig. Die Hamburger mit selbstgemachten Brötchen sehen zwar toll aus, aber dafür einen halben Tag in der Küche zu werkeln sehe ich bei dem bescheidenen Geschmack nicht unbedingt ein. Aber da hat jeder wohl seine eigenen Geschmackshighlights!

Schön war auf jeden Fall, dass die Familie wieder gemeinsam gekocht hat. Spannend wenn man zusammen etwas Neues ausprobiert und feststellt, dass viele Dinge auch ohne die konventionellen Zutaten hervorragend schmecken. Man lernt wieder reine Zutaten kennen und weiß was in der zubereiteten Mahlzeit drin ist. Ein Punkt der sehr positiv in Erinnerung bleibt und dazu geführt hat, dass man mit den Lebensmitteln wieder neues ausprobiert. Mit sehr überraschenden und teilweise köstlichen Ergebnissen.

So weit so gut was das rein kochtechnische und geschmackliche betrifft. Funktioniert alles ganz prima wenn man selbst kocht und zubereitet. Wenn man aber mal außerhalb ist, wird’s mit „fremder“ Ernährung schon kritisch. Meine Geburtstagseinladung mit Kesselgulasch und Spätzle hat letztendlich dazu geführt, dass die einzige Mahlzeit aus Erdnüssen bestand. Alles andere, außer den Sonnenblumen als Dekoration auf den Tischen, war entweder nicht vegan, mit Zucker versehen oder industriell verarbeitet. Da sieht die Welt dann schon ziemlich düster aus wenn man Hunger hat.

Ein weiterer Punkt, und für mich auch eigentlich der am schwersten einzuhaltende, war der Verzicht auf Käse. Ich liebe Käse und habe diesen auch gerne in seinen vielfältigsten Variationen ausprobiert. Ich habe den Versuchungen 4 Wochen lang wiederstanden, aber das erste was ich mir am WE gönnen werde ist ein leckeres Stück Käse!

Und so komme ich auch zum abschließenden Fazit meiner 30 Tage Vegan-for-Fit-Challenge und zu dem wie es nun mit meiner Ernährung weiter geht.
Für mich waren die 30-Tage teilweise auch sehr „Ernährungsstressig“. Ständig zu überlegen was kann ich essen. Nicht einfach entscheiden zu können sich mal spontan mal eine Bratwurst zu holen oder in ein frisches belegtes Brötchen zu beißen ohne genau zu wissen was drauf ist.
Es ist ein sehr enges Korsett was man schnürt wenn man diese Ernährungsweise verfolgt. Ein Korsett, welches in dieser starren Form noch nicht einzugehen bereit bin.

Ich werde zukünftig definitiv immer überlegen was ich esse, aber ich möchte mir nicht die Freiheit vorn vornerein nehmen dass ich es esse!

Ich denke dieser Satz trifft es so ziemlich auf den Punkt.
Meine Haupternährung wird definitiv im Schwerpunkt eher vegetarisch sein. Viele liebgewonnene vegane Rezepte werden weiter gerne gekocht. Dazu gibt es bestimmt vieles was ich auf dem Sektor vegan noch ausprobieren möchte. Die 30 Tage Vegan-for-Fit-Challenge hat mir gezeigt, dass man sehr vieles genauso lecker vegan herstellen kann. Nicht alles, aber vieles!
Vielleicht werde ich eines Tages tatsächlich Veganer. Vielleicht ist dies erst ein Einstieg, der durch das Fallen von selbst auferlegten Beschränkungen weitergeführt wird.
Ich weiß es nicht und ich kann diese Frage im Augenblick auch nicht beantworten. Es ist für mich auch augenblicklich nicht wichtig.

Jetzt erst mal chillen...
Jetzt erst mal chillen…

Auf jeden Fall wird der Verzicht auf Zucker zu einem Grundbestanteil meiner Ernährung. Hier habe ich genügend Alternativen greifbar um darauf zu verzichten. Das gleich gilt für industriell bearbeitete Produkte. Es wird sich zwar nicht immer vermeiden lassen, aber man kann es schon ziemlich reduzieren.

Als Ergebnis bleiben nun ein vielfach erweitertes Bild zum Thema Ernährung. Aber auch die Erkenntnis, dass ich mit Regeln und Einschränkungen sehr schwer leben kann. Vielleicht ergibt sich ja aus dem Wegfall dieser Regeln und Einschränkungen ein gegenteiliger Effekt. Wenn ich nicht unbedingt muss, könnte ich ja…..
Ich lasse mich überraschen. Jedenfalls hat mir die 30 Tage Vegan-for-Fit-Challenge einen Mehrwert an Lebensfreude, Kraft und Energie beschert. Und als tollen Nebeneffekt hat es mir auch noch gute 7 kg von den Rippen gespült! Und dies ohne zu Hungern. Ist ja auch nicht gerade das schlechteste.

a bisserl schmaler isser....
a bisserl schmaler isser….

Ich kann jedem der sich an gesunder Ernährung probieren will die 30 Tage Vegan-for-Fit-Challenge nur empfehlen. Es ist definitiv eine Anleitung die Lust macht auf mehr.
Ob sie letztendlich dazu führt ob man sich zukünftig vegan ernährt oder nicht, muss letztendlich jeder persönlich für sich entscheiden. Und ich bin der Meinung dass dies auch eine Entscheidung ist die man nur für sich selbst treffen kann.
Die Beweggründe warum sich jemand für irgendeine Form seiner Ernährungsweise entscheidet ist für mich eigentlich nicht diskutabel. Wichtig ist lediglich sich wenigstens ab und an einmal über das Thema Ernährung und Nahrungsmittel ernsthaft zu beschäftigen und man sich überlegt was man unter seiner Nase hineinschiebt.

Wie meine letztendliche Entscheidung ausgeht kann ich heute noch nicht sagen, aber ich habe sehr viel schätzen gelernt und werde auch vieles beibehalten. Der endgültige Weg wird sich daraus entwickeln.

27 Gedanken zu „Fazit meiner 30 Tage Vegan-for-Fit-Challenge.“

  1. Habe gefastet, nach serbisch-orthodoxer glaube, wie die Mönche normalerweise fasten tun. Sieben Wochen vor Ostern habe ich 5 tage in der Woche nicht einmal Vegan gegessen, es ist nur das gekochte Gemüse oder Obstkompott ohne Öl und ohne zucker. Am Wochenenden darf man mit Öl braten (Kartoffeln oder ähnliches). Ein mal war der fisch möglich, den habe ich nach 5 Wochen so gewünscht, kann nicht sagen wie, der fisch ist aber ein muss in der Küche bei mir. Kochen müsste ich fast jeden Tag und abgenommen habe ich nur 2 bis 3 kilo, mehr nicht. Ein Erlebnis, denn man nicht beschreiben kann, besonderes, wenn man essen ohne ein tropfen Öl zubereiten soll.
    Bin momentan in der zweiten fase (Weihnachtsfastenzeit) und es fehlt mir immer wieder was neues an, was ich kochen soll. Werde jährlich solche Fastenzeiten einhalten, finde für die Psyche sehr energetisch.
    Allen anderen wünsche ich auch viel erfolg mit Vegan Fit Challenge, es kann nur was gutes tun!

  2. Das ist ja der Trick: Wenn du einen halben Tag in der Küche stehst und Brötchen bäckst, sitzt du sicher nicht auf dem Sofa… 🙂

    Den Bildvergleich finde ich riskant. Erinnert mich an die gängige Bauchspeck-Werbung. Vorher – nachher. Vorher 1:1, nachher Photoshop…:-)))

    Mag dir den Erfolg gönnen. Hast echt einen starken Durchhaltewillen!

    1. Danke Chris,
      es war schon ein harter Monat. Aber wenn man neue Erfahrungen gewinnen und seinen Horizont erweitern möchte, muss man ab und an mal neue Wege begehen.
      Und an meinen Körper lasse ich doch kein Photoshop! 😉

  3. Respekt für’s Durchhalten – gerade wegen der vielen Zeit, die man dann in die Zubereitung stecken muss. Da bin ich froh, dass ich so etwas nicht tun muss, mir reicht das Lesen deiner Erfahrungen 😉

    1. Da ich ja davon ausgehe, dass Du dich sowieso sehr, sehr gesund ernährst Hannes, reicht Dir ja auch meine Erfahrung. 😉
      Wenn Du mal älter bist und mehr Zeit hast, kannst Du ja auch alles noch in Ruhe ausprobieren. 😉

  4. Wow 7kg, nicht schlecht, nicht schlecht. Ich hab mir ja damals geschworen, mehr Gerichte mit wenig Kohlehydraten zu essen. Davon ist (leider) nicht viel übrig geblieben. Aber ne Erfahrung war es – auch als Veganer – trotzdem wert.

    1. Wie bereits erwähnt, vegan heißt ja nicht unbedingt „schlanke Küche“! Der Gewichtsverlust kommt definitiv vom Verzicht auf Zucker und Kohlehydrate. Was ich toll finde ist das die Mahlzeiten von Attila definitiv sehr satt machen. So fehlen einem die Kohlehydrate nicht.
      Außer wenn Du viel Sport machst. Dann hängt man schon mal in den Seilen!

  5. Diese 30 Tage waren sehr interessant – auch für mich, schließlich habe ich Deine Beiträge mit verfolgt.

    Wobei ein Punkt für mich offen bleibt: unabhängig von gefühlten Punkten wie macht satt, teilweise zu viel usw., ist für mich offen ob der Wohlfühlfaktor, die 7 kg tatsächlich der veganen Ernährung, dem Verzicht auf Zucker, dem Verzicht auf industriell Verarbeitetes oder dem bewussten Auseinandersetzen mit Essen zum Opfer gefallen sind. Vermutlich ist es eine Kombination aus allem und für Dich auch egal, da Du ja entschieden hast (erstmal) nicht den dogmatischen Ansatz zu wählen.
    Toll finde ich übrigens auch kritisch anzumerken, dass es auch Gerichte gab die gar nicht gingen. Zu oft schon habe ich Veganer gesehen, die zwar beim Essen sagten oh wie lecker, das Gesicht aber etwas ganz anderes ausdrückte. Aber das ist natürlich die persönliche Entscheidung jedes einzelnen.

    Ich habe jedenfalls ein paar Ideen aus Deinen 30 Tagen mitgenommen, wenn gleich ich mich wohl nie vegan ernähren werde. Da sprechen für mich vor allem „meine“ Zöliakie und die damit verbunden Einschränkungen, aber auch die instinktive Abneigung gegen starre Regeln dagegen. Ein bewussterer Umgang mit Lebensmitteln (wobei ich industriell Verarbeitetes schon immer so gut es ging vermieden habe) und die schon in letzter Zeit erfolgte Reduzierung des Fleischkonsums bzw. der komplette Verzicht auf Wurst sind für mich aber ein guter Weg.

    Ich bin also auf weitere Erfahrungen von Dir gespannt … 🙂

    Liebe Grüße

    1. Hi Jana,
      die 7kg sind meines Erachtens kein Ergebniss des veganen Ernährens. Das kommt eher von folgenden Punkten die bei Attila Hildmann ja zusätzlich auf dem Plan stehen:
      – kaum Kohlehydrate
      – nach 16:00Uhr noch weniger Kohlehydrate
      – nach 19:00Uhr gar nichts mehr essen
      – kein Zucker
      – keine industriell weiterverarbeitete Produkte
      – kein Weißmehl

      Fakt ist aber, dass durch hochwertige und gesunde Nahrungsmittel und einen sehr hohen Anteil an gesunden Fetten, das Abnehmen wesentlich leichter wird.
      Und Zucker habe ich tatsächlich nach drei Tagen nicht mehr vermisst. Meine Schoki mache ich mir im Augenblick selber, wobei der Heißhunger darauf auch der Vergangenheit angehört.
      Ich habe einfach vieles dazugelernt und denke mal ich werde vieles daraus weiter beibehalten!

  6. Vielen Dank für Deinen ausführlichen Bericht. Das Buch ist auf jeden Fall bestellt, wobei ich mich zunächst eher an einzelnen Rezepten als einer Challenge versuchen möchte. Die Fotos sind eindrucksvoll! Aber wie Du selbst sagst: zuviel Zwang und Druck bringen’s nicht, und was für Dich der Käse, ist für mich die Schokolade. 🙂

    1. Hi Christiane,
      am Beyten selber ausprobieren. Ich denke erst dann kan man überhaupt entscheiden was dahintersteckt und ob es etwas für einen ist.
      Die Idee mit dem Vorantasten mit einzelnen Rezepten finde ich gut.
      Muss ja nicht jeder gleich so konsequent alles über den Haufen werfen! 😉

    2. Probier mal I-choc. Ich hatte auch Angst, ohne Schoki klargekommen. Meine Familie liebt die Schokolade und hat bis heute keine Ahnung, dass sie vegan ist.

  7. Lieber Gerd,

    hatte es bereits erwähnt, Deine Experimentierfreudigkeit ist immer wieder ein Erlebnis und v.a. die Konsequenz mit der DU das durchziehst, Respekt. Vegan, vegetarisch oder carnivor ist eigentlich egal, es muss schmecken und dem Körper gut tun. Seit Jahren macht es bei mir die richtige Mischung, nicht dogmatisch, sondern „al Gusto“ 😉 Ich wünsche Dir, dass es weiter funktioniert!

    Salut
    Christian

    PS: Gut schaut Dein Body aus, hat sich auf jeden Fall gelohnt!!!

    1. Danke Christian,
      so ein Bild überrascht mich selbst auch immer wieder. Wenn man sich täglich sieht fällt so etwas gar nicht so auf. Aber ein bisschen Potential hab ich noch. 😉
      Ansonsten sehe ich es ähnlich wie Du, die Mischung muss stimmen und man sollte nicht alles in ein enges, unflexibles Korsett quetschen.

  8. Beeindruckend das Ergebnis! Das sieht spitze aus, was für eine Veränderung! Sehr gut geschrieben, keinen Druck machen, du machst das Richtige.

    Mit pflanzlichen Grüßen!

    1. Danke Marek,
      ich denke mal es macht es einfacher wenn man nicht immer alles zu 100% angehen will. Der Hang zur Perfektion führt zwangsläufig zum persönlichen Scheitern. Man kann vieles Gut und sehr gut machen. Perfekt muss nicht immer sein!
      Aber ich denke mal ich bin auf einem guten Weg. Ob dieser rein pflanzlich sein wird kann ich definitiv nicht sagen. Aber es ist auf jeden Fall ein anderer Weg als vor der Challenge!

  9. Gerd, ein spannender Beitrag, danke für das Teilen deiner Erfahrungen. Du hast gleich das komplette Programm mitgemacht, und es hat dir gut getan. Irgendwann werde ich mich auch auf die 30d-Challenge stürzen. Die Richtung stimmt!

    1. Gerne geschehen Henrik,
      letztendlich muss ich selbst Dinge ausprobieren um mir ein Urteil bilden zu können. Entsprechend haben mich die 30 Tage in vielfältiger Hinsicht weiter gebracht.
      Ob ich nun den Rest meines Lebens komplett vegan lebe, lass ich hier mal außen vor!

    1. Danke Mario,
      und dafür musste ich noch nicht einmal hungern. 😉
      Aber es ist schon eine enorme Umstellung. Sollte man nicht unterschätzen. Zwischendrinn hing ich schon mal in den Seilen. Vielleicht gehört alles irgendwann mal zur „Normalität!

      1. Bei mir gehört es schon zur Normalität – allerdings sage ich bei einem guten Steak nicht nein 😀 Teilzeit-Veganer ist das Stichwort. So limitierst du dich nicht kunstlich und ernährst dich bewusst gesund und ohne sinnlose Zusatzstoffe oder Stresshormone aus Fleisch und Co.

        <3 Mario

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