1. Etappe des Nibelungensteigs ist online!

nibelungenlauf-1etappe-046Es war eine traumhaft Tour. Es war genauso wie ich es mir vorgestellt habe. Sehr, sehr anstrengend. Aber mit einer Natur, die einen für alle Anstrengungen entlohnt. Ich werde bei meinem Bericht weniger auf die Namen und Bezeichnungen der einzelen Berge, Täler usw. eingehen. Denn das macht Matthias definitiv besser und mit einem fundierteren Basiswissen als ich. ;-) Und zweimal das gleiche Lesen macht ja auch keinen Spaß! Also gibt´s von meiner Seite eine Beschreibung meiner persönlichen Erlebnisse auf der Tour mit ein paar kommentierte Bilder und Videos.

Start unsere Tour war am Freitag den 22.05.2009 um 15:28Uhr in Zwingenberg.

Der erste Zielort war der Melibokus. Der “Hausberg” von Matthias und mit knappen 520müNN schon eine imposante Erscheinung von Zwingenberg aus. Ein bisschen Respekt flößte mir der Buckel schon ein. ;-)

Aber kneifen gilt nicht und so ging es erst mal am alten Bahnhof lang, durch die wunderschöne Altstadt Zwingenbergs und dann nach nur knapp einem Kilometer Richtung Kirche. Das Stadtgebiet nennt sich “Auf dem Berg”. Ich wusste relativ schnell warum. ;-) Wir waren gerade mal ein paar Minuten unterwegs und meine linke Wade fing schon an zu mucken. Schei….! dachte ich und versuchte ein bisschen gleichmäßiger und runder zu Laufen. Anscheinend war mein Fuß zwar in Ordnung, aber durch die unbewusste Schonhaltung verhärtete sich die Wade. Unangenehm, aber kein Grund jetzt schon die Flinte in´s Korn zu werfen. Vielleicht verläuft´s sich ja. :cool:

Am oberen Ende von Zwingenberg angelangt prangte zum ersten Mal das Zeichen des Premium-Wanderwegs “Nibelungensteig” an einer Laterne. Hier ging es nun endlich los. Und zwar gewaltig. Beim ersten Anblick des Anstieges in die Weinberge wurde mir schon anders. So ganz sicher war ich mir nicht mehr was den Spaß betraf. :-?

Das war ein Einstieg in einen Lauf. Ich dachte mir platzt nach ungefähr 500Metern der Kopf. Mein Puls jagte bis zum Steinbruch auf über 162bpm. Der Schweiß floß nach wenigen Metern in Strömen. Und das war erst der Luciberg, praktisch ein kleiner Vorberg vor dem Melibokus.
Jo Gerd, Du hast es ja so gewollt! ;-)
Wir kämpften uns tapfer bergan. Zwischen den Büschen könnte man sehr gut verfolgen wie schnell man sich nach oben bewegte. Zwingenberg lag nach wenigen Minuten zu unseren Füßen. In den Weinbergen knallte die Sonne auf uns herab und ich freute mich jetzt schon auf den Wald. Aber nach knapp 2 Kilometern wurde man das erste Mal entschädigt. Was für eine Aussicht!


Genial! Da musste man einfach kurz innehalten. (Zum Glück. ;-) )


Aber weiter ging es Richtung Melibokus. Ab und an eine kurze Verschnaufpause. Im Notfall Trinken und Fotografieren als Ausrede um ein bisschen Luft zu schnappen. Der Anstieg von Zwingenberg zum Melibokus ist echt gnadenlos steil. Aber ich hatte es ja so gewollt. Also musste ich da durch. ;-)


Nach 52 Minuten war es geschafft. Ich bin das erste Mal den Melibokus hinaufgelaufen. Naja, sagen wir gejoggt. Laufen ist was anderes. Aber ich habe es geschafft. Und wenn man das erste Mal auf den Melibokus gelaufen ist, darf man die Aussicht ganz besonders genießen. Also sind wir kurz von dem Orginalweg abgewichen und zur Startrampe der Drachenflieger gegangen um die traumhaft Aussicht zu genießen.






Aber wir mussten ja weiter. Der Melibokus was zwar meines Erachtens der giftigste und schwerste Anstieg, aber es waren noch über 11 Kilometer und zwei Anstieg zu bewältigen. Aber jetzt ging es erst mal bergab. Herrlich im schattigen Wald sich treiben zu lassen und die Beine ein wenig zu entlasten. Ständig öffneten sich neue Perspektiven und Aussichten. Überall gab es was zu sehen und zu bestaunen. Landschaftlich ein Traum. Bei dem zusätzlichen Kaiserwetter kaum zu beschreiben. Deshalb gibt´s am besten ein paar Bilder.



Die Wade zwickte zwar bei jedem Anstieg weiterhin kräftig, aber bei der Landschaft und bei den Eindrücken kann man das auch mal wegstecken. Zwischendrin ab und an mal Dehnen bringt auch wieder ein kleines Päuschen. ;-)
Nun kam der zweite Anstieg. Hinauf zum Felsberg. Nicht ganz so steil und durch die Stufen erträglicher zu Laufen. Aber halt bergauf. Hoch bis zum Parkplatz am Felsenmeer. Wer es noch nicht kennt hat etwas verpasst. Ein Highlight der Tour.
Dort trafen wir auch Frau und Kind um kurz die weiteren Tourpläne abzustimmen. Und dann ging es durch das Felsenmeer hinunter ins Lautertal. Nicht unbedingt Wege zum Laufen, aber wer noch keine kaputten Knie hat kann hier ein bisschen üben. ;-)



Endlich untern angekommen. Aber nicht unbedingt erholt durch den “Lauf” nach unten. Jetzt geht es erst einmal ein paar Meter durch Reichenbach hindurch. An der Gaststätte “Zur Traube” vorbei, an der wir zum Abschluß was leckeres Essen wollen. Aber Matthias hat noch ein Leckerli zum Schluß aufgehoben. Den Anstieg zum Hohenstein. Und der hatte es echt nochmal in sich. Da sind sogar die Richtungspfeile an den Markierungen nicht nur einfach nach links oder rechts. Nein, die zeigen sogar noch oben. Und das zu Recht. Das war nochmal ein richtiger Hammer und hat richtig weh getan da noch mal hoch zu Laufen. Aber es gehört bis zum Hohenstein alles zur ersten der drei Etappen. ;-)


Nach zwei Stunden und 45 Minuten sind wir am Hofgut Hohenstein angekommen. 16,6 Laufkilometer mit gut 800 Höhenmetern haben wir absolviert. Aber es war ein solches Naturerlebnis, das wir uns sicher sind es war nicht der letzte Lauf auf dem Nibelungesteig. Die letzten beiden Etappen werden wir auch noch absolvieren, und den ganzen Steig in zwei Etappen werden wir auch noch planen. Und für nächstes Jahr im Herbst werden wir versuchen ein Blogger-Event auf dem Nibelungensteig zu organisieren. Diese Route ist es Wert das man sie mal gemeinsam läuft. Nicht auf Zeit und nicht hurtig. Mit Genuss und mit entsprechender Muse. Denn es ist hier viel zu schön (und zu steil) um einfach nur durchzurennen.

Und wenn man dann alles geschafft hat, dann gibt´s ne richtige Odenwälder Sauerei. ;-)
Da schmeckt das Kochkäs-Schnitzel in der Traube doppelt gut!

Und hier noch mal die ganze 1. Etappe auf GPSies!

UND DIE BILDER ETWAS GRÖSSER GIBT`S HIER!

Nibelungensteig

Es war wunderschön und hat allen Beteiligten, auch meiner Frau und meiner Tochter, viel Spaß gemacht. Danke Matthias für deine Führung! Ich freue mich jetzt schon auf die zweite Etappe!
Wenn dein Bericht fertig ist gibt´s den dann hier!

Und der wird wie immer der Knüller also unbedingt reinschauen! ;-)

Im schönen Odenwald

Im schönen Odenwald