Ich hatte ja schon Respekt vor der Strecke an sich. Aber mit den heutigen Bedingungen war mein Körper dann doch ein wenig überfordert.
Weniger fehlende Kraft oder Kondition waren die Ursache der Aufgabe, sondern ausschließlich die wieder auftretenden Schmerzen im Hüft- und Kniebereich.
Dabei hatte ich nach einer ruhigen und durchgeschlafenen Nacht ein richtig gutes Gefühl. Schon die ganze Woche keine Schmerzen und ausgeruht war ich ja auch.
Das erste Problem trat auf, als mich meine Frau heute Morgen nach Rodgau fuhr. 2km vor dem Ziel bemerkte ich, dass mein Forerunner noch zu Hause liegt.
Das geht natürlich überhaupt nicht.
Also noch mal nach Hause, Forerunner geholt und wieder zurück Richtung RLT Rodgau! Zum Glück war noch ausreichend Zeit. Bei den Wetterbedingungen waren wir lieber ein paar Minuten früher gefahren.
Kaum aus dem Auto ausgestiegen traf ich Steffen und Melanie! Wie bestellt!
Direkt zur Startnummernausgabe, 25€ bezahlt und noch ein bisschen gequatscht!
Und da passiert das zweite Malheur! Meine adidas Brille fällt runter und der Bügel bricht ab. Klasse!
Und das bei dem Wind und dem angekündigten Schneetreiben!
Kein gutes Omen.
Trotzdem hatte ich richtig Lust auf´s Laufen. War total unaufgeregt und völlig entspannt.
Bis auf die Tatsache, dass ich kurz in die Büsche musste.
Natürlich mit einer Windjacke, auf der quer über dem Reißverschluss die Startnummer befestig war.
Gar nicht so einfach an die benötigten Teile ranzukommen.
Punkt 10:00Uhr viel der Startschuss und fünf Minuten später ging ich über den Start.
Man muss der RLT hier mal ein Riesenkompliment machten. Was sie da in Bezug auf geräumter Strecke geleistet haben war Klasse. Auf Grund der katastrophalen Wetterverhältnisse haben sie das optimale aus der Strecke rausgeholt. Klasse!
Die ersten Meter direkt hinter dem Start verliefen auf blankem Eis. Auf Grund der Splitstreuung jedoch prima zu Laufen. Man musste zwar aufpassen, aber es ging.
Ich fühlte mich richtig gut und lief die ersten 5 Kilometer in einem richtig angenehmen und lockeren Tempo. Um die 35 Minuten hatte ich mir vorgenommen.
Die erste Runde lag bei 36 Minuten. Alles im Plan.
Ich wurde zwar in der zweite Runde schon vom führenden Mann überholt, aber der hatte definitiv ein anderes Ziel als Ich!
Der erste Schreck kam bei Kilometer 8. Ein kurzer aber schmerzhafter Stich im äußeren Bereich des Knies. Genau da, wo ich die letzte Zeit Probleme hatte.
Zum Glück “verlief” sich der Schmerz nach wenigen Metern. Ich hatte auf Grund der Heftigkeit echt Bedenken es wäre schon Feierabend!
Zum Glück lief es danach ohne Probleme weiter. Leider wurde die Strecke von Runde zu Runde schwerer. Der Schnee wurde mehliger und hatte in Teilbereichen absolut keinen Gripp mehr. Durch das ständige rutschen kam es wieder zu Problemen im Kniebereich.
Bei Laufen ging es einigermaßen, aber nach der kurzen Rast an der Verpflegungsstelle wurde das Wiederanlaufen zur Qual.
Die Schmerzen wurden immer unerträglicher. Bei Kilometer 20 kam ich kaum noch ins Laufen.
Zusätzlich meldetet sich die Hüfte hinzu.
Die Kraft war noch da, aber die Schmerzen waren einfach zu stark. Und da sich absolut keine Besserung abzeichnete, entschloss ich mich schweren Herzens zu einem Abbruch nach 25 Kilometern. Aber meine Gesundheit war mir in dem Augenblick wichtiger. Zumal die Wetter- und Streckenverhältnisse zunehmend schlechter wurden.
Ich wäre die 50km für RUN4HAITI gerne zu Ende gelaufen. Aber es war leider nicht möglich.
Trotzdem werde ich die anvisierten 50€ spenden!
Und was das DNF betrifft, da mache ich mir überhaupt keine Sorgen. Erstens bin ich im Rodgau 25 Kilometer mehr gelaufen als letztes Jahr und im nächsten Jahr habe ich nun schon wieder ein Highlight zum Jahresbeginn.
DEN 50er laufe ich noch. Komme was wolle.
Und was die Seele betrifft ist nichts passiert, was man nicht mit einem leckeren Steak und einem dicken, fetten Nutellabrötchen wieder reparieren kann.
Und jetzt geht´s ab in die Wanne.
Alt werde ich heute bestimmt nicht mehr!




Da geht bei mir einfach kein Weg daran vorbei. Wenn ich schon mal die Zeit habe und es sich ergibt, dass gleichzeitig so ein tolles Wetter ist, dann muss ich einfach Laufen. Geht wirklich nicht anders! 

















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