Mai 23 2010
Nibelungensteig die Dritte
Am Pfingstsamstag hat es nun endlich mal wieder geklappt mit Matthias einen Abschnitt auf dem Nibelungensteig zu Laufen. Leider wurde der Nibelungensteig zwischenzeitlich bis Wertheim verlängert, so dass es uns nicht vergönnt ist diesen endlich abzuschließen!
Start war am Gumpener Kreuz, Zielort unserer letzten Etappe. Die ersten Eindrücke waren wieder mal beeindruckend. Tolle Fernsicht bei genialem Wetter.
Läuferherz was willst Du mehr!
Etwas Bedenken hatte ich beim Anblick unseres “Einstieges”. Völlig kalt gleich diesen Anstieg hoch. Da weiß man doch sofort was einen heute erwartet. Und die echte Steilheit kommt auf den Bildern wieder mal überhaupt nicht zur Geltung.
Aber ihr könnt mir glauben. Jeden meiner Schritte habe ich intensiv gespürt!
Es war knackig. Die Waden schmerzten bereits nach wenigen Metern und mein Puls schoss in die Höhe. Und die Hoffnung das am Waldrand der Anstieg zu Ende war, wurde ziemlich schnell korrigiert. Es war es der Anfang!
Der ganze Anstieg zog sich insgesamt über einen Kilometer hin. Hinauf auf fast 460müNN. Ein sehr heftiger Anstieg wie ich meine, zu mal mir die “Einlaufphase” ein bisschen gefehlt hat.
Jedenfalls war ich nun warm. Was bei den ständig steigenden Temperaturen auch kein Thema war.
Außerdem wurde man direkt von einer grandiosen Aussicht entschädigt. Einfach traumhaft!
Weiter ging es gemütlich bergab Richtung Weschnitz durch den kühlen und schön zu laufenden Wald. Ein bisschen Zeit zu verschnaufen und den ersten Anstieg ein wenig aus den Beinen zu Laufen. Das sind die Teilstrecken die ich meisten mag. Schattig und bergab.
Und dazwischen immer wieder diese wunderschönen, und teilweise überraschenden Ausblicke über die traumhafte Landschaft.
Doch lange dauerte das gemütliche und beschauliche Berg ablaufen nicht an. In Weschnitz/Ostern beginnt der nächste Anstieg zur Walpurgiskapelle.
Auf die gelegentlichen “Odenwälder Bausünden” möchte ich bei meinem heutigen Bericht nicht eingehen. Aber fest steht mal wieder, Geschmack kann man nicht kaufen!
Nun kam der mühsame Aufstieg zur Kapelle. Ein wunderschöner Pfad der sich in Serpentinen den Berg hinauf schlängelt.
Und vor allem immer wieder die Gelegenheit nutzen die fantastischen Aussichten zu finden und vor allem auch zu nutzen und zu genießen. Keine Zeit für Stress und Eile. Bei so einer Tour heißt es einfach nur die Landschaft aufsaugen.
Doch irgendwann geht es wieder weiter. Schließlich gibt es noch viel zu sehen und zu entdecken. Leicht bergauf auf den Kahlberg, um dann in einem Bogen wieder herunter zu Laufen nach Grasellenbach.
Aber anstatt den Steig gemütlich am Gaßbach entlang nach Grasellenbach zu führen, wird´s noch mal richtig giftig nach oben. Einfach so. Schließlich ist das ja ein Premiumwandersteig und keine Pillepalleweg!
Leider kommt die Steilheit bei den Bildern nicht so rüber. Also habe ich es einmal mit einem Video probiert. Wie man sieht kann es ja gar nicht soooo steil gewesen sein. So lange man noch Fluchen kann.
Jedenfalls habe ich die nächste Tafel über die Nibelungen wesentlich intensiver gelesen!
Weiter ging es nach Grasellenbach. Schattig und die letzten Meter ohne Steigung. Zeit zum Luft holen und umschauen.
Nachdem wir durch die ganzen Hotels, Pensionen und Unterkünfte in Grasellenbach gelaufen sind, geht es zum Anstieg hinauf zum Siegfriedbrunnen.
Nach der Besichtigung des Ortes der Verbrechens ging es wieder ein paar Meter zurück. Wir verließen den Nibelungensteig, welcher sich in wunderbarer Art weiter Richtung Wertheim schlängelt. Vielleicht kommt ja irgendwann mal eine Fortsetzung des Nibelungenlaufes?
Wir wollten, oder besser gesagt Matthias wollte nochmal auf die Tromm und den Ireneturm. Meine Beine und mein tiefstes Inneres hätte sich auch auf eine Bank gesetzt und wären zufrieden gewesen. Aber wann kommt man schon mal zusammen. Da kann man auch noch eine kleine Extratour mitnehmen.
Schließlich warteten ja meine beiden Mädels sowieso in Rimbach. Und der Rest lag auf dem Weg.
Außerdem ging es jetzt erst mal knackig runter nach Wahlen. Nach den ganzen Anstiegen nicht unbedingt eine Wohltat. Zumal die Wege weiterhin eher matschig und rutschig waren.
In Wahlen haben wir dann unseren ersten Drachen gesichtet.
Ein paar “Wellnesshotels” in Augenschein genommen und weiter Richtung Unter-Scharbach. Entlang der Bundesstraße. Bei knackiger Hitze voll in der Sonne. So langsam zehrte die Tour an den Kräften. Schließlich waren wir bereits seit gut 2 1/2 Stunden auf Achse. Aber noch stand ein Anstieg bevor.
Hoch auf die Tromm und den Ireneturm.
Also nochmals alle Kräfte gesammelt und wieder weiter bergauf!
Die Schritte wurden kürzer und die Gehpausen länger. Aber nach einer weitern halben Stunde waren wir oben.
Und dann waren wir an unserem letzten Etappenziel. Der Ireneturm auf der Tromm. Komplett in Holz gebaut. Netterweise hat mich Matthias zu einer Besichtigung des Turmes eingeladen. Ich hatte mal wieder kein Geld dabei.
Im schummerigen Licht ging es die engen Holzstufen hinauf. Es roch muffig und man musste aufpassen wo man hintritt.
Die Waden wurden zwar beim Treppensteigen ein bisschen geschont, aber dafür machten sich jetzt die Oberschenkel um so mehr bemerkbar. Noch einen großen Anstieg hätte ich bei dieser Tour nicht mehr “genossen”!
Aber die Aussicht auf dem Turm entschädigte wieder für alles!
Danach ging es zum letzten Abschnitt unserer heutigen Tour. Den Abstieg nach Rimbach. Nochmal ein wunderschöner Streckenabschnitt, der aber zum Glück heute nur noch bergab ging. Viel mehr nach oben war heute auch nicht mehr drinn. Schließlich hatte ich ja schon einige Trainingskilometer unter der Woche absolviert.
Nach knapp 4 Stunden liefen wir in Rimbach ein. Geschaff, aber wieder mal um einen traumhaften Lauf mit vielen wunderbaren Eindrücken reicher. Es war schön mal wieder ein Tour mit Matthias zusammen zu machen. Er sucht zwar immer ein paar knackige Anstiege raus, aber dafür kriegt man relativ viel von der Gegend geboten.
Dafür nochmal Danke!
Seinen Bericht gibt´s nach der Fertigstellung hier. Da könnt ihr wesentlich mehr Hintergründe und Besonderheiten erfahren als bei mir.
Und zur Belohnung für knappe 25 Kilometer und 800 Höhenmeter ging es nochmal lecker Essen zur Waldgaststätte Altlechtern. Da haben wir uns auch redlich verdient.
Vor allem freue ich mich auf unseren Sommerurlaub. Der außer einer Woche Röhn hier im heimischen Odenwald verbracht wird. Da gibt es noch sooo viel zu entdecken, dass wir noch Jahre brauchen um alle Schönheiten zu sehen!
Hier sind noch mal die Streckendetails als gpx Datei!


















































































Mai 23, 2010 @ 14:59:11
Traumhafte Bilder und eine top Erklärung von dir. Aber wie nur schaffst du es zu laufen und zu fotografieren?
Lg
RunningWilli
Mai 23, 2010 @ 16:35:38
Hallo Willi,
die Tour war in erster Linie eine Spaßtour mit ganz vielen Eindrücken und Erlebnissen. Da zählt die Zeit und die Geschwindigkeit weniger!
Das ist so eine Art schnelles Wandern!
Probiere es mal aus. Gibt Kraft und ist auch ein “Höhentraining”!
Mai 23, 2010 @ 17:36:54
Sieht klasse und auch nach jeder Menge Spaß aus
Wetter hat ja zum Glück auch mal gepasst.
Wie hast du den das erste Bild erstellt
Mai 23, 2010 @ 19:00:31
Danke Roland, es war ne tolle Tour.
Das erste Bild habe ich mit der 3D-Ansicht vom MagicMaps Tour Explorer gemacht!
Mai 23, 2010 @ 18:41:15
Ganz tolle Gegend und sehr schöne Fotos lieber Gerd.
Falls jemand noch nicht weiß…
Blindschleichen sind keine Schlangen :!:
Es grüßt Euch der
Waldmensch
Mai 23, 2010 @ 19:00:57
Zum Glück haben wir den Waldmenschen!
Mai 23, 2010 @ 21:37:20
So ist es, oft hat man vor der Haustüre die tollste Gegend
und schwärmt von fremden Gefilden.
Geht mir leider manchesmal auch so.
Mai 23, 2010 @ 23:58:04
War wieder mal eine wunderbare Tour, die einen Riesenspaß gemacht hat. Von daher kann ich mich – wie eigentlich immer – nur noch mal bei deinen Mädels und dir bedanken.
Vielleicht kriegen wir sowas ja nochmal hin, solange es noch geht (wie lange das auch immer sein mag… ;) ).
Mein Bericht braucht wie üblich noch etwas länger.
Morgen oder übermorgen sollte ich ihn aber hoffentlich online geprügelt haben.
Bis demnächst
Matthias
Mai 24, 2010 @ 09:38:52
Den Dank gebe ich gerne zurück. Hat wirklich Spaß gemacht, auch wenn´s anstrengend war.
Und selbst wenn Du weniger Zeit hast und vielleicht seltener hier bist, da kriegen wir schon mal einen Termin zusammen.
Wenn wir für den dritten Teil schon fast ein 3/4 Jahr gebraucht haben, kann es eigentlich kaum schwieriger werden!
Mai 24, 2010 @ 08:05:35
Whow, was für wirklich tolle Bilder: großes Kino, super!
Die Anstiege kann man auf Fotos wirklich nicht so richtig deutlich machen. Aber dafür hast Du ja ein eindrucksvolles Video zugefügt. Da bleiben keine Fragen offen…
Mai 24, 2010 @ 09:41:03
Danke Eddy,
aber die Tour war wirklich toll. Und wenn man dann auch noch so ein Wetter hat, kann es eigentlich nur super werden.
Dann die passende Begleitung und so ein Laufevent macht richtig Spaß. Kann ich Dir nur empfehlen!
Mai 24, 2010 @ 19:03:05
Ja klar und Matthias ist bei dem Video schon lääängst oben, total entspannt und grinst. Frech
Mai 26, 2010 @ 07:03:38
Aber nur weil ich Ihn vorgeschickt habe!
Mai 25, 2010 @ 11:28:01
Danke das wir “mitlaufen” durften und so schnaufe ich kaum bei den ganzen Höhenmetern ;)
Mai 26, 2010 @ 07:04:58
Das war halt extra für Euch die etwas “ruhigere Variante”!
Mai 25, 2010 @ 22:40:06
Servus! Sauber sog i, so muss a Lauf ausschaun! Bärig!
LG
Daniel
Mai 26, 2010 @ 07:07:00
Das sind mit Abstand die besten Läufe!
Aber wem sage ich das!
Der Nibelungensteig – ein sagenhaftern Lauf | „Nächstens mehr.“
Mai 30, 2010 @ 20:56:35
[...] Wanderweges zum Anlass nimmt, das ganze oder Teile davon läuferisch zu bewältigen (z.B. Gerd, Matthias kürzlich und viele andere). Die meisten, die auf dem Nibelungensteig unterwegs sind, [...]
Mai 31, 2010 @ 13:51:52
Nachdem ich das am Samstag selbst unter den Füßen hatte, muss ich sagen: Da sind wirklich böse Steigungen drin! Aber auch wunderschöne Stellen gibt es ja mehr als genug auf dem Weg …
Jun 01, 2010 @ 07:55:13
Einfach laufenswert, oder?
Und das Ganze so am Stück habe ich auch noch im Hinterkopf!
Jun 04, 2010 @ 16:54:44
Schöne Bilder habt ihr da mitgebracht! Die Beine wurden schwer und es war anstrengend, na, was ein Wunder bei der Strecke *grins*
Jun 05, 2010 @ 18:52:33
Die Strecke war eigentlich ganz OK! Nicht zu steil und schön auf Waldboden.
Aber so ganz war ich noch nicht bei Kräften!
Alter Männer brauchen nach einer Krankheit ein bisschen länger!
Der Nibelungensteig – ein sagenhafter Lauf | Täglich laufen
Nov 20, 2011 @ 21:42:33
[...] des Wanderweges zum Anlass nimmt, das ganze oder Teile davon läuferisch zu bewältigen (z.B. Gerd, Matthias kürzlich und viele andere). Die meisten, die auf dem Nibelungensteig unterwegs sind, [...]