Warum laufe ich?

In allen Medien werden Sieger gekürt.
Weltmeister!
Europameister!
Deutsche Meister! usw.

Gewinner sind überall präsent.
Man umgibt sich gerne mit Gewinnern.
Pokale. Medaillen. Urkunden.

Weltrekorde!
Europarekorde!
Altersrekorde!

Bestzeiten wo man hinschaut.

Der erste ist der Beste.
OK! Ein zweiter und dritter Platz wird auch noch akzeptiert.

Aber danach?

Sind das alles Verlierer?

Ich habe bereits in frühster Jugend erkennen müssen, dass ich nicht zum Läufer geboren bin. Entsprechend ver”liefen” meine sportlichen Ambitionen eher in anderen Bahnen.
In der Leichtathletik waren es die Wurfdisziplinen, und im Mannschaftssport stellte man mich halt in´s Tor.

Nur damit ich nicht Laufen muss! Hat ja doch keinen Sinn.

Irgendwann wird man dann älter und älter. Die Muskel werden weniger und der Bauumfang nimmt bedrohliche Dimensionen an.
Sport aktiv betreiben ist schon lange kein Thema mehr.
Auf der Couch den anderen zuschauen ist bequemer.

Die Fitness nimmt kontinuierlich ab.
Die Beschwerden werden immer massiver.
Zigaretten und Alkohol werden als “Genuss” deklariert.

Die Wampe stört.
Die Husterei ist nervend.
Und die Regenrationszeiten nach einer durchzechten Nacht werden immer länger.

Irgendwann kommt glücklicherweise ein Umdenken.

Der einzige der die Situation ändern kann bin ICH.
Ich bin verantwortlich für meinen Körper und meine Gesundheit.

Und ich muss da wieder raus kommen.

Ich habe es geschafft.
Mit eisernem Willen!
Viel Leid und viel Schmerz!
Aber ich habe es geschafft.
So wie es jeder schaffen kann wenn er denn wirklich will.

Aus mir ist immer noch kein Läufer geworden. Es wird auch nie ein Läufer aus mir werden.
Ich werde nie erster sein.
Nie auf dem Podest stehen.
Aber dass ist auch nicht der Grund warum ich Laufe.

Der Grund warum ich Laufe ist das Laufen selbst.
Der Spaß an der Bewegung.
Die Freude sich in der Natur zu bewegen.
Das Erlebnis mit Tausenden durch eine abgesperrte Innenstadt zu Laufen.
Nicht gegeneinander!
Miteinander.
Spaß zu haben.

Auch an Grenzen zu gehen. An meine Grenzen.
Auch Niederlagen gehören dazu.
Aus Niederlagen zu Lernen macht stark.
Auch außerhalb des Sports.
Nur aus Niederlagen kann man Siegen lernen.

Ich bewundere Sportler die einen Marathon unter 3 Stunden laufen können.
Aber ich bewundere aber auch genauso die Menschen die sich Ihren Traum vom Marathon in 6 Stunden erfüllen.
Jeder hat das Recht auf seine Leistung stolz zu sein!
Auch ich. Egal was andere darüber denken.
Was zählt bin ganz alleine Ich.

Jeder hat sportliche Träume!
Sportliche Ziele!
Sportliche Wünsche!

Mein sportlicher Traum, mein sportliches Ziel und mein sportlicher Wunsch ist,
“so lange Laufen zu können wie es gesundheitlich nur geht”.

Nicht mehr, aber auch nicht weniger!

Das Laufen ist der Grund weshalb ich Laufe!