Polar Flow - Monatsübersicht mit Trainingsplan

Trainingsplan – Ich möchte nicht trainieren, ich möchte laufen!

Eine Vorbereitung mit Trainingsplan sollte es mal sein. Naja, wenigstens einen Monat nach Trainingsplan trainieren und die Vorgaben umsetzen.
Eine armselige Woche habe ich es nun durchgehalten. Und ich muss einfach eingestehen, Trainingsplan ist nun mal nix für mich. Die einzelnen Vorgaben für einen langen Lauf oder einen mittellangen Lauf umzusetzen geht ja noch, aber beim Thema Intervall hört bei mir stets der Spaß auf. Und ohne Spaß möchte ich nicht Laufen.
Ich bin Freizeit und Hobbysportler, welcher durch das Laufen richtig viel Spaß am Leben hat. Und dieser Spaß ist für mich genau dass, was das Laufen ausmacht. Spaß an der Bewegung, an dem guten Gefühl, Spaß am Leben.

Trailrunning macht Spaß!
Trailrunning macht Spaß!

Ich möchte mich nicht selbst kasteien. Schließlich bin ich Genussmensch. Ich muss mich hinsichtlich meiner Ernährung schon genug disziplinieren. Entsprechend weigere ich mich auch noch beim Laufen einem Trainingsplan zu unterwerfen. Und dies ist letztendlich unabhängig wie flexibel dieser Trainingsplan ist. Mir reichen die Vorgaben im täglichen Leben. Bei einem 10-12 stündigen Arbeitstag brauche ich nicht noch Reglementierungen in meiner Freizeit.

Bei aktuellen Trainingsplan zur Marathonvorbereitung von Polar kommt noch eine sehr starre Komponente hinzu. Die Einheiten lassen sich nicht individuell verschieben und bearbeiten. Das bedeutet, ich bekomme die Tage und die jeweiligen Einheiten vorgeschrieben. Ich habe keine Problem Morgens um halb 4 die 15 Kilometer zur Arbeit zu laufen, aber ich habe ein Problem damit dies als Intervalltraining zu tun! Ich muss schließlich danach auch noch ein wenig arbeiten.
Aber auch nachvollziehbar. Wie soll ein Programm flexibel auf jeden User abgestimmt sein. Es kann zwar die Intensität und die Umfange an Rahmenbedingungen anpassen, muss aber in der Summe plausibel und funktional sein. Dies bedeutet einen erheblich Aufwand den man von einem kostenlosen Programm nun mal nicht erwarten kann.
Dies bedeutet nicht, dass ich die kostenlosen Trainingspläne in Polar Flow für schlecht halte. Ganz und gar nicht. Wer sich wirklich auf einen Lauf vorbereiten möchte, wer für seinen Sport gewisse Ziele und Zeiten im Auge hat, der muss sich zwangsläufig mit dem Thema Trainingsplan beschäftigen.
Ich aber nicht!

Ich möchte nicht trainieren, ich möchte laufen!

Im Gelände einfach nur genial zu Laufen
Einfach nur Laufen!

Um einen Marathon zu laufen, unabhängig von einer gewissen Zielzeit, gibt es verschiedene Parameter die es zu berücksichtigen gilt.
Da kommt zum allerersten der Läufer selbst. Seine Möglichkeiten und vor allem seine Grundveranlagung. Ich habe jetzt schon so viele Läufer gesehen, dass ich weiß, dass auch wirklich jeder Einzelne ein Unikat ist. Mit den entsprechenden Läufergenen ausgestattet, oder auch nicht.
Zweitens ist eine gewisse Vorbereitung in Bezug auf die absolvierten Laufkilometer unstrittig. Der Körper muss lernen mit solch lange Einheiten umzugehen. Ich bin der Meinung dies braucht Zeit und Geduld. Mit den Mottos „In einem Jahr zum Marathon“ tue ich mir persönlich schwer. Auch hier spielt die Grundveranlagung eine große Rolle.
Menschen wie ich, sind nicht dazu gebaut in einem Jahr von Null auf 42 zu laufen!
Ich persönlich habe zwei Jahre gebraucht um die Gewissheit zu haben ich schaffe das. Und selbst dann war´s ein anstrengendes Unternehmen.
Und als Drittens kommt der Wille dazu. Der Wille etwas zu leisten, was man im Laufe seines Lebens verlernt hat. Der Wille den Schweinehund zu besiegen und sich zu erheben. Für viele wahrscheinlich der schwierigste Punkt.

Einfach raus und laufen lassen..
Einfach raus und laufen lassen..

Für mich persönlich ist aber ein Punkt am wichtigsten. Laufen des Laufens wegen. Spüren wie sich der Körper seiner ursprünglichen Aufgabe zuwendet und letztendlich genießt. In sich hineinhöhren und sich spüren.
Ich denke ich habe die letzten Jahre einiges an Erfahrung gesammelt. Dazu habe ich gelernt auf meinen Körper zu hören. Wenigstens öfters als früher.
Entsprechend kann ich einschätzen wie ich mich vorbereiten muss um einen Marathon mit Spaß und Freude zu laufen. Um das ganze Drumherum und die Menschen zu erleben und mit Ihnen gemeinsam zu feiern.
Das ist das was ich am Laufen liebe. Das ist das was ich möchte. Und das ist das was ich tue.

Kein Trainingsplan. Kein Intervall. Einfach laufen!

Einfach laufen und Spaß haben!
Einfach laufen und Spaß haben!

Keep Running!

24 Gedanken zu „Trainingsplan – Ich möchte nicht trainieren, ich möchte laufen!“

  1. Hab gerade im Netz nach etwas anderem zum Stichwort Trainingsplan gesucht und bin ganz froh, dabei mal wieder hier reinzustolpern. Eigentlich ist ja fast alles gesagt, aber vielleicht kann ich zum Thema aus Trainersicht noch etwas beitragen. Es hängt wohl sehr von den eigenen Zielen und Voraussetzungen ab, ob, wie lange und welcher Trainingsplan in Frage kommt. Laufanfängernsind oft genug unsicher und nicht selten mit den vielen Ratschlägen im Netz und um sie herum auf den Laufstrecken überfordert. Da kann ein Plan wichtige Orientierung geben.

    Auch das scheint mir wichtig: Die Vorgaben aus Pulsuhren beruhen auf statistischen Verfahren. Du hast erlebt, wie weit deren „Trainingspläne“ an der Lebenswirklichkeit eines Sportlers vorbei gehen können. Wichtiger als Daten sind, genau wie du sagst, ein gutes Körpergefühl und ein wachsendes Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit – auch ohne, dass mir irgendein Gerät dafür Punkte verteilt.

    Danke Diro für die Lektüre!

    1. Danke Mathias für deinen Beitrag,
      natürlich ist jeder Mensch, zum Glück, individuell verschieden. Dazu ändern sich im Laufe eines Lebens auch die einzelnen Prioritäten.
      Bei mir ist es so, dass ich vom Grunde her ein Mensch bin der sich schwer an Strukturen im Freizeitbereich halten möchte. Diese sind im restlichen Leben schon ausgiebigst vorhanden. Und da ich keinen Wert auf irgendwelche Bestleistungen lege, habe ich mich von „Plänen“ weitgehend verabschiedet. Wobei ich natürlich im Hinterkopf immer noch weiß was ich für eine gewisse Strecke im Vorfeld trainieren muss. So ganz ohne System oder Vorbereitung geht´s dann doch nicht wenn man einen Marathon laufen will. Das habe ich bei meinem letzten schon wieder festgestellt. 😉
      Wer sich auf einen Marathon gewissenhaft vorbereiten möchte und auch noch gewisse Ambitionen hat, der sollte sich auf jeden Fall individuell beraten lassen. Von „Pauschaltrainingsplänen“ im Netz halte ich gar nichts.
      Aber dafür gibt´s ja Trainer wie Dich, welche ich aus eigener Erfahrung wärmstens empfehlen kann!

      Gruß vom „Laufrentner“! 😉

      1. Hey Gerd, ich danke Dir!
        Psst, nicht weitersagen: das letzte Jahr (Mitteldistanz Triathlon in Zell am See) habe ich auch auf den Plan verzichtet. Es ging auch so. 😉 Vor dem Treppenmarathon muss ich das Training aber wieder etwas strukturierter angehen.

  2. Hallo Gerd, sehr schöner Bericht. Ich selbst bin gerade etwas im Zwiespalt wie ich mich auf meinen ersten Marathon vorbereite…Die Grundlagen mache ich aktuell nach „Plan“ – und das ist soweit auch Ok. Aber die Intervall-Einheiten ersetzte ich definitiv durch lange und steile Bergläufe hier im Schwarzwald. Weil da kommt erst der richtige Spaß am Laufen auf…
    Viel Spaß weiterhin beim Laufen.
    Viele Grüße

  3. Herrlich, genau dieses Gefühl hat sich bei mir inzwischen auch entwickelt. Habe z.B. vor drei Jahren nach einer chaotischen Vorbereitung mit Glatteis ohne Ende und Verletzungen meine Marathon-Bestzeit geschafft. Und letztes Jahr hielt ich mich sklavisch 12 Wochen lang an die Vorgaben eines Autors, der mich gar nicht kennt – und ab km 32 war ich so platt wie noch nie zuvor bei einem Marathon.

    Viel wichtiger als ein Plan ist für mich ein Gefühl dafür, welche Einheit mir jetzt gut tut und welche für mein Ziel, was immer es auch ist, jetzt wichtig ist. Auch wenn ich frei Schnauze z.B. auf einen Marathon hintrainiere, weiß ich doch, dass ich hin und wieder auc h mal einen längeren Kanten laufen muss.

    1. Hi Saffti,
      für meine Ziele, wenn man dies überhaupt so nennen kann, brauche ich Grundlagenausdauer. Je mehr, desto besser.
      Für Strecken jenseits des Marathon muss ich keine Intervalle machen. Kraft, Stabi und Yoga im Zusammenspiel von mittleren und langen Einheiten reichen hierfür. Und wenn´s passt lege ich aus Spaß auch mal ein wenig Tempo ein.
      Aber grundsätzlich genieße ich meine Läufe durch die Natur und die Wälder. Spaß am Laufen ist das was ich möchte.
      Nicht mehr und auch nicht weniger!

  4. Lieber Gerd,

    das kann ich so gut verstehen. Anfänglich hab ich gerne nach Plänen trainiert, Intervalle gelaufen etc. Aber es hat mir immer nur geschadet. Heute laufe ich, wenn ich laufen kann und freue mich darüber. Ich hab aber natürlich auch keine Ziele. Wer weiß, ob sich das noch mal ändert. Aber laufen um des Laufen willens kann ich sehr gut nachvollziehen und ist für Dich und Deinen Körper/Geist sicherlich auch besser.

    Gruß
    Anja

    1. Hallo Anja,
      mir geht´s einfach darum das ich laufen kann. Am besten schön locker, langsam und lang. Dafür brauche ich Grundlagenausdauer. Und die gibt´s nicht bei Intervallen.
      Ich muss und will nicht schneller laufen. Das geht bei mir zu sehr auf die Knochen da ich definitiv keine Läuferstatur habe. 😉
      Aber man kann auch mit 90kg Spaß am Laufen haben. Habe ich ja oft genug bewiesen!

  5. Nun, die meisten hier stimmen dir zu. Und ich kann euch auch gut verstehen. Wenn man es gewohnt ist, sich „frei“ zu bewegen, sollte man das auch tun.
    Jedoch ich bin zunächst mal froh, gewisse Vorgaben zu haben, an denen ich mich orientieren kann. Dafür bin ich wahrscheinlich noch nicht lange genug dabei. Vielleicht denke ich nach einiger Zeit genau so, mal sehen 🙂

  6. Lieber Gerd,

    was sonst ist das Laufen für so alte Säcke wie uns? Nur Spass, das wäre wirklich das Optimale, obwohl ich manchmal einem schnellen Lauf nicht kritisch gegenüber stehe, allerdings sollte es spontan sein. Pläne kenn ich nicht und brauch ich nicht, ich bin planlos und mein Körper gibt die Trainingsart vor, alles andere passt aus den von Dir genannten Gründen nicht…ausser beim Essen, da bin ich ebenfalls zügellos :mrgreen:

    Salut

    1. Du und zügellos beim Essen??
      Was bin ich dann? 😉
      Ich variiere ja auch das Tempo wenn Lust und Laune es zulassen. Aber ich möchte dies selbst bestimmen und nicht irgendein Plan!

  7. Ich kann Dich gut verstehen, aber selber laufe ich gerne nach Plan. Für mich ist es eher entlastend und bringt Abwechslung. Ich nutze allerdings kostenpflichtige Pläne, die sich auch individualisieren lassen. Sonst wäre es ganz schnell doof. 🙂
    Freut mich, dass es bei Dir wieder läuft! 🙂

    1. Danke Christiane.
      Laufen mit Kater würde bei mir jetzt auch gehen. 😉
      Ich habe ja auch schon induvidualisierte Trainingspläne ausprobiert. Passt alles nicht. Wenn Du täglich zwischen 12 und 13 Stunden beruflich unterwegs bist, hast Du neben der Familie einfach keine Zeit irgendwelchen Trainingsplänen hinterherzuhecheln. Zum Glück kann ich mich, für meine Bedürfnisse, auch anders auf einen Lauf vorbereiten. So einen Marathon in Frankfurt kriege ich auch so hin. Muss ja keine Bestzeit mehr laufen! 😉
      Schaun mer mal!

  8. Gute Einstellung…der Spaß steht im Vordergrund!

    Ich bewundere auch immer wieder die Läuferinnen und Läufer, die sich motivieren können nach einem Plan zu trainieren.
    Ich kann das absolut nicht…bin ich nicht der Typ für; so gerne ich Wettkämpfe laufe.
    Auch wenn man mit einem Plan noch mal viel rausholen kann, das ist es mir nicht wert.

    Viele Grüße aus den Bergen

    Steve

    1. Gruß zurück Steve,
      ich denke mal, dass die langen Läufe in den Wäldern und Bergen eine andere Art von Läufern generieren. Da ist trotz der Anstrengungen viel mehr Spaß beim Laufen.
      Stell Dir doch nur mal ein Intervalltraining auf der Bahn vor???? Wäre das nicht gruselig?
      Nichts für uns beide. Dann lieber eine Extrarunde den nächsten Anstieg hoch und Spaß gehabt! 😉

    1. Wird noch ein wenig dauern bis es wieder „Livebilder“ gibt. Die langen Einheiten durch die Wälder kommen erst wieder nach und nach!
      Aber das wird Volker! Bestimmt.

  9. Trainingsplan nach „Frei Schnauze“ hab ich das mal genannt, lieber Gerd! Damit bin ich immer am besten klargekommen. Manchem helfen feste Strukturen, aber wenn man erkannt hat, dss man nicht zu denen gehört, ist es an der Zeit, die Konsequenz daraus zu ziehen!

    Liebe Grüße,
    Anne

    1. Danke Anne,
      feste Strukturen gibt mir schon meine Arbeit vor. Da bleiben nur wenige Möglichkeiten. Und die passen sich bei mir sinnvollerweise meinem Leben an und nicht umgekehrt. 😉
      Zweimal die Woche Morgens zur Arbeit kann man ja auch tempomässig variieren wann man das Gefühl danach hat. Samstag ein etwas schnellerer Lauf und Sonntags ein langer. Damit bin ich zur TortourdeRuhr gekommen. Sollte dann auch für einen Marathon ausreichen! 😉

  10. Ich will doch einfach nur Laufen! Das habe ich mir auch schon oft gedacht. Warum tun wir es nicht einfach. Zu viel Technik am Hand, Fuß oder Sonstwelchem Gelenk bringt einfach keinen Spaß und darum sollte es doch gehen beim Sport oder ??

    Keep on Running,
    Ich beginne mal wieder bei null. Das 3. Mal dieses Jahr ;-(

    Mario

      1. Ich habe diese Woche mit heute schon sagenhafte Läufe absolviert. Montag 8 Minuten, heute 9 Minuten. Wenn das so weiter geht, dann wird das echt lustig …. 😀

        Null Problemo, bin da 😀

        Greets Mario

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