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Der Blinde führt den Lahmen zum Tanze – Rennsteiglauf 2013

Auch 2013 ging´s wieder zum Rennsteiglauf Supermarathon. Nach dem genialen Erlebnis vom letzten Jahr hatte ich mich fast direkt nach dem Zieleinlauf schon wieder angemeldet.
Leider waren die folgenden 12 Monate nicht unbedingt die schönsten in meinem Leben und dementsprechend die Vorbereitung eine ganz andere als das letzte Jahr. Mit ein paar Gramm zu viel auf den Rippen und einer Form die so zwischen „Null und nicht vorhanden“ lag, machte ich mich am Freitag Nachmittag mit dem Zug auf nach Thüringen. Im Gepäck lediglich die Hoffnung unter 12 Stunden zu finishen. Alles andere wäre vermessen.

Als mich mein Freund Didi Beiderbeck, seines Zeichens Organisator des UTHAM`s und schwerst sehbehindert, um meine Begleitung als Guide für den Lauf fragte, war die einzige Voraussetzung an Ihn, nur nicht zu schnell. Ansonsten gab es da kein langes überlegen. Schließlich hatten wir uns im Januar im Rodgau schon mal aneinander gekettet!

Aufstehen am Samstag früh um 2:00Uhr in der Nacht. Nach 4 Stunden Schlaf nicht unbedingt das Highlight des Wochenendes. Mit dem Bus von Suhl zum Startplatz auf dem Marktplatz in Eisenach. Startnummer abgeholt und Wechselwäsche für´s Ziel in die LKW´s verfrachtet.

Impressionen vom Start - Rennsteiglauf
Impressionen vom Start – Rennsteiglauf
Impressionen vom Start - Rennsteiglauf
Impressionen vom Start – Rennsteiglauf
Impressionen vom Start - Rennsteiglauf
Impressionen vom Start – Rennsteiglauf

Der Marktplatz füllte sich zügig und so einige lieb gewonnene Läufer hat man dann doch getroffen. Leider wieder viel zu kurz und viel zu selten!

diro und eddy vor dem Start in Eisenach - Rennsteiglauf
diro und eddy vor dem Start in Eisenach – Danke Eddy für das Bild!

Kurz vor 6 Uhr kamen auch Didi und seine Frau Ute. Kurz das Guideschild noch am Rücken befestigt und dann ging´s auch schon los auf das Abenteuer Rennsteig. Wie immer in Reih und Glied und den üblichen Staus an den bekannten Engstellen. Kein Problem, denn es gibt nichts schlimmere als den Rennsteig zu schnell anzugehen. Ein Umstand der vielen schon verdammt weh getan hat!

Profil Rennsteiglauf Supermarathon
Profil Rennsteig Supermarathon

Und so machten wir beide uns auf den Weg zum „Großen Inselberg“, unser erstes hartes Etappenziel. Knappe 26 Kilometer und knappe 700 Höhenmeter!
Diesmal habe ich es sogar geschafft kein einziges Mal über die Steigungen zu fluchen. Mein Freund Didi mag nämlich keine negativen Gedanken, also hielt ich einfach die Klappe, Luft war ja sowieso kaum zum Reden vorhanden!
Schön jede Verpflegung ausgenutzt und die Leckereien bei den Verpflegungsständen genossen. Hier ein ganz dickes Lob an die vielen Helferinnen und Helfer welche bei dem Schei..wetter stundenlang draußen standen und mit einer herzlichen Freundlichkeit jedem Einzelnen gut zuredeten und alles Anboten was das Läuferherz begehrt! Ein ganz dickes Lob und vielen, vielen Dank! Ihr seid es auch, die den Rennsteiglauf zu etwas ganz Besonderem machen!

Ich möchte hier keine weitere Streckenbeschreibung machen, da ich dies ja schon ausführlich im letzten Jahr gemacht habe. Für mich war dieses Jahr der Lauf mit Didi etwas ganz besonderes.
Wenn man wie ich Brillenträger und Kurzsichtig ist, kann man sich nicht vorstellen wie Didi über das Gelände läuft. Wurzeln, Steine, Geröll und Pfützen werden kurz von meiner Seite angegeben, aber er läuft mit einer solchen Sicherheit alleine darüber, dass ich jedes Mal nur Staunen kann. Die Erfahrung aus hunderten von Läufen auf schwierigem Gelände haben bei Ihm einen eigenen Laufstil geprägt der eine Trittsicherheit an den Tag legt die beeindruckend ist. Zumal ich viele Stürze von nicht Sehbehinderten Läufern auf dem Rennsteig gesehen habe. Auch diese Jahr wieder.
Ich persönlich könnte mir noch nicht einmal vorstellen auch nur einen Kilometer ohne Brille zu laufen. Umso beeindruckender ist für mich jeder einzelen Lauf von Didi.
Deshalb gestehe ich Ihm auch zu das Jammern verboten ist. Auch wenn´s manchmal schwer fällt! 😉

Kurz vorm Grenzadler gab´s noch mal nasse Füße. Wie sich herausstellte die Ursache für zwei richtig fette Blasen an den Füßen. Andenken an den Rennsteiglauf auf die ich gerne verzichten kann.
Am Grenzadler bei Kilometer 55 war die Karenzzeit 15:00Uhr, die wir eigentlich locker erreichten. Aussteigen für uns beide keine Option obwohl es Anfing zu schneien und zu regnen. Aber eines stand fest. Wir rocken das Ding. Und zwar in der vorgegebenen Zeit unter 12 Stunden!

Leider kommen die offiziellen Kilometerangaben und die Kilometer auf meinem Garmin zum Ende hin immer wieder aus dem Gleichgewicht, und so musste wir an der letzten Verpflegungsstelle am Bierfleck feststellen, dass die Zeit verdammt knapp werden würde. Es waren, wie auch im letzten Jahr, auf meiner Uhr knapp 2 Kilometer mehr als die offiziellen 72,4.
Was die letzten beiden Kilometer abging wäre eigentlich einen separaten Bericht wert, aber ich versuche es mal ein wenig zusammenzufassen.
Das Adrenalin stieg bei uns beiden bei der Erkenntnis für die letzten beiden Kilometer noch weniger als 14 Minuten zu haben schon ein wenig an. Zumal Man“n“ nach 72 Kilometern nicht mehr ganz so die Frische hat!
Didi war nun derjenige der die Richtung und das Tempo vorgab. Nur nicht zu früh loslegen und sein Pulver zu früh verschießen.
Welches Pulver???? Ich hatte absolut null nachzulegen. Schnaufte wie ein Stier und fluchte (still in mich hinein weil verboten) wie ein Rohrspatz über jedes Gramm zu viel an meinem Körper.
Als Didi dann noch anfing mir Atemtipps zu geben, wahrscheinlich dachte er ich bin kurz vorm kollabieren (hätte er gar nicht so unrecht gehabt), gab ich mir zwar die größte Mühe, aber mehr Sauerstoff ging einfach nicht mehr in mich rein. Die geforderte „Nasenatmung“ kommentierte ich innerlich mit einem „ich atme sogar durch den Hintern wenn Du mich jetzt hier liegen lässt“!
Aber er hat es geschafft. Er hat tatsächlich noch zwei Kilometer aus uns heraus geprügelt die jenseits von Gut und Böse waren.
Offizielle Zielzeit 11:56:38!

Mission erfüllt und gemeinsam den Rennsteig ohne Sturz gemeistert. Dazu noch unter 12 Stunden. Fertig aber überglücklich im Ziel.
Lieber Didi, bis auf die letzten beiden Kilometer gerne wieder. Aber mit ein bisschen weniger Gewicht auf den Rippen und einer besseren Vorbereitung.
Ich danke Dir für diesen beeindruckenden Lauf! Ich werden ihn nie vergessen!

Und im Januar begleichen wir unsere Rechnung im Rodgau.
Dann heißt es wieder.
Der Blinde führt den Lahmen zum Tanze!
Danke!

Rennsteiglauf 2012 – Kulinarisches Highlight mit guten Freunden

Nach den ganzen Zweifel im Vorfeld ging´s mit gemischten Gefühlen am letzten Freitag nach Thüringen. Keine Ahnung ob die Beine den Supermarathon überstehen würden oder nicht. Aber alleine die Tatsache, dass ich wieder viele Freunde, Bekannte und persönlich noch Unbekannte treffen würden überwog. Irgendwie kriege ich das Ding auf jeden Fall hinter mich!!

Die Anreise nach Schönbrunn verlief schleppen. Schnell von der Arbeit nach Hause, alles eingepackt und dann rein Mitten in den Wochenendverkehr. Nicht gerade das was man sich für ein schönes WE wünscht.
Wir hatten uns im Vorfeld überlegt direkt in die FeWo zu fahren. Startunterlagen konnte ich mir auch noch am Samstag früh abholen. Auf einen Umweg von mehr als 100 Kilometern hatten ich und meine zwei Frauen keinen Bock!

So bezogen wir gegen 19:00Uhr unsere Ferienwohnung. Kurz vorher ging´s noch mal durch Hinternah um den Abfahrtsort des Transferbusses zu suchen. Schließlich sollte ich den wenn möglich nicht verpassen!

Wir machten unsere eigene kleine Nudelparty und ich versuchte mich um kurz vor 21:00Uhr ein bisschen hin zulegen um wenigstens ein paar Stündchen zu schlafen. Klappte relativ gut.
Jedenfalls bis 1:30Uhr. Denn da klingelte der Wecker. :wacko:

Anziehen und eine Kleinigkeit Essen. Alles einpacken und dann fuhr mich meine Frau zur Bushaltestelle nach Hinternah.
Aber irgendwie sah es in der Dunkelheit ganz anders aus als am Tage zuvor. :scratch:
Jedenfalls kam mir die Fahrt überraschenderweise ziemlich lang vor.
Vielleicht hätte man doch das Navi gleich nutzen sollen. Jedenfalls waren wir völlig verkehrt.
Und die Zeit ziemlich knapp.

Mit ein wenig Adrenalin in der Blutbahn schaffte es aber meine Frau mich zeitgleich mit dem Bus in Hinternah abzusetzen. Gutes Timimg ist halt alles!

Die Fahrt nach Eisenach verlief ruhig und ich döste noch ein bisschen vor mich hin. Keine Aufregung, kein bisschen Nervosität. Ich fühlte mich einfach wohl und freute mich auf meine Mitstreiter.
Und die traf ich direkt bei der Startnummerausgabe. Melanie und Steffen waren gerade dabei sich umzuziehen. Die beiden hatten sich ja dazu hinreisen lassen mich über den Rennsteig zu bringen. Da konnte ja einfach nichts schief gehen.
Ein herzliche Begrüßung bevor ich meine Startunterlagen abholte und mich umzog.
Und wie immer bei den großen Veranstaltungen traf ich Mäx und seine Frau Anja. Immer wieder eine Freude die beiden zu treffen!

Die Temperaturen waren über Nacht mächtig gefallen und ich ärgerte mich ein wenig, dass ich meine Armlinge, ordentlich zusammengelegt, auf meinem Bett in der Ferienwohnung liegen hatte.
Aber zum Glück hatte ich noch eine dünne Regenjacke dabei. Optimal gegen den kühlen Wind.

Dann ging´s zum Brunnen auf dem Marktplatz in Eisenach. Hier trafen nach und nach alle ein.
Martin (Pfälzerwaldläufer), Kathi (läuferherzen), Eddy (Eddys Sport Blog) und Heiko (Feuerräder). Sowie viele, viele andere bei den es auf jeden Fall für eine kurze Begrüßung im Startbereich reichte!

Marktplatz Eisenach
Marktplatz Eisenach

Angedacht war das Melanie, Steffen, Heiko und ich zusammen laufen. Für mich immer wieder schön mit den beiden zu Laufen und für Heiko, der sich für seinen ersten Ultra gleich den Rennsteig ausgesucht hatte, ein optimaler Einstieg in die Ultraszene mit zwei erfahrenen Begleitern.
Zu uns gesellte sich noch Didi (Dietmar Beiderbeck) dessen Guide leider krankheitsbedingt kurzfristig absagen musste.
Da hat Steffen spontan diese Aufgabe übernommen und ist zusammen mit Dietmar gelaufen.
Respekt so etwas spontan zu übernehmen! :good:

Und so waren wir nun eine illustre Truppe von 5 Verrückten die sich Punkt 6:00Uhr aufmachten den Rennsteig zu rocken. Und es war definitiv das geilste Lauferlebnis das ich bisher erleben durfte.

Die ersten 25,5 Kilometer hoch auf den Großen Inselberg sind der Hammer. Vom Eisenacher Marktplatz aus absolviert man knapp 700 Höhenmeter. Da ist zum größten Teil Gehen angesagt um nicht für den Rest des Laufes seine Körner zu verschießen. Zumal es teilweise so steil ist, dass man beim Gehen schon fast am Anschlag ist!
Trotzdem gibt es welche die auf Grund Ihrer Trainingsmöglichkeiten selbst die steilsten Anstiege problemlos meistern. 😉
Eddy the beast
Ich habe mich jedenfalls köstlich amüsiert. :good:

In den ausreichend platzierten Verpflegungsstellen gibt´s für jeden Geschmack das richtige. Hier gab´s auch meine erste Begegnung mit dem „Schleim“!
Warmer Haferschleim mit Heidelbeeren! Ich muss sagen absolut lecker und ein richtiger Kraftmacher. Das gab die richtige Power für die mächtigen Anstiege.

Leider lag der Inselberg im Nebel, so dass man die Aussicht nicht so recht genießen konnte. Aber ein „Gipfelbild“ von unserer tollen Truppe musste auf jeden Fall gemacht werden. Schließlich hatten wir uns bereits 3,5 Stunden gemeinsam den Berg hochgequält.
Das Gespann Didi und Steffen harmonierte hervorragend und die ganzen Geschichten und Anekdoten der beiden machten viel Spaß und ließen die Zeit wie im Fluge vergehen.
Da hatten sich echt zwei getroffen! 😉

Die ersten 1,2 Kilometer herunter vom Großen Inselberg sind unangenehm. Auf so einem Stuck 180 Höhenmeter zu verlieren geht nicht nur auf die Knochen. Auch die Gefahr abzurutschen ist extrem hoch. Erholsam ist nach dem langen Anstieg etwas anderes.
Aber dann kommt die Grenzwiese. Das erste „kulinarische Buffet“ des Tages. Neben allen möglichen Getränken (Schleim, Wasser, Tee,Cola usw.) gibt´s schön angerichtete Schnittchen mit allem was das Herz begehrt.
Und Würstchen!!
Es gibt tatsächlich als Läuferverpflegung Würstchen. Und ob Ihr´s glaubt oder nicht, das kann man wirklich zu sich nehmen. Wir haben uns richtig Zeit genommen diese leckeren Würstchen zu genießen.
Einige konnte gar nicht genug davon bekommen. Gelle Steffen! 😉

Mit vollem Magen geht´s dann gleich wieder bergauf. Schließlich muss das ja alles wieder verbrannt werden.
Die weiteren Kilometerführen ständig bergauf und bergab. Es geht über den Jagdberg (km 29,4/760 müNN), Heuberghaus (km 30,9/688 müNN), den Spießberg (km 32,79/749 müNN) zum Possenröder Kreuz (km 33,64/700 müNN). Hier stoßen die Wanderer der 35km Strecke dazu und begleiten die Läufer bis zum Grenzadler in Oberhof.

An der Verpflegungsstation Ebertswiese (km 37,47/715 müNN) ist die Hälfte der Strecke geschafft!

Weiter ging´s wieder hinauf zur Schmalkalder Loipe (km 44,88/881 müNN). Die Marathondistanz war überschritten und Heiko wurde offizielle als Ultraläufer begrüßt!
Herzlichen Glückwunsch!!!!

Nächste markante Stelle auf der Strecke ist der bekannte Grenzadler (km 54,2/837 müNN) in Oberhof. Möglichkeit zum Ausstieg mit offizieller Zeitnahme.
Absolut keine Option für uns. Wir hatten weiterhin unseren Spaß. Obwohl es hier und da schon ein wenig weh tat.
Das Lächeln war nicht immer so locker wie am Anfang!
Aber „nur noch 20 Kilometer“ lassen einem ja das Ziel förmlich schon riechen. 😉

Noch ein paar knackige Anstiege bis wir bei Kilometer 56 das Rondell (826 müNN) erreichen. Weiter über die Sommerwiese (855 müNN) zur Verpflegungsstelle Suhler Ausspanne (km 60,24/922 müNN) Hier wurde noch mal lecker Schnittchen mit Leberwurst nachgelegt damit man für den letzten großen Anstieg zu „Plänckners Aussicht“ (km 61,77/973 müNN), dem höchsten Punkt der Strecke, noch ausreichend Kräfte besitzt.
Ich muss ehrlich zugeben, die Leberwurstschnittchen alleine sind schon ein Grund nächstes Jahr wieder mitzulaufen! 😉

Der Panoramablick an Plänckners Aussicht war atemberaubend. Zu mal das Wetter mitspielte und der Thüringer Wald vor unseren Füßen in allen Grüntönen leuchtete,
Wow! Wenn man diese Aussicht nicht ein paar Minuten genießt, hat man was verpasst.
Durchatmen und genießen.

Ab jetzt geht´s „fast“ nur noch bergab. Zwischendurch noch mal ein Schluck „Köstritzer Schwarzbier“ am Bierfleck (km 68,26/816 müNN), auch das ist tatsächlich absolut kein Problem, und die Vorfreude auf den Zieleinlauf in Schmiedefeld wächst. Wenn man durch die Kleingartenanlage von Schmiedefeld läuft hört man schon das Ziel. Von vielen begeisterten und anfeuernden Menschen wird man die letzten Meter getragen (ist nun auch sehr hilfreich) und praktisch in´s Ziel befördert.
Und auch dieses Ziel ist ein einmaliges Erlebnis. Wenn man herunter auf die große Wiese läuft und die vielen jubelnden Menschen erlebt sind alle Schmerzen vergessen.
Es ist einfach ein Gefühl des Glücks. Etwas was mir immer wieder ein bisschen die Freudentränen in die Augen treibt.
Unbeschreiblich!

Hier ein paar tolle Impressionen von Steffen:


Es war für mich ein ganz besonderes Erlebnis. Nicht einfach nur ein Lauf auf dem Rennsteig. Noch nicht einmal die Tatsache dass es mein „10. Marathon und mehr“ war. Das sind alles Dinge die unwichtig sind.

Genauso uninteressant wie die Platzierung oder die Zeit.

Es war einfach das Erlebnis mit ganz, ganz tollen Menschen gemeinsamen einen Tag zu verbringen. Einen Tag zu verbringen der trotz der Anstrengungen Spaß und Freude bereitet hat. Der von Anfang bis zum Ende gepasst hat. Der zeigt, dass Laufen Menschen verbindet die sich eigentlich vorher fremd waren, aber durch ihre gemeinsame Leidenschaft großes erleben dürfen.
Danke, dass ich an diesem Erlebnis teilhaben durfte!

Herzlichen Dank an Melanie und Steffen für die tolle Begleitung und die aufmunternden Worte im Vorfeld.
Danke an Dietmar für seinen unermesslichen Fundus an Geschichten und Erlebnissen und die Art wie Du dies mit uns geteilt hat.
Danke an Heiko dass er mich bei seinem ersten Ultra begleitet hat. Erster Ultra und dann gleich den Rennsteig gerockt!! Meinen allergrößten Respekt.
Danke an die ganze Truppe für einen traumhaften Tag den ich nicht vergessen werde!

Herzlichen Dank aber auch an die tolle Orga. Die vielen hundert Helfer an und um die Strecke herum die für das leibliche Wohl und unsere Sicherheit gesorgt haben.
Für die geniale Verpflegung die den Rennsteiglauf zu einem der wenigen Ultras macht die einen hinterher mehr wiegen lassen wie vorher!
Ich bin absolut hin und weg.
Und ich bin mir sicher, ich komme wieder!

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Keep Running!
Run Happy!

Auf zum Rennsteig

Am Wochenende ist es nun so weit. Ein weiteres Highlight meiner kurzen Läuferlaufbahn steht bevor. Der Rennsteig-Supermarathon steht vor der Tür.

Die Zweifel der letzten Tage sind mit Hilfe von guten Freunden und beruhigenden Worten beseitigt. Übrig ist eine gehörige Portion Respekt!

Respekt vor einer Strecke die bekanntermaßen zu einen der schönsten Landschaftsmarathons gehört.
Respekt vor 72,7 Kilometern durch den Thüringer Wald!
Respekt vor den Höhenmetern die auf 1.400 beziffert werden!
Respekt vor den Wetterkapriolen die für die Region typisch sind!

Respekt, aber keine Angst. Was ich bis jetzt nicht in den Beinen habe können weder Schuhe noch sonstige Dinge ersetzen. Und ich bin guter Dinge dass ich den Rennsteig rocken werde. Mit ausreichend Geduld und dem entsprechenden Willen. Und vor allem mit guten Freunden die mich auf diesem Weg begleiten. Freunde die mir letztendlich das Vertrauen wieder gegeben haben das ich mein Ziel erreiche.

Liebe Melanie und lieber Steffen, im voraus schon mal meinen herzlichsten Dank für die Bereitschaft mit mir den Rennsteig zu laufen. Es wird nicht einfach für Euch den alten Mann über die Anstiege zu bringen. Auch eure Geduld wird bestimmt auf eine harte Probe gestellt!

Ich werde mit meinen beiden Mädels erst gegen Freitagabend nach Thüringen anreisen. Leider ist der uns Umweg über Eisenach ein wenig zu anstrengend da wir noch den Freitag mit Arbeit voll haben. Entsprechend fällt die Klosparty für uns aus. 🙁

Wir werden am Freitag Abend in Schönbrunn (ca. 20km von Schmiedefeld) unsere Unterkunft beziehen. Ich hoffe ich werde ein paar Stunden Schlaf finden, bevor mich meine Frau kurz nach zwei Uhr in der Nach nach Hinternah zum Bus bringt.
Hier geht es um 2:45Uhr ab zum Start nach Eisenach.
Ankunft 5:15Uhr.
Dann schnell meine Startunterlagen abholen bevor ich mich hoffentlich mit vielen Bekannten, und auch vielen „persönlich“ noch Unbekannten, am Marktplatz in Eisenach treffen werde.
Start ist dann um 6:00Uhr!

Danach werde ich versuchen die kommenden 72,7 Kilometern so lange wie möglich zu genießen, mit meinen Kräften hauszuhalten und am Schluss hoffentlich in Schmiedefeld mit noch ausreichender Energie einzulaufen, um ein paar Stündchen gemeinsam mit den anderen Teilnehmern zu feiern!

In diesem Sinne.
Keep Running
Run Happy

Zweifel!

Nun bin ich ja gestern meine 10.000 Kilometer seit meiner „Laufkarriere“ im Oktober 2007 gelaufen. Habe schon einige Hoch´s und leider auch Tief´s im Laufe dieser Strecke hinter mich gebracht.
Aber noch nie hatte ich so massive Zweifel hinsichtlich dem Erreichen meiner Ziele.

Am kommenden Samstag startet der Supermarathon beim 40. Gutsmuths-Rennsteiglauf. Und anstatt mich darauf zu freuen habe ich immer mehr Zweifel ob ich die 72,2 Kilometer von Eisenach nach Schmiedefeld überhaupt schaffe.
Nicht das ich schlecht trainiert oder irgendwelche Verletzungen hätte. Nein!
Es ist eher das Gefühl, dass ich im Augenblick körperlich und kraftmässig dazu nicht in der Lage bin. Die letzten Läufe waren stets eine extrem hohe Belastung für meine Oberschenkelmuskulatur. Die unteren Oberschenkelmuskel um das Knie herum schmerzten jeweils ab Kilometer 15-20.
Keine Schmerzen wie bei einer Zerrung. Eher wie ein Muskelkater!

Und ich habe zwar keine Ahnung warum dies so ist, aber eine Vermutung.
Ich bin die letzten 9 Monate immer mehr mit kaum oder sogar überhaupt nicht gedämpften Schuhen gelaufen. Nach und nach habe ich die „Dosis“ erhöht und mich dabei richtig wohl gefühlt. Keine Schmerzen und keine Probleme mit dem Bewegungsapparat.
Nun ist es aber so, dass ich den Supermarathon definitiv nicht in meinen NB minimus laufen kann. Dazu ist mein Körper definitiv noch nicht dazu in der Lage.
Also laufe ich im Augenblick die Vorbereitung mit dem Salomon Speedcross 3. Ein Schuh den ich ohne Probleme beim Churfrankenlauf getragen habe.

Ich vermute nun, dass die „ungewohnte“ höhere Sprengung des Schuhs nun wieder eine andere Belastung der Oberschenkel erzeugt, wie die schwerpunktmäßig in letzter Zeit trainierte Muskulatur. Entsprechend ermüden die Muskeln wesentlich früher und melden sich ziemlich schmerzhaft.

Aber wie komme ich aus diesem Dilemma heraus???
Ehrlich gesagt, ich habe absolut keine Ahnung. Für den Rennsteiglauf gibt´s da sowieso kein passendes Rezept mehr.
Und langfristig werde ich mich wohl für eine Variante des Laufens entscheiden müssen. Die „Klassische“ mit entsprechender Dämpfung und Sprengung, oder eher die „Moderne“ mit eher spartanische Ausstattung?
Vom Gefühl her und den Erfahrungen tendiere ich eher zu der letzten Variante. Wobei ich mir da sicher bin, dass es noch ein sehr weiter Weg ist, um einen großen Landschaftsultra wie den Rennsteiglauf mit diesen Schuhen zu laufen!

Aber all dies hilft mir im Augenblick nicht weiter. Am Samstag zählt das was die Beine hergeben.
Und da bin ich mir nicht sicher ob dies ausreichend Schmackes ist um in Schmiedefeld ein verdientes Finisherbier trinken zu können?

:unsure: :wacko: :unsure: :wacko: :unsure: :wacko: :unsure: :wacko: :unsure: :wacko: :unsure:

Meine einzige Hoffnung ruht ein wenig auf Melanie und Steffen. Die beiden haben sich netter weise dazu bereit erklärt, mich über den Rennsteig zu bringen.
Hoffentlich wissen Sie auf was sie sich da eingelassen haben? 😉
Ihr habt keine Ahnung was ich Jammern kann!

Also werde ich die letzten Tage vor dem Lauf weiterhin Zweifeln. Aber zu dem Zweifel kommt nun ein kleiner Funken Hoffnung, dass mich zwei liebgewonnene Freunde wieder einmal dazu bringen den Schweinehund irgendwo am Rande des Thüringer Waldes zu beerdigen.
Drückt mir die Daumen!

Keep Running!
Run Happy!

Motivationsloch?

Es kennt bestimmt jeder der schon mal auf besondere Ziele hin gearbeitet hat. Eine Phase in der es unglaublich schwer fällt sich zu motivieren. Tage an denen man beim Versuch aufzustehen merkt, dass einem ein riesiger Schweinehund im Genick sitzt.

Die Vorbereitung staffelt sich in verschieden Abschnitte und Meilensteine. Diese Meilensteine können ein großer, langer Lauf, ein Testrennen oder ein Ultralauf wie am letzten Wochenende in Eschollbrücken sein. Kleine Zwischenziel auf dem Weg zu seinem Saisonhöhepunkt.
Wobei so ein richtiger Saisonhöhepunkt in dem Sinne habe ich ja nicht. Ich freue mich gleich auf mehrere Highlights im Jahr. 😉

Jedenfalls war der Jahreseinstieg, im Vergleich zum letzten Jahr ziemlich vermurkst. Den Rodgauer 50er habe ich nach 25 Kilometern wegen Asthmaproblemen abbrechen müssen. Der Februar war eigentlich fast komplett mit einer Erkältung versaut. Und in Eschollbrücken musste ich mich wesentlich mehr quälen als gedacht.
Nicht ganz so fluffig wie geplant das erste Quartal 2012! 😉

Dazu kommt noch ein Berg voller Arbeit, der selbst mich öfters mal fragen lässt wie ich den mit der nötigen Intensität und Qualität abarbeiten soll. Vielleicht kennt Ihr das Gefühl wenn man eine Welle vor sich herschiebt in der Hoffnung sie fällt irgendwann in sich zusammen? Irgendwie fällt sie halt nicht. 😥
Aber das Schicksal teile ich mit meinen Kollegen. Von denen hätte im Vorfeld auch keiner gedacht, dass man im öffentlichen Dienst mehr Arbeit hat als in der freien Wirtschaft. Aber dieses Klischee hält sich in unserer Gesellschaft ja hartnäckig!
Bei den Kollegen nicht mehr. 😉

Jedenfalls fällt es nach einem sehr anstrengenden Lauf wie in Eschollbrücken schwer sich wieder aufzuraffen und sein Training zu absolvieren. Besonders nach dieser unsäglichen Zeitumstellung. Aus den sonnigen Läufen zur Arbeit in den letzten Wochen ist wieder ein Lauf durch die Dunkelheit geworden. Mir schlägt so etwas auf´s Gemüt.

Die Muskulatur in den Oberschenkeln sind durch die 50Kilometer in den leichten Brooks PureConnect noch ziemlich strapaziert. Durch die fehlende Stützfunktion der Schuhe muss die Muskulatur wesentlich mehr arbeiten. Zwar vertrage ich dies vom Bewegungsapparat wesentlich besser, aber die Muskulatur in Beinen und Fuß leistet Schwerstarbeit. Die Regenerationszeit ist einfach länger!

Und dann steht ja auch noch mein 50.ter Geburtstag vor der Tür. Lust auf Feiern habe ich eigentlich gar keine. Warum auch? Für mich bedeutet mein Geburtstag nicht viel.
Älter werde ich auch ohne Feiern. Und an manchen Tagen fühle ich mich wie 30, an anderen, wie nach dem 50er am WE, wie 80! 😉

Geschenke mache ich mir am liebsten selbst und für ein Bier mit Freunden muss ich keine 50 werden. Aber irgendwie komme ich wohl nicht drumherum. Schließlich bin ich ja nicht alleine. Und wenn der Diro es geschafft hat 50 Jahre als zu werden, dann sollten wir das Feiern!

Und der nächste „Meilenstein“ ist ja auch schon in Sicht. Ende April ein lockerer HM und zwei Wochen später geht´s auf den Rennsteig.
Supermarathon ist angesagt!
Und wie es ausseiht mit ganz, ganz vielen Freunden, Bekannten und „noch-nicht-live-Bekannten“. Das gibt wohl ein großes Fest in Schmiedefeld. Da freue ich mich richtig darauf.

Also vergessen wir mal das Wort „Motivationsloch“. Machen eine „kleine Zwischenunlust“ daraus, kneifen die Ars…backen zusammen und machen uns auf den „alten Mann“ in Form zu bringen.
Denn schließlich will ich am Rennsteig meinen Spaß haben und nicht 74 Kilometer lang leiden.
Wobei die einfacher gesagt als getan ist! 😉

In diesem Sinne.
Keep Running!
Run Happy