Dem Übel auf der Spur

Nachdem ich ja mit meiner Hüfte solche Probleme habe, und auch dauernd am überlegen bin wo die ganze Sache herkommt, kristallisiert sich so langsam der ursächliche Kern der ganzen Problematik heraus.
Ich hatte ja schon bei meinem Physiotherapeuten angedeutet, dass ich der Meinung bin, die ganze Sache kommt auf Grund meines Armbruches. Die ganze Zeit fehlte irgendwie der Zusammenhang zwischen Ellbogen und Hüfte. Zwar kann man sich ein gewisses Maß an Schonhaltung vorstellen, aber nicht in diesem Ausmaß, dass es das ganze linke Hüftgelenk blockiert.
Ich habe die letzten Monate noch mal durchleuchtet und mir dazu mein Sportverhalten angeschaut. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Ursache beim Radfahren liegt.

Durch die eingeschränkte Funktion meines linken Armes (Streckung nur teilweise möglich), sitze ich immer leicht schräg auf meinem Rad. Der ganze Bewegungsablauf. Schulter, unterer Rücken, Hüfte und Becken wird entsprechend asymmetrisch belastet. Und an der seitlichen Muskulatur schlägt´s dann beim Laufen auf.

Ich bin nochmal durch meine Aufzeichnungen durchgegangen und habe alle Läufe mit Hüftproblemen gesichtet. Welche Schuhe, welcher Untergrund. Keine Zusammenhänge.
Bis auf die Tatsache, dass die ganze Misere erst nach meinem Unfall auftrat.
Und dann auch erst, als ich wieder mit dem Radfahren begonnen hatte.
In den Zeiten in denen ich Urlaub hatte und keine Rad fuhr, wurden die Probleme nach und nach besser.

Auf der einen Seite bin ich jetzt erst mal froh, das anscheinend die Ursache gefunden wurde. Nun kann ich, zusammen mit meinen Physiotherapeuten, dagegen arbeiten.
Da ich das Radfahren auf keinen Fall aussetzen werde, versuche ich auch hier bewusst eine gerade Körperhaltung einzunehmen. Zusammen mit den Kräftigungsübungen für die Körpermitte und der Physio bin ich guter Hoffnung.

Es wird zwar ein langer Weg, aber wenigstens ist eine Richtung in Sicht! ;-)
Aufgeben ist nicht!

Ach ja, gelaufen bin ich heute Abend auch. Ein knappes Stündchen im regenerativen Tempo war erträglich. Mehr wollte ich meiner Hüfte nicht zumuten. Zwischendurch waren die Schmerzen teilweise fast weg. Vielleicht lockert sich die ganze Sache nach und nach. Nur nicht übertreiben und lieber ein bisschen langsamer die Sache angehen.
Eher mal einen Lauf ausfallen lassen und dafür ein bisschen Kraft-, Dehnübungen und Gymnastik absolviert.

Langsam aber sicher …..

… wird´s besser. Endlich Licht am Ende des Tunnels.
Ich habe meine Doppelimpfung am letzten Freitag einigermaßen überstanden, und die Erkältung hat sich auch vom Acker gemacht. Meine heutige Fahrt zur Arbeit war schon fast wieder rein regenerativ. Ein gutes Zeichen. Es geht aufwärts.

Auf der Arbeit schon um 12:00Uhr Feierabend. Heute Mittag stand die Schlussuntersuchung meines Armes beim Chirurgen an.

Auf dem Heimweg hatten sich die Investitionen in meine tolle Regenkleidung voll bezahlt gemacht. Es hat in Strömen geregnet!
Aber die Nässe blieb an der äußeren Schicht hängen. Innen war´s trocken!
Kompliment an Gore!

Mein Arm hat übrigens von allen Seiten nur Lob erhalten. Top verheilt und in einem einwandfreien Zustand. Wenn man das Alter dieses Teiles noch berücksichtigt, ein wahres Wunder. ;-)
Jedenfalls geht bis auf die volle Streckung fast alles. Jetzt geht´s an Muskelaufbau und an den täglichen uneingeschränkten Gebrauch des Armes. So eine Schonhaltung hat man sich schnell angewöhnt. Da muss ich jetzt ein bisschen bewusster gegenarbeiten. Das wird noch ein bisschen Arbeit und Geduld kosten.

Aber ich bin ja die Geduld in Persona! ;-)

Und Morgen geht´s endlich wieder ne Runde Laufen. Nicht nach Trainingsplan, einfach eine Runde drehen und genießen! ;-)
Ich freu mich drauf.

 

Und nun?

Nix und nun! Weiter geht´s. Wer rastet der rostet.
Seit gestern geht´s schon wieder mit dem Bike zur Arbeit.
Kam mir vor wie Pinocchio! ;-)
Ein bisschen steif, aber relativ schmerzfrei.
Lauftechnisch diese Woche noch ein bisschen Ruhe und dann beginnt die Vorbereitung auf die 50km im Rodgau und den Strongmanrun. Da passt ja das schlechte und miese Wetter im Winter.
Da kann ich mich richtig reinknien. ;-)
Ich freue mich schon drauf.

Und was habe ich aus Frankfurt mitgenommen?
Viel. Unheimlich viel an Erfahrung und an Erlebnissen. Das war für mich ein ganz, ganz wichtiger Lauf.

Ich habe gelernt:

  • dass man für 42.195 Meter einfach 100%ig fit sein sollte!
    mein Sturz und die Sache mit der Hüfte hat schon ziemliche Lücken hinterlassen.
  • dass ich viel, viel öfters und früher was Trinken sollte!
    zum Glück hat mich Yogi rechtzeitig darauf hingewiesen.
  • dass man ausgefallenen Trainingseinheiten, nicht mehr aufholen kann.
    vor allem die letzten langen Einheiten haben gefehlt.
  • dass jeder langer Lauf, ein weiterer Schritt zu einem guten Marathon ist.
    zum Glück liebe ich diese Läufe
  • dass ich mehr kann als ich zugeben möchte.
    aber das ist schon OK! ;-)
  • was Demut bedeutet.
    eine wichtige Erfahrung
  • was man mit Willen alles bewirken kann.
    fast das wichtigste
  • dankbar zu sein!
    dass man so etwas erleben darf
  • dass Schmerzen relativ sind.
    als alles weh tat, spürte ich meine Hüfte überhaupt nicht mehr!
  • Dass man große Gefühle freien Lauf lassen soll
    mir stand bei Kilometer 39 so das Wasser in den Augen..

Wer sich meine Videos genau angeschaut hat, wird festgestellt haben, dass mein linker Arm etwas unbeteiligt neben dem Körper hängt. Durch den Bruch im Ellbogen habe ich noch immer eine Schonhaltung. Diese wirkt sich natürlich bei langen Strecken auf den restlichen Körper aus. Bei Kilometer 25 war mein kompletter Rücken verspannt.
Ich hoffe, dass ich gerade in dieser Hinsicht einiges bis zum 50er Ende Januar reparieren kann. Mit einem verkrampften Körper lassen sich lange Einheiten relativ schwer bewältigen.
Aber ich bin nun mal ein positiv denkender Mensch und glaube an mich und meine Physiotherapeuten.
Das kriegen wir hin.

Ich bin schon wieder ganz unruhig,und freue mich auf meinen ersten ruhigen Lauf am Samstag!

Werwölfe und die Sache mit dem Kreuz

Seit ich meine Läufe zur Arbeit in der Dunkelheit absolviere, bin ich mir ja sicher, dass mich allmorgendlich ein Werwolf begleitet. Immer in einem gewissen Abstand verfolgt mich das Wesen im Schutz des Waldes. Lediglich das Knacken der Äste verrät seine Anwesenheit.
Vielleicht ist es ja auch eine Werwölfin, die ein leckeres Frühstück sucht. Jedenfalls ist dies der wahre Grund, weshalb ich meine Zeitvorgaben immer ein bisschen unterbiete. ;-)

Sollte die nächste Zeit kein Bericht mehr auf meinem Blog erscheinen, wisst ihr Bescheid.
Dann wurde wahrscheinlich üppig gefrühstückt!

Ein weiteres Übel welches mich zur Zeit ein wenig beunruhigt sind meine Hüftschmerzen nach dem Laufen auf der linken Seite. Ich habe jetzt schon alle Schuhe ausprobiert und es zeigt sich keine Besserung. Vielleicht muss ich den Bereich ein bisschen mehr mit Gymnastik und Dehnen behandeln. Vielleicht kennt jemand dieses Problem und kann mir mal ein paar Tipps geben.
Ich gehe davon aus, dass es auf Grund der vielen Läufe auf Asphalt auftritt. Zur Zeit laufe ich viel auf Radwegen mit seitlichem Gefälle. Vielleicht liegt die Ursache hier?
Ein weiterer Grund könnte mein noch immer nicht voll funktionsfähiger, linker Arm sein. Meine Frau sagt, dass ich immer ein wenig schräg Laufe. Wahrscheinlich noch wegen dieses blöden Bruches des Ellbogenköpfchens. So langsam geht mir das Teil auf die Nerven!

Zusätzlicher Ungemach war ja ein eingeklemmter Nerv im Bereich der Rippen. Ich hatte ja am Samstag schon diese Schmerzen beim Atmen und habe auch deshalb einen Ruhetag eingelegt. Beim gestrigen Termin beim Physiotherapeuten hat dieser sich der Sache mal angenommen. Bildschirmarbeitsplatz lässt grüßen!

Nachdem er mich eingerenkt und verbogen hat ist die Angelegenheit wesentlich besser. Ich hatte zwar das Gefühl er versucht mir meine Wirbelsäule zu brechen. Und eine kleine sadistische Ader haben wohl alle Physiotherapeuten. Aber es bewirkte Wunder. Noch zwei, drei Übungen gezeigt wie ich meinen Brustkorb ein bisschen dehne und schon kriegt man wieder besser Luft.

Ein Hoch auf die Physiotherapie.

Bin am Überlegen mir grundsätzlich alle zwei Wochen mal eine Termin für den Rücken und sonstige Wehwehchen geben zu lassen. Auf Grund der hervorragenden Behandlung die mir dort wiederfährt, sollte einem seine Gesundheit ein paar Euronen wert sein! Das ist fast wie Kurzurlaub!

Und gelaufen sind wir heute auch wieder zweimal. Morgens im Dunkeln mit Werwolfbegleitung und am Nachmittag mit teilweise extremen Hüftschmerzen.

Jetzt ratet mal welcher der bessere der beiden Läufe war? ;-)

Ein traumhafter Lauf

Heute war ja mein “langer” Lauf vorgesehen. 16 Kilometer mit einer gemütlichen Pace von 7:58 min/km (7,5 km/h).
Ich hab mich ja schon die ganze Woche auf den Samstag gefreut.

Erst mal ausgeschlafen bis kurz nach 7 Uhr. Ein Blick aus dem Fenster präsentierte mir ein Kaiserwetter.
Herrlicher Sonnenschein und Temperaturen um die 12°C.
Genauso hatte ich es bestellt. ;-)

Die Asics Kayano 13 an die Füße, den Forerunner angeschnallt und ab ging es in den wunderschönen Morgen.
Kaum bin ich einige Meter gelaufen, teilt mir mein Forerunner mit, dass heute eine “ruhiger und entspanntes Fettstoffwechseltraining” auf dem Plan steht und ich mich ein bisschen zurücknehme soll. Und nach zwei, drei Kilometern hatte ich so einigermaßen die geforderte Pace gefunden.

Eigentlich ein ganz angenehmes Tempo wenn man sich mit abgefunden hat. Und das hatte ich.
Der Waldboden lag bereits voller roter Blätter und beim Laufen knacken die diversen Nüsse unter den Schuhen.
Ich dachte an Margitta, wenn sie Ihre Läufe am Strand absolviert und die Muscheln unter den Schuhen knacken. Bei mir war es halt kein Wasser das rauschte, aber der Wind strich sanft durch die Bäume und wirbelte das Laub durch die Luft.
Schöner als Arbeiten, definitiv. ;-)

Das Tempo lässt Zeit zum Nachdenken und Träumen. Der Puls bewegt sich in einem Bereich, den ich bisher nur aus kurzen Regenerationsläufen kannte. Und selbst die hatte ich bestimmt eine Spur zu schnell absolviert.
Die Sonne blinzelte zwischen den Bäumen hervor und ich genoss einfach den Tag und den Lauf.
Ich erinnerte mich an die Zeit vor 16 Wochen. Als ich fast bewegungsunfähig auf meiner Couch lag und vor Schmerzen nicht Schlafen konnte. Jede Bewegung tat höllisch weh.
Gut, der Arm ist immer noch nicht voll belastbar und schmerzt, aber er macht große Fortschritte. Alle an der Genesung  Beteiligte, außer mir, sind von dem Heilungsfortschritt begeistert!
Aber das ist nun mal mein Naturell. Ein bisschen mehr geht eigentlich immer. ;-)

Ich habe mal in meinen aufgezeichneten Läufen nachgesehen. Es ist mein erster Lauf über 10 Kilometer, den ich in einer durchschnittlichen Herzfrequenz von 126 Schlägen absolviert habe. Und zwar mit Abstand.
Selbst wenn ich die kurzen Läufe mit einbeziehe, gibt es nur 4 Läufe die jemals in einer ähnlichen Belastung gelaufen wurden.

 

Fettverbrennungstraining 12.09.09

Fettverbrennungstraining 12.09.09

Ich bin zufrieden.
Habe einen, für mich erfolgreichen Halbmarathon gelaufen.
Ich fühle mich absolut fit und toll in Form.
Ein bisschen Training die nächsten Wochen nach meinem Vicsystem-Trainingsplan.

…und der Frankfurt Marathon kann kommen!