Warum nicht ehrlich sein!

On 17. Dezember 2009, in Allgemein, Regeneration, by Gerd

Ich höre ja so oft die Ausrede, “ich hatte keine Zeit”! Ich konnte nicht Laufen gehen weil ich blablabla……

Gut, ich gebe zu, dass es ab und an mal vorkommen kann, das die Zeit ein bisschen knapp wird. Das man trotz vieler Arbeit am Abend noch mal zur Oma auf den 90. muss. Kann alles mal vorkommen.
Aber eine ganze Woche lang? Oder sogar zwei Wochen????

Lügt man sich da nicht selber was in die Hose? Es kann mir keiner erzählen, dass man, wenn man wirklich will, nicht eine halbe Stunde abzwacken kann um ein kleines Ründchen zu Laufen. Im Notfall quält man sich halt mal ne Stunde früher aus dem Bett. (Nicht wahr Torsten? ;-) )

Irgendwas geht immer.
Morgens früher. Abends später mit einem Kumpel oder einer Freundin schnell noch ne Runde drehen.
Oder im Studio auf das Band.

Ich stehe jeden Morgen um kurz vor 5 Uhr auf.
Fahre 45 Minuten mit dem Fahrrad zur Arbeit.
Dort verbringe ich zwischen 9 und 12 Stunden.
Fahre 45 Minuten mit dem Fahrrad wieder nach Hause.
Und nehme mir ab und an noch die Zeit eine Stunde Abends zu Laufen.

Es liegt nicht daran, dass man keine Zeit hat.
Es liegt daran, dass man keine Lust hat.
Das der innere Schweinehund einfach der Stärkere ist!
Aber dann sollte man wenigstens den Mumm haben dies zuzugeben. ;-)

Ich bin heute Abend nach Hause gekommen und wollte eigentlich noch ne Stunde Laufen. Ich habe mit meiner Tochter eine Riesenlasagne verdrückt und lege mich jetzt auf meine Couch.
WEIL ICH KEINE LUST ZUM LAUFEN HABE!!!!!!

Und das ist OK. Das muss auch mal sein.
Ich habe fast kein schlechtes Gewissen!
Aber ich schiebe es nicht auf die fehlende Zeit.
Ich hatte ganz einfach keine Lust.

Und Morgen früh um kurz nach 5 sitze ich wieder auf meinem Bike! ;-)

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42 Responses to “Warum nicht ehrlich sein!”

  1. Sinusläufer sagt:

    Cooler Beitrag! Da fühle ich mich fast ein wenig angesprochen. Meinen zeitlichen Laufrahmen halte ich mir relativ klein. Nach der Arbeit gehts meistens raus, kommt mir dann was dazwischen ist der Hunger größer als die Lauflust. Nach dem Essen passiert dann nichts mehr.
    Aber Du hast recht, wenn man einen festen Willen hat dann findet man die Zeit!

  2. Andy sagt:

    Herrlich, dann oute ich mich jetzt und hier auch mal und sage das ich heute absolut kein Bock zu laufen hatte und lieber faul vorm Rechner saß.
    Danke, das tat jetzt gut! ;-)

  3. Hugo sagt:

    Hei Gerd, bist du wirklich sicher, dass du heute das richtige tust? Lasagne statt Laufen? Faul auf der Couch liegen und die Fettreserven anwachsen lassen?

    Nein im Ernst…. mit deinem Beitrag hast du völlig recht und wenn du einmal auf der Faulenhaut liegst, dann brauchst du dir bestimmt kein schlechtes Gewissen zu machen. Das haben andere viel mehr nötig :-)

  4. Bernd sagt:

    Gönne es Dir einfach mal keine Lust zum Laufen zu haben. Wenn Du dann wieder läufst dann ist das Laufen um so schöner.

  5. Patrick sagt:

    Hallo Gerd

    Du magst ja recht haben !

    Aber morgens um 5 auf die Arbeit Radeln und abends noch laufen gehen ?

    Lass mich raten du sitzt den ganzen Tag im Büro oder?

    • Gerd sagt:

      Hi Patrick,
      dass ist ja nicht der Punkt. Der Punkt ist, über einen längeren Zeitpunkt zu behaupten man hätte keine Zeit um Sport zu treiben.
      Wenn man den ganzen Tag am Malochen auf dem Bau ist, hat man z.B. schon genug Bewegung gehabt.
      Aber dann ist bestimmt am WE die eine oder andere Stunde frei!

  6. Blumenmond sagt:

    Genau so isses – alles eine Frage der Prioritäten.

  7. Steffen sagt:

    Lieber Gerd,
    welch wahre Worte! Ach tut das gut dies einmal von Anderen zu hören. Gut, von Dir hätte ich jetzt auch nichts anderes erwartet als die Wahrheit, aber Du hast das echt soooo toll geschrieben, RESPEKT. Und es ist wirklich so, JEDER HAT ZEIT, wenn er nur will. Überhaupt kann man fast alles erreichen, wenn man nur will. Auch wir haben ab und an keine Lust zum Laufen, steht nichts an fällt dieser Lauf dann einfach aus, punkt. Ist es vor einem Wettkampf, ja dann ziehen wir es eben trotzdem durch, und warum? Weil wir es wollen, zwar diesen einen Lauf nicht, aber den Wettkampf.

    Ach Gerd, Du hast das sooo toll geschrieben, 100000 Dank dafür!

    Bis Morgen früh, in alter frische, neu motiviert,
    Steffen

  8. huobaere sagt:

    Genialer Beitrag!
    Vielleicht auch ein Tipp für jene Kategorie “Morgen-Läufer” die jeden Tag sagen: “Morgen fange ich an”!
    Die fangen nie an! Die haben nie Zeit!
    Du darfst dir zu Recht eine Pizza mit deiner Tochter gönnen, denn du zeigst, wie es gehen kann!! Ich hoffe es hat euch beiden so richtig gut geschmeckt! Gruß – Reinhard

    • Gerd sagt:

      Hallo Reinhard,
      wenn ich etwas möchte und dazu stehe, dann nehme ich mir auch die Zeit dafür.
      Geht vielleicht nicht immer, aber es geht!

  9. Robert sagt:

    Da sag ich doch “Amen Vater Gerd”

    Gruß Robert
    der heute morgen 30km geradelt und Abends 16km gelaufen ist (zur Arbeit mit Umweg und fast direkt zurück)

    PS: Ich hoffe direkt am 01.Januar 2010 auf ein Update der Gewichts / Körperfetttabelle sowie der Lauf bzw Radkilometer, bin schon ganz gespannt.

    • Gerd sagt:

      Hi Robert,
      da zieh ich doch mal meinen Hut! Respekt.
      Was deine Erwartungen für den 01. Januar betrifft, erwarte nicht zuviel. ;-)
      Ich hatte ziemlich viel INPUT! ;-)

  10. Jens sagt:

    ich sage einfach mal “Danke” :)
    Dein Beitrag hat sicherlich einen Teil dazu beigetragen, dass ich heute abend einen tollen Lauf durch den Schnee absolviert habe. Und wie sollte es auch anders sein: es war absolut genial

  11. Hannes sagt:

    Volle, volle, volle, volle, volle [...] Zustimmung!

  12. matbs sagt:

    Nee, Gerd, das geht so aber nicht.

    Ich hatte im vergangenen Jahr öfters mal keine Zeit zu laufen.
    Auch über etwas längere Zeiträume – richtig harte Wochen, bei denen ich teilweise weniger als 20 Stunden pro Woche geschlafen oder auch mal fast 40 Stunden am Stück durchgeackert habe, um eine extrem wichtige Deadline zu erfüllen.
    Das war eh schon hart genug, da bin ich ganz bestimmt nicht bereit, mir dafür jetzt auch noch Faulheit oder mangelnden “Mumm” oder fehlende Ehrlichkeit unterstellen lassen.

    “Faul sein” und “Keine Zeit Haben” sind nicht dasselbe, und bloß weil Letzteres im beschaulich-geregelten Alltag eines fest angestellten Behördenmitarbeiters vielleicht nicht vorkommt (ha, das war jetzt stichelig, oder? :D ), heisstdas nicht, dass es das deshalb gar nicht gibt… ;)

    Cheerio und nix für Ungut! :D

    • Gerd sagt:

      Kein Problem Matthias,
      auf Dich hatte ich noch gewartet. ;-)
      Bei Dir ist das ja kein Dauerzustand. Du bist ja ein Läufer! Wenn ich deine Jahreskilometer und deine Gesamtlaufzeiten anschaue, kannst Du dir auch mal einen Monat “Faulheit” leisten. ;-)
      Aber selbst unter absoluten Dauerbelastungen, tut eine halbe Stunde Laufen gut und macht Luft im Hirn!
      Ist nun mal meine feste Überzeugung.

  13. Feuerpferdle sagt:

    Ein klasse Beitrag… Ich denke auch, wenn man etwas wirklich will, dann kann man das auch erreichen. Und wenn man spürt, wie gut einem das Laufen oder Sport an sich tut, findet man auch seine Nischen.

    Ab und an mal faul zu sein und einfach mal keine Lust zu haben, ist völlig ok – ich hoffe, Du hast mit Deiner Tochter die Lasagne genossen… ;)

  14. Ralph sagt:

    Passt schon Einfach mal faule Sau spielen

  15. Marco sagt:

    hehe du hast keine kleinen kinder oder?
    :-)
    Da geht so ein pensum leider nicht. Wenn man Abends nach hause kommt spielt man noch eine runde mit den kleinen und bringt sie dann ins bett. die rau möchte auch noch eine kurze unterhaltung und dann ist es schon 21:00 uhr… was machen? auf der couch bleiben oder umziehen und eine runde laufen ist dann die frage!
    zur zeit gewinnt meistens die couch aber das wird sich ändern bzw. war auch schonmal anders.
    morgens das gleich… aufstehen, hund raus, kurz saugen und kind zum kindergarten bringen. da ist kein spielraum für eine frührunde.
    leider aber man macht es gerne. familie geht erstmal vor und später kommt auch wieder eine andere zeit die mehr zulässt.

    lg
    marco

    • Gerd sagt:

      Hi Marco,
      ich habe insgesammt drei Kids! ;-) Eine davon ist gerade 7.
      Also ich habe und hatte die ganze Zeit Kinder. Selbst da ist es möglich, ab und an, ne Stunde rauszuwringen. ;-)
      Aber Familie hat Vorrang!
      Die provitieren aber auch von einem ruhigen und zufriedenen Papa!

  16. Evchen sagt:

    Oh, wie recht Du hast! Aber da ist es mit allem anderen gleich: warum raucht man? Weil es schmeckt??? Warum ißt man zu viel? Weil man wirklich noch nicht satt war und an Unterzuckerung sterben würde, wenn man jetzt keine Schokolade ißt?
    Ehrlich zu sich selbst sein, das ist erst mal das Wichtigste und dann ist das ehrlich gegenüber anderen sein, gar nicht mehr so schwer.

    • Gerd sagt:

      Hi Eva,
      Du hast ja die Erfahrung gemacht wie schnell sich so was ändern kann und Unwichtiges auf einmal Wichtig wird! ;-)

  17. Torsten sagt:

    Das drucke ich mir jetzt aus und unterschreibe es.
    Ich gehe auch laufen wenn ich nicht wirklich Lust dazu habe. Wenn man erstmal auf der Piste ist, dann kommt der Spaß von ganz alleine. Dieser Gedanke hieft mich Morgens um 05:00 Uhr immer aus dem Bett und ich bin dankbar dafür. Selten schlechte Läufe erlebt und wenn dann nur Abends, weil das ne unchristliche Zeit ist zum laufen.

  18. Marcus sagt:

    Das paßt ja perfekt zu meinem Vorgängerbeitrag, lieber Gerd! Genau so ist es doch letztendlich. Entweder man läuft oder eben nicht. Wozu Ausreden erfinden? Innerer Schweinehund etc. – das ist alles Unsinn; schwächliche Ausreden. Wozu sich motivieren? Entweder man liebt das Laufen und praktiziert es oder nicht. Simpel. Ich muß mich nicht motivieren.

    Ein angenehmes Wochenende!

  19. [...] liebe Gerd hat in seinem Blog schon die Ehrlichkeit zum Thema [...]

  20. daniel sagt:

    ich hab eher das problem das ich nicht aussetzen kann. z.b. bei verletzungen und ähnlichem, da tu ich mir echt schwer.

    man muss aber ehrlich eingestehen: eine woche auszeit kann auch positive folgen haben, natürlich nur wenn man es sich nicht zu oft gönnt.

    grüße, daniel

  21. [...] Schweinehund die Oberhand behalten hat. Aber das schöne daran ist es ehrlich zuzugeben, wie Gerd schon [...]

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