Run auf die Burg

Der letzte Lauf mit Matthias ist ja schon eine Ewigkeit her. Am 15. August letzten Jahres hatten wir unseren letzten gemeinsamen Lauf. Und der dritte Abschnitt des Nibelungensteiges steht immer noch aus.
Aber auf Grund der aktuellen Wetterprognose heben wir uns dieses Highlight für schönes Wetter auf. ;-)


Blick auf die Veste Otzberg im Sommer


Als Alternativprogramm hatte ich einen Lauf auf die Veste Otzberg vorgeschlagen. So überschlägig kam ich mit Hin- und Rückweg auf 20 Kilometer. Eigentlich ja schön passend für einen Wochenendlauf. Wahrscheinlich hatte ich da einen Augenblick der geistigen Umnachtung. Freiwillig auf die Veste Otzberg. Eigentlich nicht ganz so mein Gusto!
Und dann hatte Matthias noch 15:00Uhr befohlen. Also eigentlich schon am späten Abend. ;-)
Das konnte ja heiter werden. ;-)

Das Wetter wurde es definitiv nicht. Beim Eintreffen von Matthias in Groß-Zimmern fing es an gleichmäßig zu regnen. Dazu der kräftige Südwind. Herz was willst Du mehr. ;-)


Die Veste Otzberg im Nebel


Nach kurzer Begrüßung und kleidungstechnischer Änderung auf Matthias Seite, war ihm wohl ein bisschen kühl bei uns, machten wir uns auf die Socken Richtung Reinheimer Teich!


Reinheimer Teich


Nach 4 Kilometer drehten wir eine Ehrenrunde um den Reinheimer Teich. Ein bisschen matschig, aber auf Grund der nicht vorhandenen Spaziergänger sehr, sehr einsam.
Vorbei am Segelflugplatz weiter Richtung Reinheim und Ueberau.
Und da meine Füße schon nass waren, ging es nochmal ein Stückchen querfeldein. Schließlich will man seinem Gast ja etwas bieten.

In Uberau war Schluss mit lustig. Es ging bergauf. Zwar rechnet Matthias solche Steigungen noch immer zu den Flachpassagen, aber bei mir schoss der Puls schon wieder in die Höhe. Dazu waagrechter Regen und ein ordentlicher Wind.
Zusammen mit den matschigen Feldwegen zwischen Uebrau und Nieder-Klingen entspricht das nicht ganz meinen Vorstellungen von einem schönen Lauf!
Was mach ich hier eigentlich? :wacko:
Im Sommer sieht es hier wesentlich angenehmer aus.


Veste Otzberg


Aber weiter ging´s durch Nieder-Klingen zum Grillplatz Hollergraben. Ständig der Blick nach oben auf den Otzberg. Zum Glück hilft mir mein Jammern bei der ganzen Quälerei.
Irgendwie hatte ich ein starker Verlangen nach meiner Couch zu Hause!

Komplett durchnässt kamen wir nach gut 15 Kilometern auf dem verregneten Ostermarkt auf dem Otzberg an. Nicht ganz so die ursprünglich angepeilten 10 Kilometer. ;-)
An den Ständen herrschte Aufbruchstimmung und wir mussten ein wenig suchen um noch etwas alkoholfreies zum Trinken zu bekommen.


Matthias empfahl die bekannteste Brause der Welt. Aber die extrem süße Zuckervariante davon.
Ich hasse das Zeug eigentlich.
Zudem war es warm.
Ich hatte jedenfalls das Gefühl ich platze!

Es fehlten uns noch ein paar Höhenmeter auf die Burg. Also ging es weiter nach oben. Mein Coke wollte auf dem schnellsten Weg wieder raus, aber irgendwie hatte ich die Körperbeherrschung dies zu verhindern.
Aber langsam zog die Kälte durch den Körper. Alles war durchnässt und durch den kalten Wind kühlte man unheimlich schnell aus. Irgendwie machte es im Augenblick wirklich keinen Spaß mehr.
Wir beschlossen meine Frau anzurufen und uns in Lengfeld zu treffen. Die zwei Kilometer bergab wollte wir uns noch gönnen.

Leider hatte ich das Gefühl eine laufende Zeitbombe zu sein. Die Coke verhielt sich wie ein junger Federweißer in einer verkorkten Flasche.
Ich dachte nur, hoffentlich hält der Korken!

Nach knappen 18 Kilometern wurden wir durchnässt, verfroren und ziemlich eingesaut eingesammelt. Wenn wir die ursprünglich geplante Strecke gelaufen wären, dann wäre es ein knackiger 30er geworden. Und der war bei so einem Wetter einfach nicht ratsam.

Höhenprofil
Geschwindigkeit
Otzberg

Trotz aller Wiedrigkeiten war es wieder einmal schön ein paar Kilometer mit Matthias zu Laufen. Es gibt immer viel zu erzählen!
Jetzt hoffen wir mal, dass es bis zum letzten Teil des Nibelungensteiges nicht wieder so lange dauert um einen gemeinsamen Termin zu finden!

Ich freu mich schon drauf!