Hammerharter LongJog

Alleine die Ankündigung das ich vielleicht ein bisschen länger Laufen wolle, hatte meine Frau schon vorgewarnt.
Irgendwie kennt sie meine Anwandlungen und gelegentlichen Ausreißer. ;-)

Ich hatte mir ordentlich meinen Trinkrucksack vorbereitet, ein Gel dazugelegt und das Handy griffbereit deponiert. So ganz weiß ich ja nie wie so ein “Ausflug” endet.
Also hatte ich alle ordentlich präpariert. Da stand ja dem langen Lauf am Sonntag früh nichts mehr im Wege.
Seit meinem langen Lauf im Januar hatte ich ja bisher leider keine Gelegenheit auf einen “ordentlichen” Lauf.

Sonntag früh gegen 6:45Uhr ging´s an die frische Luft!
Und die war richtig frisch. Mit -6°C war es knackig kalt. Aber so mag ich das eigentlich. Trocken und kalt.
Dazu noch ein herrlicher Sonnenaufgang.
Läufer was willst Du mehr?

Spätesten als ich im Wald ankam, wurde mir schlagartig bewusst, dass die gefallene Schneemenge erheblich größer war als vermutet. Innerhalb der Gemeinde lag so gut wie kein Schnee mehr, aber hier sah es ein bisschen anders aus.
Sofort hatte ich wieder ein klein bisschen Bedenken ob die Probleme mit Hüfte und Knie wieder auftreten. Schließlich ist die blöde Rumrutscherei Gift für die angeschlagenen Teile!
Kurz nach dem Handy gegriffen.
Und festgestellt, dass es noch zu Hause auf dem Küchentisch liegt.
Prima Voraussetzungen.
Und das Gel lag daneben.
Also hieß es flüssig ernähren! :-(

Je weiter ich Richtung Darmstadt lief, desto höher wurde der Schnee. Dazu noch vereiste Spurrillen.
Dabei hatte der Tag so schön angefangen.

An der “Grube Prinz von Hessen” entschloss ich mich auf den Radweg zu wechseln. Das Laufen im Schnee war einfach zu anstrengend
Und ein paar Kilometer hatte ich ja noch vor mir.

Aber der Radweg war wieder einmal in dem gleichen bemitleidenswerten Zustand wie schon im ganzen Winter. Wenn es schneit wird von den Räumfahrzeugen zusätzlich der ganze Schnee der Straße draufgeschoben. Und keiner kommt auf die Idee den Radweg zu räumen.
Für mich eine Frechheit. :negative:
Jedenfalls konnte ich mir für Montag früh schon mal eine Alternative zur Fahrt zur Arbeit raussuchen.

Mir blieb nichts anderes übrig als auf die Straße auszuweichen. Zum Glück ist da am frühen Morgen nicht viel los.
Aber schön zu Laufen ist es da nicht.

Nach ca. 1:40 h kam ich am Oberwaldhaus an. Und war schon ziemlich fertig. Der Schnee schafft mich in diesem Winter. Ich mag nicht mehr.
Für den Rückweg entschied ich mich für die Variante über Messel. Vielleicht war dort der Schnee und dementsprechend die Waldwege ein bisschen besser.
Waren sie auch. Wenigsten ein bisschen.
Trotzdem ging es einige Kilometer durch den tiefen Schnee. Und länger ist die Variante auch noch. ;-)

Jedenfalls kam ich nach 4 Stunden Laufzeit und über 32 Kilometern ziemlich erschöpft zu Hause an. Die Oberschenkel waren steinhart und jeder Muskel meldete verzweifelt “Feierabend”!
Überraschenderweise hielten Hüfte und Knie. Wenigstens hier hat sich der Schnee diesmal nicht negativ ausgewirkt.
Trotzdem konnte ich zu Hause kaum die Treppe runtersteigen. Der Muskelkater war schon da.
Ein heißes Bad hat dann den gröbsten Muskelkater ein bisschen gelindert. Aber mehr als Couching gab´s am Sonntag Mittag nicht mehr.
Der Mann war einfach fertig!

Höhenprofil
Geschwindigkeit
LongJog

Jetzt wird´s ernst!

Noch gut 14 Stunden und ich starte zu meinem ersten Ultramarathon!
Wer hätte das vor gut zwei Jahren gedacht. Ich jedenfalls nicht. ;-)

Und das schönste an der ganze Sache ist, ich bin noch nicht mal aufgeregt. Ich bin so locker wie vor meinem Marathondebüt. Kein Vergleich zu meinem allerersten  Halbmarathon in Darmstadt. Da schlug mir schon 2 Tage vorher das Herz bis zum Halse.
Im Augenblick bin ich völlig relaxed und freue mich auf die vielen Läufer und Blogger.
Einfach auf einen schönen Tag mit Freunden.
Und nebenbei versuche ich noch 50km zu Laufen. Wenn´s klappt!

Nichts zwickt und zwackt!
Alles im grünen Bereich. Vielleicht ein paar Kilos zu viel, aber das ist ja eigentlich immer der Fall! ;-)
Meine Kinesiotapes sind prophylaktisch angebracht und beruhigen zusätzlich.
Eigentlich müsste alles glatt gehen.
Ich bin guter Hoffnung!

Es hat den ganzen Tag geschneit. Zwar sind die Schneemassen bei +2° nicht liegen geblieben, aber die Temperaturen ziehen im Augenblick wieder an. Also so ganz einfach wird es bestimmt nicht. Aber das nimmt mir bestimmt nicht die Freude daran. Dann dauert es halt noch ein paar Minuten länger.
Was soll´s. Ich habe keine Termine mehr nach dem Lauf. ;-)
Die 20 Kilometer bis nach Rodgau fährt mich Morgen früh meine Frau. Ich denke, dass ich so gegen 8:30Uhr dort einlaufe.
Startnummer abholen und ein paar Bekannte und Unbekannte treffen und ein bisschen reden.

Um 10:00Uhr geht´s dann los. 10 Runden a´5 Kilometer.
So ein klein bisschen was am Radkasten muss man ja schon haben um so was zu machen.
Aber wer will schon immer normal sein!
Ich freue mich darauf und das ist die Hauptsache. :yahoo:

Wenn alles klappt, sollte ich ungefähr nach gut 6 Stunden irgendwann mal im Ziel ankommen. Bericht gibt´s Morgen definitiv nicht.
Vielleicht eine kurze Nachricht auf  Twitter oder Facebook! Mal sehen wie es mir geht.

Ansonsten mochte ich nur noch ein bisschen Zeit mit den anderen verbringen.
Ich hoffe es sind nach meiner Zielankunft noch ein paar da! ;-)

Und jetzt wird gepackt!
Auf geht´s. Es wird Zeit.
Genug gequatscht.
Jetzt geht´s ans Eingemachte! B-)

Es fehlt der Sport!

Jetzt habe ich mich ja seit Montag zurückgehalten und habe keine Minute Sport getrieben. So langsam wird es aber Zeit, dass es Samstag wird und die 50km im Rodgau angegangen werden. So vier Tage Pause am Stück tun mir absolut nicht gut!
Ich bin ständig müde!
Ich bin dauernd am Futtern!
Ich kann mich schwer konzentrieren!

ICH WILL ENDLICH LAUFEN!!!!!

Morgen noch mal zum Physiotherapeuten und dann ist alles für Samstag gerichtet.
Ich freue mich darauf.
Habe den notwendigen Respekt vor der Strecke.
Und freu mich die ganze Blogger zu treffen.
Und natürlich RUN4HAITI!
Bisher bin ich bei mindestens 5€ für jeden zurückgelegten Kilometer.
Also heißt es durchhalten!

Nach den letzten Infos wird die RLT Rodgau wieder alles auffahren um optimale Verhältnisse zu schaffen. Mal sehen wie viele der über 1000 gemeldeten Läufer am Samstag am Start stehen!
Ich auf jeden Fall!

Man sieht sich! :yahoo:

Dann bin ich mal käuflich!

Ich hatte im Büro ein bisschen Werbung gemacht für die Aktion RUN4HAITI!
RUN4HAITI - der Spendenlauf am 31.01.
Gleichzeitig bin ich mit gutem Beispiel vorangegangen, und habe von meinem 50km Ultradebüt im Rodgau gesprochen. Für jeden dort gelaufenen Kilometer geht ein Euro an die Aktion RUN4HAITI. An sich schon ein großer Anreiz!

Nun sind nicht alle Kollegen und Kolleginnen Läufer, möchten aber auch gerne eine Beitrag zu der Aktion leisten. Und so haben sich schon einige dazu bereit erklärt ebenfalls für jeden von mir gelaufenen Kilometer etwas zu spenden. Entsprechend wird die Spendensumme wesentlich höher als ursprünglich geplant. Die genaue Summe werde ich in der nächsten Woche kennen. Ich bin mir sicher, dass da noch einige andere mitziehen!

Ich bin ja normalerweise nicht käuflich, aber unter diesen Umständen ist es mir natürlich eine Ehre so viel Kilometer als möglich zu sammeln.
Am schönsten ist die Zusage eines Kollegen:

“Für Geld da kann man vieles kaufen – auch Männer die für andere laufen”.

Also vorbei mit dem geplanten, lockeren Lauf mit dem Hintergedanken “Mal sehen was so geht”.

Jetzt muss ich natürlich wirklich was bieten. Und ich kann jedem einzelnen versprechen, ich werde mir den Hintern aufreissen und alles dafür geben die 50 zu absolvieren.
In diesem Falle bin ich käuflich!
Und zwar aus vollster Überzeugung!

Ich bin richtig begeistert von meinen Kollegen und freue mich ihrer Spendenbereitschaft.
Ihr seid toll! Jetzt schon ein ganz dickes Dankeschön.
Auch wenn ich nun ein ganz schönes Paket im Rodgau zu tragen habe.
Aber ich bin mir sicher, da werden mir viele helfen beim Helfen!

Harter 30er und “Laufradio verbindet”

Für Sonntag war ja noch mal ein etwas längerer Lauf vor Rodgau eingeplant. Ein kleiner Test, ob ich den 50er auch wirklich angehen soll. Zur Zeit läuft es ja absolut prima, doch so einen ganz langen Lauf hatte ich die letzte Zeit nicht im Programm. Der sollte also am Sonntag stattfinden.

Mein erster Blick aus dem Fenster lies den anwesenden Schweinehund ins unermessliche wachsen. Regen, Nebel und Schneematsch bis zum Abwinken.
Toll. Das bedeutet wieder ungeräumte Straßen und nasse Füße. Aus mir schoss nur so die Begeisterung für einen langen Lauf. Aber von nix kommt nix!
Also Trinkrucksack fertiggemacht, Regenjacke und Kappe auf und ab ging´s in die Läufer unfreundliche Welt.

Schon die ersten Meter trugen zur besseren Laune nicht unbedingt bei. Da das Wasser auf Grund des Schnees nicht ablaufen kann, entwickelt sich alles zu einer riesigen Seen platte.
Ich hatte schon nasse Füße bevor ich aus´m Ort raus war.
Es war kalt, nass und es regnete Bindfäden. Entsprechend schwer kam ich in meinen Laufrhythmus. Ich entschloss mich den Radweg nach Darmstadt zu nehmen, in der Hoffnung er wäre geräumt.
War er natürlich nicht. Im Gegenteil, die großen Räumfahrzeuge schmeißen den ganzen Dreck von der Straße auch noch auf den Weg. Es soll sich ja schon lohnen!
Entsprechend schwer kam ich in die Gänge. Erst ab Kilometer 8 lief es richtig toll. Gleichmäßiges Tempo. Schöner Rhythmus.

Es lief wie von selbst.
Keine Schmerzen. Einfach nur fun!

Nach guten 15 Kilometern erreichte ich Darmstadt. Es ging mir prima und ein 30er wäre genau das richtige für heute. Also auf dem Absatz kehrt und wieder zurück.
Nicht gerade eine abwechslungsreiche Strecke, aber bei dem Sche…Wetter gab´s auch nicht wirklich was zu sehen. ;-)

Die Strecke selbst ist schon ein bisschen anspruchsvoller und mit insgesamt gut 300 Höhenmetern nicht gerade als flach zu bezeichnen. Also bei dem Wetter auch ein richtig gutes Training zum StrongmanRun im April! ;-)


2010 01 17 letzter langer Lauf vor Rodgau

2010 01 17 letzter langer Lauf vor Rodgau


Aber heute merkte ich nach ca. 23 Kilometern das es ein bisschen schwerer viel. Durch den seifigen Untergrund werden die Bänder und Sehnen extrem belastet. Das Aussenband am rechten Knie murrte ein bisschen. Aber ich kann ja schlecht mitten in der Pampa aufhören. ;-)

Aber da gesellte sich von hinten, in schnellen Schritten, ein weiterer Läufer zu mir. Genauso ausgestattet wie ich. Tendenz “langer Lauf”!
Schnell kamen wir ins Gespräch. Wie sich herausstellte trainierte er auch für den 50iger im Rodgau.
An sich ja nichts ungewöhnliches zu mal es ja direkt um die Ecke liegt. Etwas überraschender war der weitere Verlauf unseres Gespräches. Beide kommen aus der Schiene “Abnehmen oder Du wirst nicht Alt”. Beide sind letztes Jahr ihren ersten Marathon gelaufen. Er mit einer sensationellen 3:48h ein klein bisschen schneller als ich. ;-)
Respekt!! :good:
Nachdem er meine Geschichte gehört hat kommt auf einmal die spontane Frage ob ich “der Gerd” wäre. Der Gerd, den er gerade auf seinem MP3-Player im Podcast bei Laufradio.de hört?
Ist schon der Hammer!

Und ich hatte noch nicht mal Autogrammkarten dabei! :mail:

Jedenfalls hat er mich die restlichen Kilometer bis nach Haus begleitet. Wir hatten nette Gespräche und die Zeit verging wie im Fluge.
Es war ein sehr, sehr angenehmes Gespräch Silvan.
Vielleicht können wir ab und an einen Lauf zusammen machen!
Schön noch so einen “Verrückten” um die Ecke zu haben. :wacko:

Und die Strecke für den Blogathlon ist nun auch wieder ein Stückchen kürzer geworden. ;-)