Back on Bike

Genau 44 Tage ist es jetzt her, dass ich mir das Radiusköpfchen gebrochen habe.
44 Tage in denen ich den Tag herbeigesehnt habe endlich wieder auf meinem Mountainbike zu sitzen. Nachdem mein Chirurg einem Test zugestimmt hat, und ich nächste Woche wieder zur Arbeit fahren muss, wollte ich heute mal ganz locker testen ob alles so funktioniert.

Das Wetter konnte nicht besser sein. Also macht ich mich an meinem 9. Hochzeitstag auf um zu testen was mein Arm so zu meinen Ambitionen meint. Frau und Tochter vergnügten sich derweil im Schwimmbad.
Mein Doc hatte mir eine Runde von 5 Kilometern zum ausprobieren empfohlen.

Für 5 Kilometer hole ich mein Bike nicht aus der Garage. Wenn schon will ich wissen ob das Ding hält oder nicht. Mit so einer 5km Pillepalle-Ausfahrt kann ich nichts anfangen. Da komm ich gerade mal aus´m Ort raus.

Also die Vorgabe in die Tonne getreten und mal entspannt Richtung Reinheimer Teich gefahren.
Die ersten Meter sind schon ungewohnt. Die Sitzposition ist doch durch die extreme Vorlage anstrengender für den Arm als auf dem Hollandrad. Aber es ging. Noch ein bisschen Probleme mit den Klickpedalen und dann lief es schön ruhig.
Die Angst fährt jedoch noch mit. Die ersten 5 Kilometer waren sehr, sehr vorsichtig. Der Sturz hat doch bleibende Erinnerungen ins Hirn gebrannt. Die schwirren einem ständig durch den Kopf.
Die frühere Kamikaze-Einstellung ist ein bisschen der Vernunft gewichen. Bestimmt kein Fehler.

Der Arm schmerzt und lässt sich vielleicht erst bis auf  150° strecken, aber es ist erträglich. Die Federgabel schluckt einiges weg. Zudem habe ich mir nicht die steilsten Singletrails ausgesucht. Die erste Tour soll zum größten Teil, schön gemütlich auf Radwegen absolviert werden.

Es war eine herrliche Tour! Nach und nach wurde ich wieder sicherer und konnte ein bisschen die Geschwindigkeit erhöhen. Aber alles schön im Regenrationsbereich!
Aus den 5 Kilometern wurden zwar gute 30, aber es hat einfach nur Spaß gemacht.
Die ganze Tour gibt´s auch auf Garmin-Connect.

Und mein Arm fühlt sich gut an. Bisher keine Probleme.
Heute Abend geht´s noch mal zur Physio und dann mit meinen Mädels lecker Essen.

Mal sehen was mein Arm Morgen so zu der Tour sagt. 😉


Marathonvorbereitung

Für meinen ersten Marathon in Frankfurt habe ich mir folgende Trainingsplanung grob zusammengestellt:

WochentagTrainingsartTrainingsumfang
MontagGymnastik
Krafttraining
DienstagDL (6:30 min/km)
Intervall
Steigerungslauf
10 - 15 Kilometer
MittwochGymnastik
Krafttraining
DonnerstagIntervall
Steigerungslauf
DL (6:30 min/km)
10 - 17 Kilometer
FreitagGymnastik
Krafttraining
SamstagDL (6:30 min/km)
DL (6:50 min/km) Steigerung
LDL
6 - xx Kilometer
SonntagLDL
Halbmarathon
Testrennen 10km
20 - xx Kilometer
50 - 60 Kilometer/Woche

Die Vorgaben sind nur Platzhalter und können variabel ausgetauscht werden. In erster Linie geht es mir um terminliche Festlegungen wann ich meine Trainings absolviere. Ich werde wöchentlich einen Plan vorgeben, und versuchen diesen so weit es geht umzusetzen.
Die ganze Vorbereitung wird auf einer neuen Seite dokumentiert und weiter geschrieben
Wichtig für mich sind die beiden Tage mit den Gymnastik und Krafteinheiten. Da liegt einiges im Argen.

Zusätzlich kommen ab nächster Woche auch noch meine täglichen Fahrten von und zur Arbeit hinzu. Also nochmals täglich 30 Kilometer auf dem Mountainbike.
Diese werde ich, auch in an betracht meines noch nicht voll belastbaren Armes, weitgehend im regenerativen Bereich absolvieren.

Mal sehen wie sich die Sache so angeht. Es sind jetzt noch knapp 12 Wochen.
Also gehen wir die Sache mal an

Alter Mann rennt

So ab und an überkommt es mich ja. Warum auch immer. Schließlich mache ich jedes mal wieder die gleichen Erfahrungen. Aber anscheinend lernt Man“n“ da irgendwie nicht dazu.

Ich hatte mich heute, nach einem Kilometer „Warmlaufen“, dazu entschlossen mal zwei Kilometer Gas zu geben. Manchmal denkt Man“n“, er könne sein Belastungsasthma einfach ignorieren. Das könnte sich ja einfach so in Luft aufgelöst haben. Denkt er!
Entsprechend forsch geht er den ersten Kilometer an. Nach 500 Metern, und gefühlten 1000 Metern, habe ich das Gefühl, dass ich jeden Augenblick einen Infarkt erleide. Ein Blick auf meine Pulsuhr sagt mir dass ich lediglich im mittleren GA2-Bereich (87 % Hfmax) liege. Dies zum Thema „Laufen nach Gefühl“.
Da nun aber mein Ehrgeiz es nicht zulässt, mich lautlos auf die nächstbeste Wiese zu schmeissen um ein wenig nach Luft zu schnappen, laufe ich entschlossen weiter.
Mein Forerunner piepst nach unglaublichen 4:49 min den ersten Kilometer ab. Noch nie bin ich sooo schnell gelaufen. Wahnsinn!
Mein Kopf hat nun die gleiche Farbe wie mein Salomon Shirt!
Die Rentner in ihren Vorgärten sind am Überlegen ob sie nicht prophylaktisch einen Notarztwagen bestellen sollen. Schließlich sieht man selten wie sich jemand zu Tode rennt.
Ich bin natürlich den ersten Kilometer viel zu schnell angegangen. Aber hier kann ich mir ja schlecht die Blöse geben und stehen bleiben. Obwohl ich eigentlich schon auf dem Zahnfleisch gehe. Nichts da, weiter geht´s.

Der Schweiß läuft mir unerbittlich in die Augen. Der zweite Kilometer nimmt absolut kein Ende. Ich sehe mich schon in irgendeinem Vorgarten zusammenbrechen.
Der Forerunner piept und piept nicht. Noch nie war ein Kilometer so lang. Nach 5:38 min für den zweiten Kilometer werde ich endlich erlöst. Fast eine Minute langsamer als der erste Kilometer. Dennoch, selbst diese Zeit liegt noch klar unter meiner bisherigen, schnellsten Kilometerzeit.

Aber was für einen Preis musste ich dafür bezahlen? Ich bin so was von fertig. Meine Bronchien pfeifen auf dem letzten Loch. Ich brauche Sauerstoff.
Ein Königreich für ein Sauerstoffzelt!
Vornübergebeugt! Die Hände in die stämmigen Hüften gestützt, stehe ich nun im Wald. Ich habe noch nicht mal Kraft, mich gegen die Blutsauger zu wehren, die auf Grund meiner Ausdünstungen nun zu tausenden über den geschundenen und wehrlosen Körper herfallen. Ich ergebe mich in Schicksal und bin bereit zu sterben!

Nach zwei Minuten kommt der erste Sauerstoff wieder in meinen Hirnwindungen an, und ich nehme die stechende Gefahr auch körperlich war. So langsam kann ich mich wieder orientieren und beginne langsam zu traben. Schließlich habe ich noch knappe 5 Kilometer bis nach Hause. Der Puls stabilisiert sich bei ca. 85% Hfmax, und ich trabe mehr schlecht als recht nach Hause.

Das einzige was ich aus dieser Aktion gewinnen kann, ist die Tatsache, dass man gewisse körperliche Nachteile durch reinen Willen nicht einfach beseitigen kann. Ich muss akzeptieren, dass mein Belastungsasthma gewisse Grenzen beim meinem Sport setzt. Warum auch nicht? Schließlich fahre laufe ich die ganze Zeit gut damit!
Und ich habe Spaß dabei.
Wenn es mit dem Tempo halt nicht geht dann Laufen wir halt länger!

Schließlich ist die Laufwelt nach 42,195 Kilometern noch lange nicht zu Ende! Und ab einer gewissen Distanz, ist Geschwindigkeit sekundär.

Klarer Aufwärtstrend – Monatsstatistik

Irgendwann muss ja auch mal die schlimmste Pechsträhne vorüber sein. Und meine hat sich ja ausgesprochen lange gehalten.
Aber was war ist vorbei, und nun sehen wir neuen Aufgaben und Projekten entgegen.
Mein Projekt 8 mal dezent in den Hintergrund verfrachtet, da der Urlaub und die fehlenden Bikekilometer wenig am Urzustand verändert haben. Aber die 8 Kilos kriege ich die nächsten Wochen noch runter. Da mache ich mir keinen Kopf! 😉

Der Juli war ja nach meinem Bikeunfall der Monat, in dem ich das Laufen so langsam wieder forcieren konnte. Am Anfang hat es schon weh getan, und die 5 Wochen Bewegungsunfähigkeit haben ein großes Loch in meine Fitness gerissen. Aber als „alter Kämpfer“ lasse ich mich nicht beirren. Was uns nicht umbringt macht uns nur härter!

Die ersten Läufe nach der Verletzung waren hochpulsig und unheimlich anstrengend. Es ist schon erstaunlich, wie schnell ein Körper ohne Bewegung versumpft. Gleich in der zweiten Juniwoche haben mich Halsschmerzen wieder zu einer einwöchigen Trainingspause veranlasst. War vielleicht ein bisschen zu hart für den Wiedereinstieg.

Aber danach lief es richtig gut. Zudem begann auch noch mein Urlaub im „Flachland“. Alles Faktoren, die im Endeffekt mal wieder einen richtig guten Trainingsmonat zugelassen haben. Wenn man die einwöchige Pause noch berücksichtigt, dann sind die 243 Laufkilometer im Juli schon Klasse.

Endlich mal wieder ein Monat über 200 Laufkilometern.

aktuelle Statistik 2009_07
aktuelle Statistik 2009_07
Laufen 2008/09
Laufen 2008/09
Belastungsverteilung Läufe
Belastungsverteilung Läufe

Es fehlen zwar noch die Kilometer auf dem Bike, aber ich denke wenn ich meine morgige Untersuchung bei meinem Chirurgen hatte, spricht einem Wiedereinstieg in der übernächsten Woche nichts entgegen. Schließlich muss ich ja wieder zur Arbeit!

Heute habe ich noch mal einen „Regenerationstag“ eingelegt und die Beine ausspannen lassen. Und die nächsten Tage werde ich mir mal ein kleines Konzept für die Vorbereitung zu meinem Marathon zusammenstricken. Jedenfalls habe ich die letzte Urlaubswoche noch ziemlich viel vor.
Die Physiotherapie steht ja auch wieder an und ein bisschen möchte ich auch noch Zeit mit meinen Mädels verbringen. Schließlich haben wir ja noch ne Woche Urlaub. Wer weiß was danach alles wieder kommt.
Meinen Lauf mit Torsten und Matthias habe ich leider aus Termingründen abgesagt. Passt mir leider nicht in meinen Terminplan. Und Stress möchte ich mir, und den anderen bei so einer schönen Tour nicht machen. Vielleicht ein anderes Mal! Das Jahr ist ja noch nicht rum!

 

Gut angekommen

Sehr müde
Sehr müde

Wir sind wieder gut zu Hause angekommen. Sehr früh losgefahren und absolut keinerlei Stau gehabt. Alles bestens. Jetzt erst mal alles auspacken und langsam wieder in die „Normalität“ zurückkehren. Alles sind müde und werden wohl zeitig in Ihre Betten fallen. Morgen gibt´s einen Eingewöhnungslauf und dann schaun mer mal was es so Neues gibt!

wenn´s mal wieder länger dauert