19. Mühlchen-Triathlon 2010

Nun habe ich Ihn hinter mir. Meinen ersten Triathlon.
Mit ein bisschen gemischten Gefühlen. Ich kann bisher noch nicht beurteilen, ob die Kombination aus drei Sportarten etwas für mich ist. Definitiv kann ich sagen, dass eine Sprintdistanz nichts für mich ist. Jedenfalls mit meiner aktuellen Vorbereitung.
Die einzelnen Unterdistanzen sind viel zu kurz und dementsprechend viel zu schnell für mich. Was die Teilnehmer für ein Tempo vorgelegt haben ist schon der Hammer. Da komme ich als “Genießer” nicht ganz so in die Gänge und schlage grundsätzlich ein viel zu hohes Tempo für meine Verhältnisse und Möglichkeiten an.
Aber der Reihe nach.

Mein “Wettkampftag” begann bereits mit dem Aufstehen um 6:00 Uhr. Schön für einen Sonntag und zusätzlich letzten Urlaubstag.
Aber auf Grund der ganzen organisatorischen Abläufe und der Tatsache, dass ich mit dem Rad hinfahren wollte, nicht anders zu bewerkstelligen.
Nachdem ich meine Utensilien zusammengetragen hatte, immer mit dem Gefühl im Hinterkopf es fehlt irgendetwas, machte ich mich vollgepackt auf den Weg Richtung Arheilgen.
Pünktlich beim Aufsitzen auf das Rad begann es zu Regnen. Wenigstens schien es nicht heiß zu werden. ;-)

Die Fahrt selbst absolvierte ich bewusst in einem angenehmen Tempo. Schließlich war ich drei Wochen kein Rad gefahren und meine gestrigen 1000 Meter im Schwimmbad machten sich auch leicht bemerkbar.
Aber im Großen und Ganzen war die Anreise OK. Nach 54 Minuten und 16 Kilometern kam ich gegen 8:00 Uhr am Sportplatz in Arheilgen an.
Startunterlagen abgeholt und auf meinen Arbeitskollegen Horst gewartet. Auf Grund des Regens dankenswerterweise im überdachten Bereich.
Bei der Startnummer hatte ich bereits das erste Problem. Startnummernband vergessen.
Da man die Startnummer beim Radfahren hinten und beim Laufen vorne tragen sollte war eine Befestigung am Trikot nicht machbar. Aber die Organisatoren hatten wohl schon Ihre Erfahrungen mit solchen Problemen. Schnell bekam ich einen Gummi zugeschnitten an dem ich meine Startnummer befestigen konnte. Problem war damit gelöst.

Da mein Kollege noch nicht da war, hatte ich Zeit ein bisschen Orientierungsarbeit zu leisten. Es ist nämlich nicht ganz einfach für einen Anfänger sich beim Triathlon zurechtzufinden.
Wechselzonen! Umkleidebereiche! Schwimmstrecke! Radstrecke! Laufstrecke!
Wo platziert man was am Besten? Was brauche ich wann?
Ziemlich verwirrend für einen wie mich. ;-)

Nachdem in meinem Kopf das Chaos eher mehr als weniger wurde, traf mein Kollege Horst ein und wir tranken erst einmal einen Kaffee. Vielleicht hilft´s ja die Gedanken zu ordnen!
Auch er war ein Triathlon-Anfänger und hatte, genauso wie ich, einen Heidenrespekt vor der Schwimmstrecke.
Die nächste halbe Stunde verging relativ schnell mit der offiziellen Abnahme der Räder. Wartezeit in der Schlange ca. 15 Minuten!
Danach trat das Problem auf wo welche Utensilien zu platzieren waren. Die Tatsache das ich mit Klickpedalen fuhr machte es nicht unbedingt einfacher. So mussten meine Laufschuhe in die Wechselzone Rad/Laufen. Dies hatte aber zur Folge, da meine Radschuhe beim Rad standen, ich die Zeit bis zum Start barfuß verbringen musste.
Zum Glück kam endlich die Sonne raus, so dass ich wenigstens nicht anfing zu frieren. Schließlich lagen nun meine Klamotten für das Radfahren und Laufen in der Wechselzone Schwimmen/Radfahren.
Ganz schon kompliziert für einen Mann! ;-)

9:30Uhr war Wettkampfbesprechung. Teilnahme Pflicht da einige Hinweise auf das Verhalten, vor allem beim Radfahren, gegeben wurden. Dabei hatte ich dann auch die Gelegenheit kurz mit Heidi ein paar Worte zu wechseln. Sie war ja der auslösende Grund weshalb ich mir das alles hier angetan habe.
Dafür steht aber noch eine Teilnahme an einem Halbmarathon ihrerseits aus!!!

Ab 10:00Uhr starteten die Nachwuchsathleten. Deren Schwimmstrecke lag mit 100 Metern eher in meinem Wohlfühlbereich als die vorgegebenen 400 Meter für die Erwachsenen.
Wobei das Tempo der besten Schwimmer jenseits meiner Möglichkeiten lag! ;-)
Meine Startgruppe war für 11:00Uhr geplant. So hatten wir noch ein bisschen Gelegenheit den vorherigen Gruppen beim Schwimmen zuzuschauen. Etwas beruhigend war schon die Tatsache, dass fast 1/3 der Teilnehmer auch einen Bruststil bevorzugte.

Schwimmen:
Kurz vor 11:00Uhr begab ich mich ins Wasser. Laut Anzeige zwar 22°C Wassertemperatur und 18°C Lufttemperatur, aber trotzdem war die Brühe schweinekalt.
Und auf´s „Warmschwimmen“ habe ich vorsichtshalber verzichtet. Stattdessen klammerte ich mich bis zum Start am Rand fest. Nur so lange wie möglich Kräfte sparen. ;-)

Kurz nach 11:00Uhr fiel der Startschuss zu meinem ersten Triathlon. 400 Meter Schwimmen in einer trüben Brühe. Das Zusammenbeißen der Zähne geschah weniger wegen der Kälte, sondern eher vor Angst ich würde zu dem leckeren Wasser auch noch Stückchen zu mir nehmen. Da schwamm schon einiges in der Brühe herum. Teilweise hingen mir schon nach wenigen Metern ein paar Algen am Arm die sich auch hartnäckig weigerten wieder los zulassen.
Aus den ganzen Positionskämpfen hielt ich mich weitgehend heraus und konnte einen zugigen und vor allem gleichmäßigen Rhythmus schwimmen. Lediglich an der ersten Wendeboje gab es ein paar Tritte und Schläge. Aber ich denke dies gehört dazu.
Nach 400 Metern stieg ich mit einer reinen Schwimmzeit von 10:55 Minuten aus dem Wasser. Eine Zeit mit der ich hochzufrieden bin.
Schnell zum Umkleideplatz gelaufen und die Radsachen aus der Tüte gekramt. Auf Grund des anfänglichen Regenwetters hatte ich alles gut verstaut.
Pulsgurt an!
Abgetrocknet!
Rad-/Laufhose über die Badehose!
Socken angezogen!
Radschuhe angezogen!
Rad-/Laufshirt über gezogen!
Sonnenbrille aufgesetzt!
Helm geschnappt!
(zwischenzeitlich kamen fast die nachfolgenden Starter aus dem Wasser) ;-)
Zum Rad gelaufen und das Teil bis außerhalb der Wechselzone geschoben!

Radfahren:
Sie ersten Meter auf dem Rad waren ungewohnt. Ohne Sitzpolster und mit nasser Badehose ist es ein etwas „anderes“ Gefühl auf dem Rad als gewöhnlich. Aber im Prinzip nicht hinderlich.
Durch den angelegten Pulsgurt hatte ich nun eine genaue Angabe meines Pulses. Und der lag viel zu hoch. Und runter ging er auch nicht.
Erst mal was getrunken und beim Griff in das Radtrikot festgestellt, dass mein Gel in der Wechselzone lag. Nun saß ich auf meinem Rad, war viel zu schnell unterwegs, und merkte schon nach wenigen Kilometern, dass eine Banane als Grundlage für einen Triathlon, auch wenn er sehr kurz ist, definitiv zu wenig ist. Zudem ging es nach einer Zeit in den Wald, der durch die Regenschauer der letzten Stunde eine sehr schwere Piste darbot. Die Fahrerei war echt anstrengen und teilweise war ich am oberen Limit.
Trotzdem überholten mich bereits hier die ersten Cracks aus der nachfolgenden Startgruppe.
Jetzt nur nicht panisch werden und noch weiter überziehen.
Obwohl, mehr ging sowieso nicht. Die Freude auf die asphaltierten Strecken außerhalb des Waldes währte nur kurz. Anstatt des matschigen Waldbodens kam nun der heftige Gegenwind.
Vom Regen in die Traufe.
Nach etwas enttäuschenden 40:45 Minuten für die angeblichen 17 Kilometer (ich tendiere eher gegen knapp 16) erreichte ich ziemlich fertig das Station. Runter vom Rad und bis zum Wechselplatz geschoben.

Laufen:
Erst einmal meinen Stellplatz für mein Rad und meine Laufschuhe gesucht. Sieht alles irgendwie anders aus wenn überall Räder stehen. ;-)
Aber mit Hilfe der freundlichen Helfer fand ich mein Rad und vor allem meine Schuhe.
Helm ab!
Brille ab!
Rad aufgehängt!
Hingesetzt zum Schuhe wechseln!
Ich hatte echt nichts mehr drauf und war jetzt schon fix und fertig. Entsprechend genoss ich die Pause beim Schuhwechsel ausgiebig.
Aber es half alles nichts. Mein Puls klebte irgendwie im oberen Level fest. Und auf Grund der jetzt gestiegenen Temperaturen und dem intensiven Sonnenschein sollte dies auch die nächsten 4.5 Kilometer nicht besser werden.
Beim Herauslaufen aus dem Stadion gab´s eine Verpflegungsstelle. Eine Iso in den Hals und ein Wasser über den Kopf. Zum Glück hatte ich die Becher nicht verwechselt. So ein bisschen Verstand war anscheinend noch da. Aber es tat verdammt weh.
Aus meinem geplanten 5:30 min/km wurde nur beim ersten Kilometer was. Danach wurde es von Minute zu Minute anstrengender. Die Kraft war komplett weg und ich wollte das Ding einfach nur hinter mich bringen. Der Rest der Strecke wurde krampfhaft in einem Kilometerschnitt von knapp über 6:00 min/km absolviert!
Schade, aber mehr war einfach nicht mehr drinn! Akku war leer! ;-)

Die Stadionrunde war echt furchtbar. Aus dem geplanten “Tribünenschritt” wurde ein sehr gequältes Schlurfen. Ich war einfach nur froh das ich es endlich hinter mich gebracht hatte und endlich was Essen konnte. ;-)
Mit meiner Gesamtzeit von 1:17:46,78 h bin ich eigentlich zufrieden. Schließlich war es mein erster Triathlon.

19. Mühlchen Triathlon 2010

19. Mühlchen Triathlon 2010

Und was gibt´s für ein Resümee?
Schwer zu sagen. Eigentlich macht es ja doch Spaß mal was anderes auszuprobieren. Und wenn mal die akute Quälerei überstanden ist erholt man sich ja erstaunlicherweise ziemlich schnell.
Problematisch sind die angegangenen Geschwindigkeiten auf der Kurzstrecke. Das ist auf jeden Fall das größte Manko.
Auf der anderen Seite müsste ich für die längeren Einheiten mehr Training ins Schwimmen und Radfahren investieren. Dazu habe ich auch keine Lust.
Dafür bin ich einfach zu sehr Läufer.

Aber vielleicht mache ich nächstes Jahr doch wieder mit in Arheilgen.
Mit ein bisschen besserer Vorbereitung.
Mit ein bisschen besserer Kenntnis der Materie.
Und mit ein bisschen mehr Organisationstalent.

Wer weiß?
Vielleicht bin ich dabei!
Beim 20. Mühlchen-Traithlon 2011. ;-)