Geschmeidig wie ein Leopard – Ein krampfhafter Versuch

Die Meinungen über das Thema Dehnen sind so vielfältig wie die Natur des Laufens. Es gibt kontroverse Diskussionen in allen Lagern. Selbst die Mediziner sind sich nicht einig. Geschweige denn die Läufer selbst. Und ich werde die Diskussion um das Thema „Dehnen – ja oder nein“ gewiss auch nicht lösen. Will ich auch nicht!

Wenn man in fortgeschrittenem Alter eine gewisse Erfahrung mit dem Laufen hat, kommt bei vielen auch die schmerzhafte Erfahrungen mit läuferspezifischen Verletzungen dazu. Meistens sind es immer wieder ähnliche Verletzungen die uns quälen und von denen man allerorts liest und hört. Überraschenderweise sind es nicht nur die Dehnmuffel die es erwischt. Auch Läufer die sich gewissenhaft Dehnen sind nicht gefeit. Also Dehnen alleine kann nicht die Lösung sein.

Was ich im Laufe der letzten Jahre aber definitiv festgestellt habe, ist die Tatsache, dass Läufer die gleichzeitig Kampfsport oder Yoga machen, wesentlich weniger oder gar überhaupt nicht verletzt sind. Jedenfalls keine „läuferspezifischen“ Verletzungen. Beim Kampfsport kommen dafür hier und da ein paar andere hinzu!

Des Läufers Leid! Der geschmeidige Leopard!
Des Läufers Leid!
Der geschmeidige Leopard!

Dies ließ bei mir schon früh den Rückschluss zu, dass Kraft und Beweglichkeitstraining als Ausgleich zum Laufen, das wahre Heilmittel sein muss. Also eigentlich alle „Ausgleichsportarten“ welche die meisten Läufer, die ich kenne, HASSEN!
Mich natürlich voll eingeschlossen.

Nun stellt sich mir die Frage nach dem WARUM? Warum mögen die meisten Läufer neben Ihrem geliebten Laufen keine Alternativen. Warum lege ich mich nicht jeden Abend 10 Minuten auf die Matte, höre ein wenig Musik und mache mich bewegungstechnisch zum Affen? Warum gehe ich lieber noch eine Stunde monoton laufen, anstatt mich die 10-15 Minuten ein wenig zu dehnen oder Kraftübungen zu machen?

Uaäehhhhhh!
Uaäehhhhhh!

Ehrlich gesagt ich habe keine Ahnung. Geschmeidig wie ein Leopard hört sich doch super an. Und alle die fleißig Stabi und Geschmeidigkeit trainieren profitieren davon.
Also warum sträubt man sich so gegen die Leopardenhaftigkeit?

In meinem Fall bestimmt aus dem Grund, dass aus dem Leoparden bei der ersten Übung ein stocksteifer Tanzbär wird, welcher in Kurzatmigkeit verfällt und schon im Bewegungsbeginn die ersten Zeichen eines gewaltigen Muskelkaters verspürt. Wenn ich einer Stabheuschrecke gleich, den traurigen Versuch starte meinen geschundenen Kadaver in die Geschmeidigkeit des Leoparden zu verwandeln, hat das weder etwas mit Ästhetik noch mit Spaß zu tun. Es ist einfach nur traurig.
Also schenke ich mir die ganze Prozedere, schaue mir vielleicht noch ein YouTube-Video über das Dehnen an und gehe laufen. Wohlwissend, dass mir bisher das wenige Kraft- und Bewegungstraining welches ich irgendwann einmal durchgezogen hatte, wahnsinnig viel beim Laufen gebracht hat.

Also habe ich mir nun wieder einmal geschworen, mindestens 4-5 mal die Woche eine Stabi/Krafteinheit einzubauen. Egal wie schlimm die ganze Sache aussieht und wie schwer der Muskelkater wird. Ich lege mich mal fest bis zum 30. April. Das sind noch 6 Wochen in denen ich „geschmeidig wie ein Leopard“ werde.
Oder wenigstens zur elastischen Schildkröte?

Blinzeln in der Sonne
Blinzeln in der Sonne

Ich werde berichten!

11 Gedanken zu „Geschmeidig wie ein Leopard – Ein krampfhafter Versuch“

  1. Dehnen ist bei mir auch ein wichtiger Bestandteil des Trainings geworden und ich habe es ebenso wie viele andere Läufer gehasst. Nun mache ich zweimal die Woche Yoga (je 45 Minuten) und 2 mal die Woche Kraft/Stabi (je 30 Minuten). Dies hilft alles in allem ungemein bei langen Einheiten. Um etwas Abwechslung in das triste Dehnen zu bekommen, habe ich mir eine Kettlebell und einen TRX Gurt zugelegt. Wenn man das mal ein das Training eingebaut hat, geht’s kaum mehr ohne.
    Schön sehen die Verrenkungen auch bei mir nicht aus. Aber in Sachen Optik bin ich hart im nehmen 🙂

  2. Lieber Gerd,

    schaden kann es nicht, obwohl ich das Dehnen alleine für nicht sinnvoll erachte, Stabi-Training und Koordinationstraining plus Wirbelsäulengymnastik steht bei mir 3x die Woche auf dem Programm seit meiner Reha 2012…und es funktioniert. Allerdings benötige ich meist 25-30 Minuten dafür, da kann man sich schon überlegen laufen zu gehen 😉

    Salut und schöne Ostern

    1. Danke und Euch auch ein paar schöne Feiertage,
      genau das wäre mein Problem. Ich schaffe es einfach nicht mich für 20-30Minuten gymnastisch und stabitechnisch zu quälen.
      Ich bin ja schon froh wenn ich es die nächsten Wochen schaffe pro Tag 5-10 Minuten zu investieren.
      I do my very best! 😉
      Ich bin dahingehend echt ein fauler Sack!

  3. Und immer, immer wieder die Frage nach dem „Warum?“

    In Bezug auf die von Dir erwähnten Ergänzungen zum Laufsport weiß ich auch einfach keine Antwort.

    Nur eines: Wir teilen das gleiche Schicksal :-/

    LG Volker

    1. Hi Volker,
      vielleicht sind wir von Natur aus schon soooo geschmeidig! 😉
      Ich probiers einfach noch mal in homöopathischen Dosen. Mal sehen wie lange ich es schaffe.

  4. Hallo Gerd,

    ich bin mittlerweile auch ein „Dehner“ und ich muss sagen: JA, es hilft!
    Im letzten Jahr hatte ich mal ein paar Probleme mit dem Knie, aber seitdem ich gezielt dehne bzw. ein/zwei Übungen zur Mobilisation mache, sind die Beschwerden weg.
    Aber es ist immer noch viel Luft nach oben und ich vernachlässige die wichtigen und eigentlich nicht sonderlich komplizierten Stabi-Übungen immer wieder.
    Da muss ich einfach noch mehr an mir arbeiten…
    …am besten fange ich gleich damit an!

    Ich drücke dir die Daumen für dein Stabi-Programm und bin auf den Fazit gespannt.

    1. Hi Steve,
      gerade für´s Knie ist das Dehnen eigentlich enorm wichtig. Wenn man sich mal den Verlauf der Sehnen im Beinbereich anschaut sieht man warum. Und eigentlich ist es ja kein Akt ein bisschen was nebenher zu machen. Keine Ahnung warum es immer wieder so schwer fällt.
      Ich werde berichten ob und wie lange ich es schaffe!

  5. Hallo Gerd, ich möchte dich in deinem Bemühen unterstützen, regelmäßig Stabis und Kraftübungen für den ganzen Körper zu machen. Hast du es erst einmal in dein Programm eingebaut, wird es zum Selbstläufer. Und du wirst es nicht bereuen.

    In der Leichtathletik gehörte es einfach dazu. Vor jedem Training wurden Stabis und Lauf-ABC durchgeführt. Das habe ich beibehalten. Mindestens 2 Std. die Woche liege ich zu Hause auf der Matte. Anschließend gibt es noch eine Runde mit dem TRX-Band.

    Hierzu kann ich dir ein gutes Buch empfehlen. Es ist von Müller-Wohlfahrt und heißt „Besser trainieren!“ Danach kannst du dir dein ganz induviduelles Programm zusammen stellen. Viel Erfolg, ich bin gespannt.

    P.S.: Habe heute die freudige Nachricht erhalten, dass ich den Helicobacter endlich los bin! Drücke dir die Daumen, dass es bei dir auch erfolgreich war.

    1. Hallo Robert,
      ich hatte ja bereits gesagt das ich Trainingspläne mit dem dazugehörigen Lauf-ABC und dem ganzen Schnickschnack hasse. Ich mag es einfach nicht mich in meiner Freizeit, bei einer Beschäftigung die mir richtig viel Freude bereitet, zu quälen. Zumal mir irgendwelche Bestzeiten nichts mehr bedeuten. Ich möchte Spaß haben und laufen.
      Das funktioniert zwar wesentlich besser wenn ich mich ein wenig geschmeidiger und kräftiger mache, aber es wird sich definitiv in Grenzen halten. Mir geht´s in erster Linie darum Verletzungen zu vermeiden. Alles andere ist mir viel zu anstrengend! 😉

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