Bestandsaufnahme

Zwei Tage nach meinem Sturz versuche ich mal wieder ein paar Zeilen zu schreiben. Geht leider nicht ganz so schmerzfrei und dauert. Aber wenn die Schmerzmittel wirken, kann ich zwischendrin mal mit dem 2-Fingersystem was tippen. Aber so richtig rund läuft´s nicht. Wer übrigens ein paar Tipp- oder Schreibfehler findet, darf sie behalten. ;-)
Tja, wie war das ganze nun abgelaufen. Mal abgesehen von der Tatsache, dass ich langsamer hätte Fahren können, hatte ich eigentlich keine Chance. Ich war auf dem Nachhauseweg von der Arbeit. Bin zügig auf der Straße durch Dieburg gefahren, wo sich zur Zeit eine Baustelle an der anderen reiht.
Berufsverkehr! Einfahrt in den Kreisel.
Blick nach links ob da ein Auto kommt.
Und da sehe ich aus dem Augenwinkel ein Bremslicht aufleuchten. :-(
Durch die Baustellen hat sich der Verkehr bis in den Kreisel zurückgestaut.
Ich rase auf einen stehenden, schwarzen Golf zu.
Besser gesagt ich bin schon fast in dem Golf.
Ich registriere noch rechts den ca. 15cm hohen Bordstein und weiß das ich da im schrägen Winkel nicht hochkomme.
Instinktiv haue ich meine Bremsen zu.
Die Verzögerung ist genial. Nobbi Nic setzt seinen Grip auch auf Asphalt löblich ein.
Mir fehlt das bekannte Rutschen auf Waldboden.
Nichts rutscht. Mein Bike bleibt auf Befehl stehen. Natürlich auch mit dem Vorderrad.
Meine eigene Verzögerung klappt leider nicht annähernd so gut.
Ich fliege Richtung Stoßstange des Golfes.
Noch in der Luft schreie ich ein herzhaftes “Schei….!”
Knapp davor schlage ich auf. Auf beide Unterarme und Handballen,
Dann kommen die Knie hinterher.
Dann mein Bike.

Alles passiert innerhalb Sekundenbruchteilen.
Absolut keine Chance.
Ich verfehle den Golf um Millimeter.
Das Adrenalin schießt durch meinen Körper.
Ich rappele mich auf und sehe als erstes meine Knie.
Zwei blutrote Golfbälle bilden sich auf meinen lädierten Kniescheiben.
Eine Passantin bietet mit Hilfe an.
Ich habe Schmerzen in beiden Armen und Händen.
Den linken Arm kann ich überhaupt nicht bewegen.
Der schwarze Golf hat von der ganzen Sache überhaupt nichts mitgekriegt.
Ich sitze am Straßenrand und sortiere mich.
Helm ab und erst mal durchatmen.
Die nette Passantin bringt mir mein Bike und fragt ob sie einen Krankenwagen holen soll.
Ich Bitte Sie meine Frau anzurufen. Mein Handy liegt mal wieder im Büro. ;-)
Die nette Frau schreibt sich meine Telefonnummer auf und verspricht sofort bei mit zu Hause anzurufen.
Ich habe noch nicht einmal einen Namen oder ihre Telefonnummer um mich bedanken zu können.

10 Minuten später kommt meine Frau und läd mich und mein Bike ein.
Erst kurz zu meinem Schwager in die Praxis um die Ecke. Der überweist mich sofort zur Unfallaufnahme am Dieburger Krankenhaus.
So langsam kommen die Schmerzen.
Jedes Schlagloch ist die Hölle.
“Wenn Männer leiden. Einfach grausam.” ;-)

Sofort zum Röntgen.
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Ich glaube es gibt keinen Teil am Skelett der ausgelassen wurde.
Wäre es Dunkel gewesen, ich hätte geleuchtet. ;-)

Leider waren die Schmerzen beim Röntgen des linken Armes so stark, dass ich kreislaufmässig abgebaut habe. Aber die nette Schwester hat mich aufgefangen. Sie war auch körperlich dazu in der Lage. ;-)

Danach kurz beim Arzt um die Röntgenbilder anzuschauen.
Keine Fraktur der Kniescheiben. :-)
Keine Frakturen im Schulterbereich. :-)
Keine Frakturen der Unter- und Oberarme. :-)
Keine Frakturen der Hände und Knöcheln. :-)

Aber das “Radiusköpchen” am Ellbogen sah nicht gut aus.
Da war ein Stück abgebrochen.
Doc wollte kurze Rücksprache mit seinem Chefarzt hinsichtlich der Notwendigkeit einer OP.
Banges Warten bis er mit der Nachricht zurückkam man könne die Sache mittels Schiene in Ordnung bringen.
“Erst mal tiefes Durchatmen” Auf eine OP hatte ich null Bock.

Dann gab es unter Schmerzen erst mal eine Schiene und ab ging es Richtung Heimat.
Nicht bevor wir meine Schmerzmittel in der Apotheke geholt  hatte.
Ohne diese hätte ich die Nacht  bestimmt noch weniger als zwei Stunden geschlafen.
Und das auch nur im Sitzen!

So quäle ich mich nun seit meinem Sturz mehr oder weniger durch den Tag. Ich sitze vor der Glotze und nutze die schmerzfreie Zeit zwischendrin um diesen Bericht zusammenzukratzen. Es funktioniert nur in kurzen Abschnitten.
So langsam kann ich wenigstens meine rechte Hand einigermaßen schmerzfrei bewegen. Ich wollte wenigstens eine Zusammenfassung der Geschehnisse geben. Ansonsten wird es die nächsten Tage, was es die Blogeinträge und Kommentare betrifft, ein bisschen ruhiger bei mir.
Aber die ganzen Beiträge in den anderen Blogs werde ich lesen.
Mich ein bisschen mitfreuen an Euren sportlichen Taten. Und wenn es klappt, gibt´s auch den einen oder anderen Kommentar dazu. Aber auch Nachsichtig sein das ich dies im Augenblick nicht ganz so üppig wie gehabt hinkriege. Ich werde überall lesen, aber ob ich meinen Senf dazu geben kann möchte ich nicht versprechen. Leider kann ich mit der Mouse noch nicht schreiben. Das würde die Sache vereinfachen. ;-)

Und vor allem vielen, vielen Dank an dir netten Wünsche und Grüße!
Ich freue mich über jeden einzelnen. Auch wenn ich nicht jeden einzeln beantwortet habe.
Und jetzt geht es wieder zurück auf meine Couch. Die Schmerzmittel lassen nach und ich soll es nicht übertreiben. ;-)

 

Kann man mit dem Teil auf´s Bike?

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Tennisball im Knie?

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