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Auf der Suchen nach „meinem Weg“

Seit 5 1/2 Jahren habe ich mich nun das Laufen für mich entdeckt. Wenn ich mir die vergangenen Jahre vom absoluten Nichtläufer zum Ultraläufer so anschaue war´s ein weiter Weg.
Ein Weg mit vielen Rückschlägen aber auch mit sehr vielen unvergesslichen Momenten.
Ein Weg der mich als Menschen verändert hat. Körperlich und auch vom Wesen her.

Vor dem Sport 10/2007
Vor dem Sport 10/2007

Wenn man dann nach einigen Jahren eine weitere, zukunftsweisende Kreuzung in seinem Leben erreicht muss man sich wieder für seinen richtigen Weg entscheiden.
Die Erfahrung und die Familie hat mir dabei geholfen. Mein gewählter Weg ist ein langer, steiniger und stets ansteigender Weg.
Aber es ist der richtige Weg. Mein Weg – Mein Leben.

Auch wenn sich sehr viel verändert hat, ist das Laufen weiterhin ein wichtiger Bestandteil dieses Weges. Aber auf keinen Fall der Wichtigste.
Entsprechend habe ich auch hier meine Einstellung zum Laufen verändert.
Nicht immer mehr und immer weiter.
Nein! Laufen des Laufens willen!
Laufen mit Freunden!
Laufen zum Entspannen und Meditieren!
Jeder Läufer kennt dieses Gefühl wenn man „nur“ noch läuft. Der Kopf ist frei und alles läuft wie von selbst.
Gleichmäßig und ruhig, fast schwerelos dreht man Kilometer für Kilometer.
Ein Lächeln auf den Lippen und Glücklich sein!

Be happy!
Be happy!

Das ist das Laufen was ich begehre.
Dieses Laufen ist für mich die Quintessenz am Laufen!
Alles andere ist für mich nur Beigabe.

Aber zu der Fähigkeit diese Art des Laufens zu praktizieren gehört ein gewisses Maß an Grundlagenausdauer und an Substanz.
Diese muss ich mir nun langsam wieder erarbeiten.
Manchmal auch „ohne reiner Lust am Laufen!“ 😉

Auf diesem Weg befinde ich mich augenblicklich. Auf der Suche nach „meinem Laufen“!
Ist nicht immer einfach, aber die Lockerheit stellt sich zwangsläufig alleine ein. Man muss nur dabeibleiben und „Laufen“!

All dies bedeutet nicht das für mich die großen Events außen vor sind. Der Rennsteig-Supermarathon steht für Ende Mai auf dem Kalender und Churfrankenlauf und FRA-Marathon werden auch nicht fehlen.
Aber ohne spezielle Vorbereitung. Ohne Zwang und ohne Ziele.
Der Lauf selbst ist mein Ziel. Der Rest ist Beigabe.

Ich freue mich auf diesen Weg und bin gespannt was mich an der nächsten Kreuzung erwartet!
Keep running!

Rodgau 2013 - Didi und Diro - Danke an Andy Dyrz für das Foto
Rodgau 2013 – Didi und Diro – Danke an Andy Dyrz für das Foto

Ein besinnliches Fest – Zeit für Ruhe und Gedanken

Nehmen wir das weihnachtliche Fest mal wieder um unsere wilde Fahrt durch das Leben ein wenig zu drosseln. Geschwindigkeit raus zunehmen und hier und da mal ein paar Gedanken über sich selbst zu machen.
Überlegen ob wir auch zu den Getriebenen und Gehetzten unserer Gesellschaft gehören. Zu denen die stets am „funktionieren“ sind.

„Leistung erbringen“ heißt das Zauberwort.
Immer schneller und immer unpersönlicher. In Sekundenschnelle werden Entscheidungen getroffen, deren Tragweite sich die meisten überhaupt nicht bewusst sind. Entscheidungen die nicht nur ihr Leben betreffen, sondern vielleicht auch dass vieler Anderer. Wenn man sich alleine die Abwicklungsgeschwindigkeiten an der Börse betrachtet kann man diesen Wahnsinn vielleicht annäherungsweise verstehen.
Begreifen kann ich Ihn nicht!

Ich musste im Laufe dieses Jahres erkennen, dass dieser Geschwindigkeitsrausch nicht gut für mich ist. Und er ist es nicht nur für mich, sondern für jeden einzelnen der damit konfrontiert wird.
Mein Vater sagt immer das die Menschen früher auch viel Stress hatten. Dies möchte ich gar nicht abstreiten. Wenn Anforderungen gestellt werden entsteht immer ein gewisser Stressfaktor wenn man diesen Anforderungen gerecht werden möchte.
Heutzutage kommt aber ein Faktor zum Leben dazu der die ganze Sache kaum noch steuerbar macht.

„Das glorreiche Zeitalter der Telekommunikation“!

Handy, Mail und SMS erlauben es uns jederzeit „verfügbar“ zu sein.
Wo man früher bei Abwesenheit vom Arbeitsplatz auf einen Rückruf aus dem Festnetz wartetet, kann man den Betroffenen meist direkt auf dem Handy erreichen.
Wichtiges, und vor allem die Masse an Unwichtigem, wird nicht mehr als Brief verschickt, sondern direkt aus dem Kopf als Mail versendet. Und weil´s so schnell geht werden gleich noch ein paar am Rand Beteiligte flott in CC gesetzt.
Das manchmal auf dem Weg vom Hirn zu den Fingern einiges an Qualität verloren geht lasse ich einmal ganz außen vor.

Die Frage stellt sich mir eher ob ich unbedingt alles wissen muss. Noch mehr ob ich alles sofort beantworten muss?
Von meiner Seite ein klares NEIN!!!
Ich gehe sogar so weit, dass ich vieles noch nicht mal lesen muss.

Wie oft hat mich die eine oder andere Mail aus meiner aktuellen Arbeit gerissen weil ich dachte ich muss sofort antworten. Mal folgte eine ewiges hin- und her Geschreibsel, oder ein lautes Telefongespräch bei dem der Ton nicht immer richtig getroffen wurde. Jedenfalls  tat es dem Blutdruck selten gut, und bei der ursprünglichen Arbeit war der Faden völlig verloren.
Und wenn man diesen wieder gefunden hat, geht das Spiel meistens wieder von vorne los.

Heute versuche ich grundsätzlich erst einmal Ruhe zu bewahren. Wenn es die Zeit erlaubt, und überraschenderweise tut sie das immer öfters, schlafe ich sogar erst einmal eine Nacht darüber. Packe das Problem auf meine Liste und arbeite es dann ab wenn es passt.
Nur weil eine Info schnell bei mir ist, heißt dies noch lange nicht dass das Bearbeiten genauso schnell erledigt werden muss.

Aber was hat dies alles mit Weihnachten zu tun?
Für mich sehr viel. Den Weihnachten ist die Zeit für mich, an der man wieder mal an die Menschen hinter der Mailadresse denken sollte. An die, die vielleicht genauso gehetzt und getrieben sind wie man selbst.
Nehmt Euch mal wieder ein bisschen Zeit mit eurem Gegenüber ein paar persönliche Worte zu wechseln. Einfach den Menschen hinter der Telefonnummer oder der Mailadresse ein wenig besser kennenlernen. Er ist in den meisten Fällen auch ein getriebener seines Umfeldes.
Nehmt Euch die Zeit zu überlegen. Lasst Euch weniger Fremdbestimmen!
Ihr alleine seid letztendlich dafür verantwortlich wie es Euch geht. Geht einfach ab und an einmal in Euch und hinterfragt euer Tun. Es kostet Euch nur wenige Minuten, aber es gibt Euch viel zurück.

In diesem Sinne, wünsche ich all meinen Lesern ein besinnliches Weihnachtsfest mit euren Liebsten. Genießt die Zeit und nehmt das „besinnliche“ mit in eure Zukunft.
Nehmt euch die Zeit die Ihr für Euch braucht. Atmet öfters einmal durch und wehrt Euch gegen hausgemachte Hektik.
Letztendlich ist jeder selbst für seine Gesundheit verantwortlich. Andere können zwar helfen, aber die Entscheidung etwas für Euch zu tun könnt nur Ihr treffen.
Wenn Ihr diese Entscheidung getroffen habt werdet nicht nur Ihr davon profitieren, sondern jeder der mit Euch zu tun hat.

Damit möchte ich ein für mich schwieriges Jahr in meinem Blog abschließen. In der Hoffnung, dass dieses Jahr seine Früchte in positiver Weise zeigt und zukünftig wieder mehr der Sport auf meinem Blog im Vordergrund steht.

Frohes Fest und einen guten Rutsch in´s neue Jahr!
12_2012_02

Genuss hat Priorität – es ist nie zu spät sein Leben in die Hand zu nehmen!

Genuss war schon immer ein fester Bestandteil meines Lebens. Ich bin sozusagen ein echter „Genuss“mensch.
Dies hat den Vorteil, dass man die schönen Seiten des Lebens gerne und ausgiebig in Anspruch nimmt. In einigen Bereichen schlägt aber ein übermäßiger Genuss schon mal direkt auf die Hüften!
Ein Problem mit dem ich eigentlich seit über 30 Jahren zu kämpfen haben. Mal mehr und mal weniger.

Einen sehr großer Puffer für meine Gewichtsschwankungen habe ich nun seit ein paar Jahren mit dem Laufen entdeckt. Wer viel läuft kann viel essen!
Entsprechend hat man so sein Level bei dem alles im grünen Bereich liegt.

Nun wäre es ja eigentlich optimal, wenn man sein ganzes Leben mit so viel Genuss wie möglich anfüllt. OK, im Bereich der Arbeit fällt dies ziemlich schwer, aber vielleicht hilft hier ja schon die Möglichkeit den Umfang der anfallenden Arbeit auf ein „zu bewältigendes Maß“ zu reduzieren. In meinem Falle hat sich ja auch deutlich gezeigt, dass wenn man ständig über dem erträglichen Maß liegt, der Schuss letztendlich nach hinten losgeht.
In meinem Falle war dann 4 Monate die Arbeitsleistung gleich null!
Eine Situation die letztendlich keinem hilft.

Von der Fürsorgepflicht eines Arbeitgebers mal ganz abgesehen, ist letztendlich jeder selbst dafür verantwortlich was er sich zumuten kann. Zwar ist jeder einzelne individuell belastbar, aber im Nachhinein muss ich zugeben, dass mein Körper mir sehr zeitig mitgeteilt hat, dass ich geradewegs auf eine Katastrophe zufahre!

Stresstest
Hier sind zwei absolut identische Delfine abgebildet – sollte sich bei der Wahrnehmung ein signifikanter Unterschied zeigen, stehen Sie extrem unter Stress!

Ich habe es lediglich ignoriert.
Ignoriert dahingehend, das die zunehmende Dauermüdigkeit, die zunehmenden Schlafstörungen und Konzentrationsmängel einfach ignoriert wurden. Die Wochenenden waren nur noch dazu da, die Batterien halbwegs aufzuladen um Montags wieder weiter zu machen.
Die sozialen Kontakte brechen nach und nach ab. Man ist froh wenn man zu Hause auf der Couch liegt und bloß keinen „Termin“ hat!

Alles ignoriert! Immer weiter, immer mehr!
Zwar kann man mit viel Erfahrung, vieles kompensieren, aber die Leistungsfähigkeit lässt nach und die Leidensfähigkeit ist irgendwann auch erreicht.
Trotzdem habe ich es immer noch nicht erkannt.

Letztendlich hat mich mein Körper da erwischt, wo er wusste er trifft mich am schwersten. Bei meinem geliebten Laufen.
Letztendlich habe ich festgestellt, dass das Laufen, welches ich stets als Ausgleich für den Stress gesehen habe, dem Körper selbst Stress verursacht.
Plötzlich war der Lauf zur Arbeit nicht mehr das Abschalten vom Beruf.
Es war anstrengend und quälend. Fast so wie bei meinem ersten Lauf vor 5 Jahren.
Nach der physischen Erschöpfung die ich ignoriert hatte, kam die körperliche Erschöpfung hinzu! Und sie hielt so lange an, bis sich der Rest wieder regeneriert hatte.

Erst als ich endlich reagierte und es fast schon zu spät war, bekam mein Körper und vor allem mein Geist die entsprechende Pause. Ein Pause zum Erholen aber noch viel wichtiger zum Nachdenken!
Nachdenken über die wichtigen Dinge im Leben.
Und dazu gehört auch der Genuss! Und zwar in jeder Lebenslage.

Ich gönne mir jetzt wieder öfters mal was!
Ich sage viel öfters mal NEIN zu Dingen die mir zu viel werden!
Ich bin achtsamer mit mir und höre auf meinen Körper!
Ich freue mich über die Kleinigkeiten.
Ich bin gelassener.
Ich habe mein „Schubladendenken“ abgeschafft.
Ich bin offener für alles Neue.
Ich genieße noch mehr….

So wie bei meinem heutigen Lauf von der Arbeit nach Hause.
Ganz so wie früher.
Mit einem Lächeln auf den Lippen und einem lockeren Schritt.
Spaß hat es gemacht.
Genauso wie früher!
Ich hab´s genossen!

Ein Weg zurück zur „Normalität“ ohne zur Norm zu gehören

Ich habe mit dem Begriff  „Normalität“ und Norm so meine Probleme. Was im Ingenieurwesen ja ziemlichen Sinn macht, dass man gewisse Ausführungen und Qualitätsstandards vorgibt und entsprechen einhält, lässt sich auf Individuen schwer projizieren. Alleine die Tatsache, dass mein Sport ein wenig über den allgemeinen Bewegungsdrang des „Durchschnittsbürgers“ hinausgeht, zeigt dies wohl sehr einleuchtend.

Trotzdem gibt es für mich ja auch gewisse Dinge an denen ich nicht vorbeikomme. Nun heißt es Familie, Beruf und Sport so zu vereinbaren, dass ich es bewältigen kann und wieder an all den Dingen die mir lieb und teuer sind Spaß habe. Und zwar langfristig.

Wenn man nach 4 Monaten wieder in´s Berufsleben einsteigt, ist man froh wen dieses langsam und in kleinen Schritten geschieht. Ich bin froh, dass mir dies gewährt wird und ich mich langsam wieder an meine Leistungsfähigkeit heran arbeiten kann. Diese Leistungsfähigkeit ist aber definitiv nicht identisch mit der erbrachten Leistung vor meinem Zusammenbruch. Wenn man Jahre lang immer am obersten Level fährt und kontinuierlich diesen unbemerkt noch oben setzt, ist der Kollaps eigentlich irgendwann vorprogrammiert.
Leider geschieht dieser Prozess schleichend und unbemerkt. Gerade mit zunehmender beruflicher Erfahrung kann man vieles an abnehmender Leistungsfähigkeit kompensieren, aber auch nur bis zu einem gewissen Grad. Wenn irgendwann das Fass voll ist, reicht eine Kleinigkeit aus um einen aus der Bahn zu werfen.
Der Körper verweigert sich. Zuerst psychisch, und wenn dies auch nicht hilft auch in zunehmendem Maße physisch!

Ich habe die Zeichen nicht erkannt. Oder besser gesagt ich habe sie ignoriert. Zunehmende Schlafstörungen, Bluthochdruck und geistige Leere. Konzentrationsschwächen und fortschreitendes Zurückziehen aus dem realen Leben sind die ersten Anzeichen. Als mein geliebter Sport von der Entspannung zum Stress ausartete wusste ich dass etwas verkehrt läuft. Zu spät, aber immer noch rechtzeitig genug um schlimmeres zu verhindern.
Innerhalb weniger Tage war ich nicht mehr in der Lage die alltäglichen Dinge zu meistern. Es ist ein tiefer Fall in´s Ungewisse.
Etwas worauf man in seinem Leben nicht vorbereitet wird.
Etwas was leider in der Gesellschaft immer noch tabuisiert wird.
Vor allem „Mann“ hat zu funktionieren!!
So haben wir es gelernt. So wurde es vorgelebt und gesellschaftlich tief verankert.
Die Arbeit ist der wichtigste Teil des Lebens. Mit ihm legt man seinen gesellschaftlichen Status fest.
Arbeite und funktioniere, dann bist Du ein ehrenwertes Mitglied der Gesellschaft.

Ich kann nach 50 Lebensjahren behaupten dass es wichtigere Dinge im Leben gibt als die Arbeit. Ich liebe meine Arbeit, keine Frage. Ich bin froh wenn ich sie ausüben kann und mit vielen Menschen Dinge umsetzen und Verwirklichen kann. Aber dies funktioniert nur, wenn der Umfang in einem erträglichen Maß bleibt.
Ich spreche nicht von Tagen an denen einfach nichts läuft oder funktioniert. Diese sind Bestandteil eines jeden beruflichen Prozesses. Man wächst an ihnen und lernt diese zu überstehen.
Wenn man die nötigen Ressourcen hat!

Hat man diese nicht, werden aus vielen kleinen Problemen, noch mehr Riesenprobleme. Ein Teufelskreis beginnt aus dem man nur schwer wieder herausfindet.

Ich projiziere dies jedoch nicht nur auf den Arbeitsbereich. Auch im privaten und sportlichen Bereich geht dies relativ schnell. Das Leben hat überall eine unheimliche Geschwindigkeit aufgenommen.
Die Welt ist kleiner als früher. Informationen werden in Sekundenschnelle ausgetauscht.
Twitter und Facebook verkleinern die Welt auf die Größe eines Monitors.

Ein Fortschritt?
Bestimmt. Da ich aber ein Mensch bin der grundsätzlich an Technik und allem Neuen Interesse zeigt, besteht auch hier die Gefahr sich zu verzetteln.
Einen Blog zu schreiben bedeutet Arbeit. Wenn man zusätzlich zu der Gattung „Richtig oder Garnicht“ gehört sogar viel Arbeit.

Und der Sport?
Wenn man die langen Läufe liebt muss man Zeit investieren. Viel Zeit!
Zeit zum Regenerieren und Erholen durch Sport. Klingt gut und ist für mich eine optimale Lösung.
Was aber wenn „die Zeit“ immer weniger wird?
Wenn einfach die 24 Stunden des Tages nicht mehr ausreichen. Wenn man alles haben will?

Arbeit, Sport, Freizeit, Familie, Freunde………

Irgendetwas muss Zwangsläufig auf der Strecke bleiben. In meinem Falle ich es selbst. Man kann nicht alles machen.
Man muss Prioritäten setzen!

Meiner Tochter habe ich den Rechner mit vorgegeben Nutzungszeiten eingerichtet. Funktioniert prima.

Auch ich muss mich „neu einrichten“!
Meine Zeit und meine Bedürfnisse, meine sozialen Kontakte und Verpflichtungen, meine Arbeit und meinen Sport!
Alles steht auf dem Prüfstand und wird hinterfragt.

Einige Auswirkungen werden auch die Leser meines Blogs schon bemerkt haben.
Die Anzahl der Beiträge ist wesentlich zurückgegangenen.
Ich werde meine Beiträge reduzieren. Weniger muss ja nicht unbedingt schlechter bedeuten. Wenn ich etwas für beachtenswert halte UND ich die entsprechende Zeit dafür habe dann Schreibe ich etwas.
Ansonsten gibt´s bei Twitter und Facebook die Möglichkeit Infos schneller zu verbreiten.
Aber auch hier werde ich meine „Online-Zeiten“ reduzieren.

Rein sportlich werde ich noch mehr den Faktor Genuss nach oben stellen. Ein Ereignis wie auf dem Nibelungensteig oder der folgende Frankfurt Marathon waren traumhaft schön und unendlich entspannend. Ich habe für mich wieder den Spaß und die Freude am Laufen entdeckt. Und zwar völlig unabhängig von allen messbaren Rahmenbedingungen.
Den Frankfurt Marathon mit zwei Debütanten zu laufen die mir 5 Stunden lang nur Spaß bereiteten war einfach nur genial. Danke an Carmen und Stephan. So stelle ich mir Laufen vor!

Im Ziel nach einem entspannten Frankfurt Marathon
Ziel Frankfurt Marathon

Ich bin übrigens für 2013 schon angemeldet. Wer also Lust hat mit zulaufen einfach anfragen. 😉
Das gleiche hatte ich beim diesjährigen Rennsteiglauf. Laufen, Quatschen und seinen Spaß haben.
Unabhängig wann man in´s Ziel kommt. Strecke und Zeit als Begleiterscheinungen für ein gemeinsames Erlebnis!

Entsprechend werde ich auch meine Vorbereitungen für solche langen Einheiten angehen. Mit Spaß und mit der entsprechenden Freude. Warum beim Laufen nicht das Geocachen mit integrieren?
Mit meiner neuen Garmin fenix habe ich nun die Möglichkeiten all meine sportlichen Aktivitäten zu vereinen. Aber dazu gibt´s noch einen separaten Bericht. Diese Uhr möchte ich nochmal besonders vorstellen und bewerten.

Was bleibt?
Ich werde mich neu sortieren. Viele werden ein wenig enttäuscht sein dass ich in Ihren Blogs nicht mehr kommentiere.
Ich lese zwar weiterhin mein Feeds und versuche „auf dem Laufenden“ zu bleiben, aber meine Zeit ist wertvoll und leider nicht uneingeschränkt zu Verfügung.
Highlights setzen heißt vielleicht ein Zauberwort!
Genießen! Freunde treffen und ab und an mal gar nichts tun!
Es gibt in meinem Leben viele Baustellen die ich bearbeiten muss.
Manche sind dringend, andere haben Zeit.

Und Zeit ist ein hohes Gut das man sich einteilen muss. Das man vor allem für sich selbst beanspruchen muss. Man muss sich „seine Zeit“ für sich persönlich nehmen.
Man muss auch einmal nein sagen!
Langfristig profitieren alle davon die mit mir zu tun haben.
Wenn es mir gut geht kann ich dies weitergeben. Kann ich meine Freude teilen.

Ich tue dies gerne.
Und ich freue mich auf die Zukunft!

think positive …..

Think positive! Auch wenn´s teilweise sehr schwere fällt. Die kleinen, alltäglichen Dinge im Leben füllen im Augenblick meinen Tagesablauf. Einkaufen, ein bisschen im Garten und Hof rumbasteln und viel lesen.
Schön ist, dass ich wieder öfters den Kontakt zu realen Freunden suche und mich auch entsprechend freue und amüsiere. Dafür muss halt die „virtuelle“ Welt ein wenig zurückstehen.
Aber ich denke das passt!

Wenn ich auf das Thema Sport komme wird´s leider nicht ganz so positiv. Und ich merke zunehmend, wie mich diese Unzufriedenheit bezüglich des Sports mehr und mehr beschäftigt.
Ich denke da muss ich mit meinem Arzt ein wenig intensiver darüber reden. Denn neben der sportlichen Misere entwickelt sich natürlich auch mein Körpergewicht in einen unfreundlichen Bereich. Mit den aktuellen 90kg fühle ich mich nicht besonders wohl!

Es ist schwer nachvollziehbar wie man sich in einer solchen Situation fühlt. Ich merke in letzter Zeit immer öfters, dass ich ein schlechtes Gewissen habe weil ich zu Hause bin und nicht arbeite. Es ist ja auch schwer zu vermitteln dass es einfach noch nicht geht. Ich selbst konnte mir ja vorher auch nicht vorstellen wie so etwas ist.
Man hat ja keinen gebrochenen Arm oder so etwas. Da sieht man jemandem an das er krank ist.
Mir sieht man lediglich an das ich „nichts habe“!

Aber ich möchte ja von den positiven, sportlichen Aktivitäten berichten. Wenn´s schon so wenig davon gibt, dann soll man auch davon erzählen!

Da das Wetter am gestrigen Dienstag recht angenehm war, entschloss ich mich mit dem Mountainbike zu meinen Eltern in den Odenwald zu fahren. Als Alternative zu den aktuell schwerfälligen und wenig motivierenden Läufen eine Variante die mir liegt!
Und so machte ich mich gegen 9:00Uhr auf in den Odenwald.

Locker und entspannt ging es über den Reinheimer Teich Richtung Ueberau.

Kurz vorm Reinheimer Teich
Kurz vorm Reinheimer Teich

Mitten in Ueberau geht´s dann das erste mal ein wenig bergauf. Raus in die Felder zwischen Uberau und Nieder-Klingen.

Weite Blicke hinter Ueberau
Weite Blicke hinter Ueberau

Wunderschöne Landschaft und der erste Blick auf die Veste Otzberg! Und wie die Veste so wunderschön nah und greifbar im Sonnenlicht glänzte, entschloss ich mich die Route heute mal über die Veste Otzberg zu machen. Schließlich versprach das Wetter eine grandiose Aussicht.

Erster Blick auf die Veste Otzberg
Erster Blick auf die Veste Otzberg

Aber vor der grandiosen Aussicht steht erst mal der Aufstieg zur Burg. Und der hat es in Teilbereichen ganz schön in sich. Jedenfalls war die Kühle des Morgens relativ schnell vergessen und der Puls hämmerte kräftig an meinen Schläfen. Aber es hat sich jeder Tropfen Schweiß gelohnt. Als Belohnung gab´s einen traumhaften Blick zurück in den Landkreis. Auf der linken Seite sieht man schön die ersten Ausläufer des Odenwalds.
Sogar den Taunus kann man noch gut am rechten Bildrand erkennen. Einfach ein traumhafter Ausblick!

Traumhafter Blick zurück von der Veste Otzberg
Traumhafter Blick zurück von der Veste Otzberg
Inschrift auf der Burgbrüstung
Inschrift auf der Burgbrüstung
die Veste Otzberg
die Veste Otzberg
Zugang zur Veste
Zugang zur Veste

Der mühsame Anstieg hatte sich gelohnt, aber so langsam machte sich bemerkbar, dass ich bisher noch nichts im Magen hatte. Aber das Knurren im Bauch legte sich bei den rasanten Abfahrten relativ schnell.

Leider war durch den Umweg die Zeit bei meinen Eltern ein wenig kurz bemessen, so dass ich mich nach einer halben Stunde Aufenthalt langsam auf den Rückweg machte. Dieser war durch den Gegenwind und die zunehmende Schwächung auf Grund des leeren Magens nicht ganz so locker und flüssig.
Bei den zahllosen Anstiegen merkte man sehr schnell wie die restlichen Kraftreserven zur Neige gingen. Aber die immer wieder auftauchenden prächtigen Aussichten im Odenwald lassen einen die schwindenden Kräfte vergessen. Und auf einer Obstwiese gab´s leckere Äpfel die den Hunger stillten. Mundraub im vorbeifahren!

Blick in den Odenwald
Blick in den Odenwald
Wiesen und Wälder so weit das Auge reicht
Wiesen und Wälder so weit das Auge reicht
Postkartenidylle
Postkartenidylle

Ich werde wohl nicht alt genug um all diese schönen Ecken im Odenwald jemals in Augenschein zu nehmen. Dafür ist es einfach zu schön und zu weitläufig. Aber ich werde mich bemühen den größten Teil zu erlaufen, erfahren und zu erwandern. Und wenn es zeitlich hinhaut nehme ich meine Leser wieder mit auf die Reise in unseren schönen Odenwald!

Odenwaldtour