Sportverletzung und Kassenpatient – Nicht so einfach

Nun musste ich die Regularien unseres Gesundheitssystems einmal selbst mit vollster Wucht zu spüren bekommen. Wehe dem der sich als Kassenpatient dazu überwindet einen Facharzt aufzusuchen. Noch schlimmer wird´s wenn dieser dann weiter zu „Spezialkollegen“ überweist.
Aber der Reihe nach.

Nachdem ich im Herbst letzten Jahres ein paar „Anlaufbeschwerden“ im linken Fuß hatte, habe ich mir noch keine großen Gedanken gemacht. Schließlich wird man nicht jünger und die Erfahrung hat gezeigt, dass durch ein bisschen mehr Dehnen und Gymnastik, sowie Reduktion der Umfange und vor allem der Intensitäten, nach und nach alles wieder ins Lot kommt.

Meistens waren die Beschwerden schon nach den paar Metern vom Schlafzimmer zum Bad verschwunden. Sozusagen ein bisschen Sand im Getriebe das erst einmal wieder in Gang kommen muss. Zusätzlich gewöhnt man sich im Alter an den Schmerz, wenn er nicht gerade über eine bestimmte Grenze hinausgeht. Das Alter halt!

Nach unserer zweitägigen Wanderung im September verlagerte sich aber dieser Schmerz von der Plantarsehne weiter nach oben in die Achillessehne. Ab diesem Zeitpunkt war´s nicht mehr ganz so leicht mit dem Schmerz umzugehen. In erster Linie stand Schonung auf dem Programm und eine nochmalige Reduktion der Umfänge.
Den Frankfurt Marathon habe ich dementsprechend schweren Herzens gecancelt.

Die Ruhe tat dem Fuß und der Sehne gut, und so lief es im Laufe des Dezember wieder einigermaßen akzeptabel. Sehr zur Freude meiner Waage, die im Laufe der „Reduktion“ einiges zu ertragen hatte. Bei mir ging die Belastung runter, bei ihr gleichmäßig nach oben!

Und so freute ich mich natürlich riesig, als ich im Dezember wenigstens ein bisschen wieder Laufen konnte um der Pfunde Herr zu werden.
Leider hielt die Freude nur bis zwischen den Jahren. Der Schmerz kam wieder.
Nun saß er aber nicht mehr im Bereich des Fußes. Er hatte ungeahnte Höhen erklommen und war nun am „Scharnier“ angekommen. Das erste Mal seit ich laufe, hatte ich Knieschmerzen!

Und zwar so schlimme, dass ich bei unserem Kurzurlaub in Köln noch nicht einmal ordentlich gehen konnte. Shoppingausflüge in die Stadt wurden zur Tortur.
Also wurde sportliche eine „Totalsperre“ in Bezug auf das Laufen auferlegt. Ich entdeckte das Faszientraining, die Krafteinheiten und besorgte mir sogar einen Gymnastikball. Dazu eine erhebliche Einschränkung im Bereich der Ernährung.

Gewicht machen! Kraft aufbauen! Gelenkiger werden!

Mit diesen drei Säulen habe ich fast vier Wochen keinen Laufschuh angezogen. (OK, Ich gebe zu es waren eher drei Wochen – gefühlt aber 10 Wochen)time-481445_1280

Als dann Ende Januar mein neuer Polar V800 eintraf war natürlich Ende der Schonzeit. Und ich muss eingestehen, dass die meisten absolvierten Kilometer schmerzfrei waren. Lediglich ein gewisser „Anlaufschmerz“ und Beschwerden wenn die Kraft in der Muskulatur nachgelassen hat, waren beim Laufen nicht besonders hinderlich.
Etwas anders sieht es aus wenn ich mit dem Laufen fertig bin. Ruhe ist gar nicht gut. Sitzen und Beugen des linken Knies bedeuten ziemlich viel Schmerz. Der Tag nach dem Lauf war meistens ziemlich unangenehm und ist es bei langen Einheiten eigentlich noch immer. Umschläge und Salben gehören zur Standardprozedur nach den langen Einheiten.

Also habe ich mich wohl oder übel dazu entschlossen einen Orthopäden aufzusuchen. Dazu noch Sportmediziner damit dieser auch die schwere psychische Belastung meiner aktuellen Probleme nachvollziehen kann. 😉
Beim ersten Versuch Ende des letzten Jahres bei einem reinem Orthopäden, kam die Diagnose „nichts auffälliges“ und die Frage an mich „Was machen wir denn da jetzt?“.
Rate mal mit Rosenthal, oder wie?

Und so ging ich heute eigentlich ziemlich zuversichtlich zum Termin. Innerhalb von 10 Tagen einen Termin zu kriegen war OK. Und morgens gleich um 8:00Uhr weckte die Hoffnung dass es nicht lange dauern würde um die Diagnose „alles OK!“ zu erhalten und wieder abzuziehen.

7:45Uhr stand Kassenpatient Diro in der Praxis und füllte sämtliche Verzichtserklärungen hinsichtlich „eventuell, vielleicht, gegebenenfalls auftretender Beschwerden aus den eventuell, vielleicht, gegebenenfalls vorgenommenen Behandlungen“ aus. Nur jetzt keinen Fehler mehr machen wenn man schon mal so weit gekommen ist.
Kurz nach 9:00Uhr durfte ich in die heiligen Gemächer. Die angetroffene Ausstattung in schwarz lackierten, edlen Möbeln zwischen stilsicher beleuchteten Kunstgegenständen, kann man echt nicht anders beschreiben. Ganz so schlecht wie in den zuletzt gelesenen Beiträgen zum Thema Verarmung der Ärzte war es hier wohl nicht.medic-563425_1280

20 Minuten bekam ich eine ordentliche Untersuchung meines Knies. Soweit ich dies auf Basis meines eingeschränkten orthopädischen und lateinischen Wissens beurteilen kann. Doc hat sich Zeit genommen und hat auch meine Worte gehört und zur Kenntnis genommen. Ich fand die Untersuchung gut und kompetent. Erste Diagnoseansätze liefen in Richtung Meniskus, ohne dass dies als schwerwiegend oder massiv geklungen hätte. Man sollte es einfach sicherheitshalber überprüfen!
Vorher sollte aber nochmal eine Röntgenaufnahme vom Knie gemacht werden um vielleicht Veränderungen in diesem Bereich zu erkennen.

Also noch mal in den Wartebereich und auf den Termin in der Röntgenabteilung zu warten. Wer Ultras läuft, weiß was es heißt Geduld zu üben!
Und die neue RunnersWorld lag vorsichtshalber in meiner Tasche.
Das Röntgen ging schnell vorüber und ich wurde gebeten noch ein bisschen auf das Bewertungsgespräch zu warten. Zeitung war ja auch noch nicht ganz durch.

Nach gut zwei Stunden hatte ich letztendlich die Gewissheit, dass keine „erkennbaren Auffälligkeiten“ am Knie vorhanden sind. Letztendlich aber nur ein MRT genaueres darüber aussagen KÖNNTE.
Auf die Frage ob ich Laufen darf bekam ich die Antwort ich solle es nicht übertreiben! Damit kann ich im Prinzip leben, wenn ich persönlich definieren kann was „übertreiben“ bedeutet. Tendenziell sollte ich aber eher Radfahren als Laufen!

Meine Frage zur Teilnahme am bald stattfindenden Hamburg Marathon wurde mit dem Verweis auf das MRT erst einmal abgeblockt. Ich solle einen MRT Termin vereinbaren und sofort einen Termin zur Rücksprache im Haus.

Nach gut zweieinhalb Stunden war ich eigentlich noch guter Dinge das ich demnächst einen diagnostizierten Befund meiner Probleme habe und dann entsprechend trainieren kann. Eigentlich eine sehr positive Grundeinstellung meinerseits.

Leider hielt dies nur bis zu dem Zeitpunkt an, als ich versuchte einen Termin zum MRT zu erhalten. Nachdem die Abfrage „Kasse oder Privat“ in Richtung Kassenpatient beantwortet wurde, wurde mir als bestmöglicher Termin der 22. Mai 2015 um 6:00Uhr Morgens genannte!

Dies war der Augenblick in meinem Leben in dem das Vertrauen in unser Gesundheitssystem einen schweren Einbruch erlitt. Ich hatte nach dieser Antwort erst einmal Mühe im Kopf das Datum einzusortieren.
Ende Mai MRT! Hamburg Marathon Ende April??????
Und die Rücksprache beim Orthopäden solle ja auch noch stattfinden.
Irgendwo klemmt da wohl was.
Vielleicht war ja auch nur bei den ersten Radiologen so viel los. Also noch ein paar Anrufe bei weiteren „Anbietern“ dieser Leistung im Gesundheitswesen erledigt.
Bestes Angebot am Ende das Tages, ANFANG MAI!

Ich habe mich gar nicht getraut zu Fragen 2015 oder 2016???

Ich habe jetzt Schmerzen, nicht im Mai! Gut, es ist auszuhalten und ich habe dadurch keine großen Einschränkungen in meinem Tagesablauf. Aber meinen geliebten Sport kann ich so nicht ungetrübt ausüben. Und wer am Laufen so hängt wie ich, weiß dass dies eine erhebliche Einschränkung meiner Lebensqualität bedeutet.
Ich werde zwar weiter versuchen einen Termin zu bekommen, aber innerlich habe ich mich eigentlich entschieden die Sache weiter so anzugehen wie die letzten Wochen. Training dosieren und weitermachen.
Krafttraining, Dehnen und Faszientraining weiter als Funktionaltraining zu forcieren und die Hoffnung pflegen dass es weiterhin so gut ausgeht wie die letzten Jahre vorher auch.

Seit ich mit dem Laufen angefangen habe sind meine gesundheitlichen Beschwerden definitiv wesentlich geringer als bei vielen Gleichaltrigen. Ich habe definitiv meine Gesundheit verbessert und bezeichne mich als einigermaßen fitten Fünfziger.
Leider habe ich den Entschluss gefasst mir helfen zu lassen und gedacht ich nehme dafür unser Gesundheitssystem in Anspruch. Ich nutze es nun wirklich nicht oft.
Leider habe ich nicht den Status eines Privatpatienten sondern bin ein einfacher Kassenpatient. Und damit ist es wohl nicht möglich eine terminlich adäquate Untersuchung zu erhalten, welche zu dem Zeitpunkt stattfindet in dem die Probleme auftauchen und nicht dann wenn alles vorbei ist.

Ich habe jetzt meine Krankenkasse beauftragt einen Termin für mich zu finden.
Und gehe jetzt Frustlaufen…..

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Drückt mir die Daumen!

38 Gedanken zu „Sportverletzung und Kassenpatient – Nicht so einfach“

  1. Hallo Gerd,
    habe sehr aufmerksam deinen Bericht gelesen und mit dir gefühlt. Und, ich kann dir nur 100%ig Recht geben. Hast du als Privat-Hobby-Sportler eine Blässur und willst sofortige Hilfe bist du aufgeschmissen. Du musst schon sehr, SEHR bekannt sein, um sofortige Hilfe zu bekommen.
    Ähnliche Erfahrungen wie du habe ich auch gemacht. Kannst du auf meinen Blog gerne mal nachlesen.
    Aber ich möchte dir und euch allen hier mal eine andere kleine Geschichte erzählen. Ich war ebenfalls wegen Knieproblemen bei einem Orthopäden. Der Arzt war ein junger Mann von vielleicht max. 40 Jahren. Der wunderte sich doch tatsächlich, dass ich mit über 60 noch Wettkämpfe bestreite. Hallo, – wo ist denn der zuhause???
    Ein anderes Beispiel war, dass ich von einem Arzt des HLV, der angeblich die Sportler bevorzugt behandelt, von Januar bis heute keinen Termin bekommen habe und ich mir zwischenzeitlich anderweitig helfen ließ, z. B. von einem Osteopathen. Hat man persönliche Ziele, ich wollte an den Hessischen Hallenseniorenmeisterschaften in Stadtallendorf teilnehmen, die nur einmal im Jahr stattfinden, hast du als Normalsterblicher keine Chance und das interssiert auch keinen Arzt – leider. Bei solchen Dingen könnte ich auch manchmal ausrasten.
    Beste sportliche Grüße und toi, toi toi für deinen weiteren Weg 🙂
    Robert

  2. Volles Verständnis. Gerd. Dieses System ist krank und seit Jahren wird nur an Symptomen herumgedoktert, ohne jemandem weh zu tun. Und das immer schon auf dem Rücken der Patienten. Kleiner Tipp: es gibt zahlreiche von der KV unabhängige MRT-Dienstleister, bei denen man auch als GKV-Kunde recht schnell (1-2 Wochen) einen Termin bekommt, Überweisungsschein vorausgesetzt, z.B. http://www.medneo.de/

    1. Danke Henrik für den Tipp.
      Ich hatte schon bei einem privaten MRT-Dienstleister angefragt. Die sind hier im Rhein-Main-Gebiet genauso voll wie die „öffentlich-Rechtlichen“! 😉
      Ich bin sowieso der Meinung, dass das MRT nicht unbedingt erforderlich ist. Man hätte auf der aktuellen Kenntnis auch schon eine Behandlungsempfehlung geben können und zum Beispiel bei einem Physiotherapeut oder eine Stoßwellentherapie versuchen können.
      Wenn der Meniskus einen Schaden hat und dieser Verdacht sich durch das MRT bestätigt, muss letztendlich sowieso eine Spiegelung gemacht werden. Wenn er kaputt ist kommt nur eine Reparatur in Betracht. Und dies würde letztendlich eine OP bedeuten.
      Also warum nicht erst mal ausprobieren ob es vielleicht anders geht. Immer gleich MRT muss meines Erachtens nicht sein!

  3. Gute Besserung!
    Mit Krafttraining und Faszientraining bist du auf dem richtigen Weg, glaube ich.
    Wenn du beim Laufen keine Probleme hast, sondern „nur“ danach, würde ich kurz Einheiten auf jeden Fall beibehalten. Wahrscheinlich sind mehrere kurze (20-30Minuten) Einheiten besser zu verkraften als wenige lange. Jede Einheit kurbelt die Nährstoffversorgung Richtung Knie an.
    Vielleicht lohnt es sich in eine Physiotherapie-Einheit zu investieren?
    Just my 2ct,
    Jan

    1. Danke Jan,
      Mit 20-30 Minuten kann ich wirklich nicht dienen. Das ist mir dann doch ein bisserl zu kurz. Aber so um die Stunde könnte ich mich einpendeln. Locker, flockig.
      Gibt Zeit zum Nachdenken und die Belastung hält sich in Grenzen.
      Mal sehen was sich die nächsten Wochen ergibt!

  4. Zunächst mal, gute Besserung auf das Du irgendwann wieder ohne Schmerzen laufen kannst.
    Dann würde ich mir das überlegen mit einer längeren Pause und diese mit Radfahren (schmiert die Gelenke) Schwimmen, Krafttraining etc. füllen.
    Zuletzt würde ich aufs MRT verzichten, da kommt nichts bei rum, außer dass die Kasse das bezahlt und der Orthopäde einen dritten Termin mit Dir hat den er abrechnen kann…
    Ich fange jetzt nicht an über das Gesundheitssystem zu reden, DA REGE ICH MICH NUR VIEL ZU SCHNELL AUF, sorry.

    1. Danke Klaus,
      ich sehe es ähnlich. Die ganze rumrennerei bringt lediglich Geld in die einzelnen Kassen. Ich selbst profitiere eigentlich erst wenn wann richtig kaputt ist.
      Hört sich hart an, scheint aber so zu sein.
      Also werde ich, mit der notwendigen Vorsicht und dem zusätzlichen Training, locker weiter dranbleiben.
      Laufen selbst geht ja ganz gut! 😉

  5. Hi, Gerd , auch wenn du auf meinem Blog nicht mehr kommentierst, aus welchen Gründen auch immer !

    Ich war schon beides – sowohl Privatpatient als auch Kassenpatient, habe als Privatpatient schon erfahren müssen, dass ich einige Vorzüge in der Behandlung in den Artzpraxen erfahren hatte, auf der anderen Seite kann ich deine Erfahrungen nicht teilen.

    Vielleicht ist es auch regional verschieden, als ich meinen Ermüdungsbruch hatte, konnte ich zwischen drei verschiedenen MRT-Stellen wählen, und hatte am Tag darauf schon einen Termin, das war außergewöhnlich schnell, aber hier durchaus möglich – auch als Kassenpatient.

    Was das Laufen unter Schmerzen angeht, so wirst du schon wissen, was ich dir jetzt rate: lass‘ es, warte, bis du schmerzfrei bist, auch wenn es länger dauert, ich musste auch 10 Wochen und länger pausieren, bin es dann ganz vorsichtig angegangen, und alles ist gut.

    Wenn du ständig gegen den Schmerz läufst, sei er noch so gering, tust du dir keinen Gefallen, von solchen Fällen wie den deinen habe ich in den vielen Jahren schon viel gehört – und die meisten Betroffenen, die ihrem Körper keine Zeit ließen, bis sie endgültig geheilt waren, laufen alle nicht mehr – und das ist genau das, was du nicht möchtest.

    Ausdauer ist gut, aber man muss sich auch in Ausdauer üben, wenn der Körper streikt !

    In diesem Sinne Ostseegrüße mit Sonne und eisigem Wind 😎

    1. Hi Margitta,
      beim Ermüdungsbruch war´s ja auch akut. So ne kleine Aua am Knie reicht da leider nicht aus. Behindert ja letztendlich nicht.
      Und die Schmerzen habe ich ja eher in Ruhe und beim langen Sitzen.
      Laufen, wenn locker, langsam und nicht ganz so lang klappt eigentlich ganz gut und ohne Schmerz. Dementsprechend möchte ich auch meine „Ausläufe“ beibehalten.
      Pause hatte ich die letzten Monate genügend. Und Erfolg hat´s auch keinen gebracht.
      So lange ich schmerzfrei laufen kann bleibe ich dabei. Gegen den Schmerz anlaufen könnte ich gar nicht.
      Ich bin doch ein Mann. Und Männer können keinen Schmerz! 😉

  6. Mein Knie hat vom Orthopäden meines Vertrauens einen ähnlichen Befund erhalten. Auch ich soll weniger laufen, mehr Rad fahren. Und auch ich werde einfach weiterlaufen und mal abwarten, was passiert.

    Drücken wir uns also gegenseitig die Daumen. Und dann sehen wir uns im April in Hamburg. Zur Not hüpfen wir auf den Besenwagen…

    1. Die alten Männer Eddy.
      Im Herzen jung aber von der Karosserie ein wenig überholungsbedürftig. Um unsere TÜV-Plakette regelmässig zu ergattern müssen wir wohl zukünftig mehr nachspachteln oder bestechen! 😉
      Und in Hamburg bestechen wir den Besenwagen damit er langsamer macht. Oder stechen Ihm die Reifen platt! 🙂

  7. Stichwort MRT – hattest du meinen Blogbeitrag zum Thema Läuferknie gelesen?

    Abenteuerlich, wie die Unterschiede bei den Orthopäden sind. Und mit Unterschiede meine ich jetzt nicht Kassenpatienten zu Privatpatienten.

    1. Hatte ich Martin,
      ich sehe das Problem eher darin, dass in unserer Gesellschaft niemand mehr die Eier hat Entscheidungen zu treffen und dafür gerade zu stehen. Wenn etwas klappt nimmt man es gerne an und hänt es an seine Fahne, wenn´s in die Hose geht ist ein anderer Schuld.
      Also stehe ich wieder mal bei meinem Grundsatz.
      Wenn Du Hilfe brauchst, helfe Dir selbst!

  8. Lieber Gerd,

    mir ist das als Privatpatient schon manchmal peinlich meistens terminlich bevorzugt zu werden. Aber meistens sehe ich das Schmerzensgeld für meinen Job :-/

    Allerdings kann ich Lutz nur zustimmen, das MRT wird Dir wohl gar nicht viel bringen, speziell im Bezug auf den HH-Marathon nicht.

    Unser Gesundheitssystem ist, wie auch das Steuersystem und noch viele andere mehr, krank. Daran wird sich nichts ändern. Weil niemand in der Politik den Mut oder die Durchsetzungskraft hat, daran etwas zu ändern. Die ausufernde Bürokratie ist ein Krebsgeschwür, das unsere Gesellschaft nochmal umbringt.

    Ich weiß, dass hilft Dir alles nichts. Versuche gelassen zu bleiben (was mir selber wohl aber auch nicht gelingen würde)

    LG Volker

  9. Lieber Gerd,

    und ich dachte immer Du seist privat versichert 😀
    Viel dazu schreiben mag ich nicht, es ist übel in so einer Situation zu stecken und die sog. Zwei-Klassen-Medizin ist nur zu oft Realität. Ich wünsche Dir eine baldige Genesung, ob mit oder ohne frühen MRT-Termin…was haben wir nur vor 30 Jahren gemacht ohne MRT?

    Salut

    1. Danke Cristian,
      der Rest der Familie ist privat versichert. Zum Glück.
      Auch Du triffst mit deinem letzten Satz den Kern der ganzen Sache. ICH brauche kein MRT. Auf Basis des aktuellen Untersuchungsergebnisses könnte man schon ein paar Behandlungsmethoden ausprobieren. Aber es wird ja heutzutage wirklich so lange weiteruntersucht bis man am Ende genauso schlau ist wie vorher. Irgendwo hin muss das viele Geld ja verschwinden.
      Und bevor es die armen Physiotherapeuten bekommen, jagen wir es doch viel lieber bei den Radiologen durch die MRT´s! 😉

  10. Lieber Gerd, das mit der monatelangen Wartezeit auf ein MRT hab ich auch schon mal erlebt – frustrierend! 🙁 Ich wünsch dir ganz viel Geduld, um die Zeit zu überstehen. Mit Alternativsport kannst du sie sicher gut überbrücken, auch wenn der dir (noch) nicht solche Freude bereitet wie das Laufen.

    Liebe Grüße,
    Anne

    1. Danke Anne,
      mein Alternativsport wird Laufen heißen und vielleicht ein bisschen radeln. Ich habe nicht solche Schmerzen dass ich nicht Laufen kann.
      Muss ja nicht unbedingt ein Ultra sein.
      Laufen, Kraft, Stabi, Dehnen und Faszientraining hilft die Sache zu kontrollieren. Also werde ich weitermachen und gehe einmal davon aus, wenn der MRT Termin da ist, sind die Probleme im Knie wieder weg!

  11. Hallo Gerd

    was erwartest Du denn von dem MRT?

    Eine Wunderheilung?

    A) Sollte eine OP notwendig sein als Ergebnis des MRT ist nix mit Hamburg
    B) Sollte die Untersuchung ohne Befund sein bleibt alles wie jetzt

    Und dass sich heutzutage jemand aufregt, wo die „Zweiklassenmedizin“ doch bekannt ist, keine Zusatz-KV für solche Zwecke zu haben bzw als Eigenzahler auftritt wenn es so eilig ist.. Nun ja

    Ich drücke Dir die Daumen, dass trotzdem alles gut geht

    1. Lutz,
      deine erste Frage trifft es doch auf den Punkt. ICH erwarte von dem MRT gar nichts. Ich hatte eine Diagnose, oder noch besser, eine Therapieempfehlung vom „Fachmann“ erwartet. Und zwar auf der Untersuchngsmethode, die Jahrzehnte lang ausschließlich zu Verfügung stand.
      MUSS MANN JEDEN HANSEL ZUM MRT SCHICKEN, um letztendlich kaum mehr zu wissen als vorher?
      Jahrzehntelang wurden Knieprobleme ohne MRT erfolgreich behandelt. Warum kann man auf der Kentniss der konventionellen Untersuchung keine Therapiemöglichkeit ausprobieren. So viele Varianten kann´s ja nicht geben. Und wenn der Meniskus hin ist, dann schadet die Therapie auch nicht.
      Hier geht´s nicht um gesunde Patienten, hier geht´s um verdammt viel Geld.
      Und wenn ich mich für jeden Scheiss privat versichern würde, unterstütze ich diese Gelddruckmaschinen auch noch. Lieber zahle ich für die eine oder andere „unkonventionelle“ Behandlung selber und suche sie mir entsprechend aus.
      Gesundheit kostet heutzutage Geld. Egal wie und wo!

      1. Nächste Baustelle Lutz…
        ich bin froh, dass ich aus allen Vereinsmeiereien raus bin. Je größer ein Verein ist, je größer ist das Geltungsbedürfniss einzelner die sich im Verein profilieren wollen. Die Leute, die tatsächlich die alte, klassische Vereinsarbeit machen weil es Ihnen Spaß gemacht hat und denen eine Herzensangelegenheit war, sind leider heutzutage nicht mehr zeitlich in der Lage dies umzusetzen. Die, welche dann noch übrig bleiben, haben meistens andere Beweggründe als die soziale Komponente.
        Ist leider meine Erfahrung.
        Ich bin leider ein Einzelkämpfer in manchen Dingen geworden. Dahingestellt ob es nun gut oder schlecht ist. Aber da letztendlich ich der einzige Mensch bin der für mein Leben verantwortlich ist, möchte ich auch die wichtigen Entscheidungen treffen solange dies möglich ist!
        Und so werde ich auch diese Hürde meistern. Wohlwissend das der Ausgang noch nicht ganz klar ist! 😉

      2. ha ha und schon wieder sind wir einer Meinung 🙂

        ich habe ja mit Vereinsgedöns auch nix am Hut

        allerdings gibt es ja Ärzte (hier zB im nahen Leverkusen), die Ärzteschaft welche sich um die Sportler von Bayer04 kümmern. So was meinte ich

  12. Lieber Gerd,

    da hast Du Dir den Frust ja mal ordentlich von der Seele geschrieben, teilweise auf sehr witzige Art.
    Ich wünsche Dir einen frühen Arzttermin, vor allem aber gute Besserung!

    Viele Grüße
    Rainer

    1. Danke Rainer,
      wenn Du innerhalb deiner eigenen Familie diese Unterschiede zwischen Privat und Kasse kennenlernst ist das Missverhältniss besonders krass.
      Aber ich bleibe drann!

  13. Willkommen im Club!
    Bei solchen Gelegenheiten frag ich mich auch immer wieder warum ich nicht seit 20 Jahren privat versichert bin. Das soziale Gewissen halt … wider Erwarten klappte das bei meiner Morton OP grad nal gut aber sonst … 🙁
    Ich drück dich und die Daumen daß es sich ohne großen Schaden so wie Du es angehst handgaben läßt, also mit trotzdem Laufen.

    1. Danke Dir ganz herzlich,
      das Problem ist weniger Privat oder Kasse. Wer zahlt hatte schon immer Vorteile gegenüber dem Rest. Die Frage ist eher brauchen wir einen Gesundheitsapparat, der zwar alle Möglichkeiten der modernen Medizin bietet, sich aber auf der einen Seite zu Tode verwaltet und auf der anderen Seite nur noch ein Geschäft ist?

  14. Ich drücke dir die Daumen Gerd!
    Ist teilweise schon „beängstigend“ wenn man die zeitlichen Unterschiede zwischen Privat und Kasse betrachtet.
    Wo soll das noch hinführen?

    Alles Gute!

    1. Danke Steve,
      am besten man macht sich keine Sorgen und bleibt weiterhin sportlich. Bewegung hat im Grunde noch nie geschadet. Wenn´s weh tut dann machen wir halt ein kleines bisschen weniger.
      Aber den Kopf in den Sand stecken gibt´s nicht!
      Lass laufen!!

  15. Das mit der Terminsuche bei solchen Ärzten und Untersuchungen ist leider kein Einzelfall! War ebenfalls schon betroffen. Allerdings noch vor meiner Läuferzeit, denn seitdem ich laufe habe ich keine Schmerzen mehr im Knie 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.